Internationale Handelsnetze westfälischer Kaufleute in London (1660-1815)

Von Ralf Keuper

Bereits die Westfälischen Kaufleute der Hanse wählten London als Handelsplatz. Diese Tendenz hat sich bis in das 17. und 18. Jahrhundert erhalten, wie Margrit Schulte Beerbühl in Internationale Handelsnetze westfälischer Kaufleute belegt.
Besonders aus Herford stammten viele Kaufleute, die ihr Glück in London suchten und dabei nicht selten zu ansehnlichem Wohlstand gelangten, wie Henry Voguell
Schulte Beerbühl schreibt dazu:

Henry Voguell hatte zunächst eine Lehre in Frankfurt und Berlin absolviert, bevor er für kurze Zeit als Angestellter bei seinem Onkel Johann Jobst Vogel in Bremen arbeitete. 1701 ging er nach London, wo schon ein anderer Onkel, Bernard Sirps, lebte. Bis zu seinem Tod im Jahr 1746 ging er verschiedene Sozietäten mit ausgewanderten deutschen Kaufleuten aus Berlin, Hamburg, Osnabrück und Herford ein. … Henry Voguells Testament spiegelt in außergewöhnlicher Weise die weitreichende familiäre und wirtschaftliche Verästelung und Verflechtung von deutschen Kaufleuten in London wieder. Er hinterließ bei seinem Tode ein beträchtliches Vermögen, das den Grundstock für den Aufstieg der nachfolgenden Generationen von Neffen bildete.  

Der erste aus Herford eingewanderte Kaufmann in London war Bernard Sirps. Ihm folgten weitere, wie der bereits erwähnte Henry Voguell und Angehörige der Herforder Familien Mölling und Klausing. Die genannten Familien waren miteinander verwandt. Ein weiterer einflussreicher westfälischer Kaufmann in London war Christopher Pritzler aus Versmold.

Quelle: Margit Schulte Beerbühl: Internationale Handelsnetze westfälischer Kaufleute, in: Kultur, Strategien und Netzwerke. Familienunternehmen in Westfalen im 19. und 20. Jahrhundert. 

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