Eröffnung der Weserschleuse in Minden – Jahrhundertwerk der Technik

Von Ralf Keuper

Am vergangenen Freitag wurde die Weserschleuse in Minden offiziell eröffnet, worüber u.a. der WDR berichtete.

Der Bauzeit betrug sechs Jahre, die Baukosten für die 139 Meter lange und 12.5 Meter breite Schleuse beliefen sich auf 80 Millionen Euro.

In der Vergangenheit war der Baufortschritt der Weser-Schleuse häufiger ein Thema, wie in der WDR Lokalzeit im Jahr 2014

Bislang war die Schachtschleuse für die Durchfahrt von Großmotorschiffen zu klein. Mit der neuen Schleuse ist dies nun anders. Der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Enak Ferlemann, bezeichnete die Weserschleuse als Jahrhundertbauwerk und Wunderwerk der Technik, wie in Minden soll zur Drehscheibe für den Güterverkehr werden berichtet wird. Ab jetzt gebe es, so der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, freie Fahrt von Bremen bis Basel. Da in Zukunft immer mehr Güter über die Wasserwege transportiert werden sollen, könnte Minden zu einer wichtigen Drehscheibe werden. Dafür soll u.a. der RegioPort Weser sorgen.

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Westfalen News #48

Von Ralf Keuper

Nachfolgend eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

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Amazon in Westfalen

Von Ralf Keuper

Der amerikanische Internet- und Logistikkonzern Amazon ist auf dem besten Weg, ein wichtiger Arbeitgeber in Westfalen zu werden. In Werne, wo der Konzern schon länger mit einem Logistikzentrum angesiedelt ist, entsteht gerade ein neue Halle mit insgesamt 100.000 qm überdachter Fläche. Im Oktober soll die Halle fertig sein.

Für seinen neuen Standort in Dortmund sucht Amazon derzeit 1.000 neue Mitarbeiter. In Oelde, im Kreis Warendorf, entsteht ein weiteres Logistikzentrum von Amazon. Dort könnten bis zu 2.000 Arbeitsplätze an der A2 entstehen. Nur wenige Kilometer nördlich, ist das Logistikzentrum von arvato mit dem markanten Hochregellager. Gut möglich, dass Amazon arvato/Bertelsmann in Westfalen den Rang als Arbeitgeber in der Logistik streitig macht.

Jedenfalls ist Westfalen, schon allein aufgrund seiner geografischen Lage, ein bevorzugter Logistikstandort. Schwerpunkte sind Dortmund und Hamm, wie überhaupt das Ruhrgebiet (Vgl. dazu: Logistiker schaffen Hunderte Stellen im Ruhrgebiet). Dortmund ist dazu noch Sitz des Digital Hubs für Logistik.

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Firma Berghoff (WDR Lokalzeit Südwestfalen)

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Paderborn kaum innovativ? Über journalistische Wissenslücken

Von Ralf Keuper

Dass es um den Ausbildungs- und Wissensstand der Journalisten nicht mehr allzu gut bestellt ist, gehört wohl zum Allgemeingut; sinkende Auflagenzahlen und ein anhaltender Vertrauensverlust sind dafür Indizien. Jedoch gibt es noch immer Beiträge, die diesbezüglich herausragen, wie Paderborner Ingenieur hat einen der saubersten Dieselbusse entwickelt – der Bund will die Technologie nicht fördern. Die Autorin beginnt ihren Beitrag mit den Worten:

Billiges Bier, mittelmäßiger Fußball und der kleinste Flughafen Nordrhein-Westfalens – eigentlich ist Paderborn nicht gerade bekannt dafür, Quelle weltverändernder Innovationen zu sein.

Hier ist einiges an Aufklärungsarbeit nötig.

Im 11. Jahrhundert verfasste Reinher von Paderborn als Lehrer an der Domschule den Computus Emendatus, ein, wenn man so will, Frühwerk der Computerwissenschaften.

Im Jahr 2002 gelang dem rumänischen Mathematiker Preda Mihaliescu während seiner Tätigkeit als Forscher an der Universität Paderborn der Beweis der Catalanschen Vermutung, womit er für weltweites Aufsehen sorgte.

Die Autorin scheint nicht zu wissen oder zu vergessen, dass Paderborn Ausgangspunkt einer Innovation in der IT war, die von der ehemaligen Nixdorf Computer AG initiiert wurde. Und zwar gelang es dem Unternehmen unter seinem Gründer, dem Computerpionier und Paradebeispiel des innovativen, Schumpeterschen Unternehmers, Heinz Nixdorf, die dezentrale Datenverarbeitung oder auch mittlere Datentechnik am Markt durchzusetzen. Ein weiterer Meilenstein war der Einstieg Nixdorfs in den Bau von Telefonanlagen.

1981 kam dann mit dem DVS 8818 ein digitales Telefonvermittlungssystem auf den Markt. Es gestattete die Vermittlung von Sprach- und Datenleitungen und erfüllte die neue ISDN-Norm (Quelle: Die Produkte der Nixdorf Computer AG)

Darüber hinaus war das Unternehmen einer der Vorreiter der Btx-Technologie. Eine weitere Innovation war das Warenwirtschaftssystem COMET.

Unter anderem mit dem COMET-Software-Paket entwickelte Nixdorf sich auch zu einem der größten Softwarehäuser Deutschlands. COMET-Komponenten mit Anpassungen an über 180 Branchen wurden mehr als 100.000 mal verkauft (Quelle: Die Produkte der Nixdorf Computer AG)

Das RailCab – Neue Bahntechnik Paderborn hatte sich zum Ziel gesetzt, den Bahnverkehr zu revolutionieren. Daneben arbeien an der Uni Paderborn im Software Innovation Campus, in der garage33 sowie im Technologiepark Jung-Unternehmer und Forscher an Ideen, Produkten und Dienstleistungen für die Zukunft.

Und da wäre noch it’s OWL, der Spitzencluster für die Industrie 4.0.

Mit innovativen Produkten rund um das Thema Smart Card machte Orga Card auf sich aufmerksam.

Im Jahr 2014 wurde Comprion mit der besten Innovation in der Kategorie  „Manufacturing and Test“ at CARTES 2014 ausgezeichnet.

Das war noch nicht alles, wie das Beispiel Peter Bronnenberg zeigt.

Ganz generell stellt sich die Frage, was billiges Bier, mittelmäßiger Fussball und der kleinste Flughafen Nordrhein-Westfalens mit Innovation zu tun haben? Das wirkt sehr konstruiert und nicht sonderlich originell, geschweige denn innovativ 😉

Übrigens: Der kleinste (Regional-)Flughafen in NRW ist nicht Paderborn/Lippstadt, sondern Siegerland.

Insofern würde man sich wünschen, dass auch eher mittelmäßig begabte Journalisten, die auf Billigpublikationen ihre Beiträge veröffentlichen, etwas mehr Zeit in die Recherche investieren.

 

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Neues aus der westfälischen Startup-Szene #10

Von Ralf Keuper

Es hat sich in den letzten Wochen erneut einiges getan in der westfälischen Startup-Szene.

Die Seite deutsche-startups.de hat mit Startup Lotse Ruhrgebiet eine Übersicht des Startup Ökosystems im Ruhrgebiet erstellt, mit Hinweisen zu Netzwerktreffen, Events, Business Angels, Acceleratoren / Inkubatoren, Förderprogrammen etc. .

Der Kölner Stadt-Anzeiger widmete sich in Eine „Garage“ für Start-ups in Ostwestfalen der Garage33 in Paderborn. Die Garage33 war auch Gegenstand eines Filmbeitrags der WDR Lokalzeit Bielefeld.

Wie dynamisch sich die Startup-Szene in Münster entwickelt, geht aus dem Beitrag Startups in Münster. Regionale Gründer-Szene nimmt Fahrt auf hervor.

Westfalens Startup-Hochburg ist jedoch Dortmund. Nicht zu unterschätzen ist übrigens Witten mit seinem Entrepreneurship Zentrum Witten.

Dr. Oetker testet in Bielefeld seinen Kuchenlieferdienst. Verantwortlich dafür ist die Digitaltochter Kuchenfreunde.

Während seiner Besuchstour durch Ostwestfalen-Lippe lobte Landeswirtschaftsminister Andreas Pinkwart die Region OWL für ihre zahlreichen Startup- und Gründungsinitiativen, wie die Founders Foundation und die bereits erwähnte garage33 (Vgl. dazu:„OWL ist beispielhaft für ganz NRW“). Das erfreut um so mehr, als dass der Minister in seinen ersten Interviews den Eindruck erweckte, als sei das Rheinland die bevorzugte Region in Sachen Digitalisierung und Startups. Ein Punkt, der auf diesem Blog in Neue Landesregierung – dieselbe Blickverengung thematisiert wurde.

Erwähnenswert ist noch der WDR-Beitrag Von Machern und Tüftlern: Start-ups in NRW. 

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Innovation Campus Lemgo – Leuchtturm für die Technologieregion Ostwestfalen-Lippe

Von Ralf Keuper

In der alten Hansestadt Lemgo soll in den nächsten Jahren ein Innovation Campus entstehen, mit einer Strahlkraft, die deutlich über die Region Ostwestfalen-Lippe hinaus reicht.

Auf der Homepage steht:

Die aufstrebende Technologieregion Ostwestfalen-Lippe (OWL) will sich sowohl national als auch international im Bereich der Spitzentechnologien profilieren. Dauerhafte Arbeitsplätze entstehen dort, wo Wissen und Technologie effizient und schnell in vermarktbare Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden können.

Daher vernetzt der Innovation Campus Lemgo vorhandene und neue Akteure durchgängig entlang der Innovationskette »Bildung-Forschung-Wirtschaft» und schafft so ein Ökosystem für Innovationen im Bereich der digitalen Wirtschaft.

Im vergangenen Jahr wurden die ersten Baupläne für den neuen Campus der Hochschule Lemgo vorgestellt.

Wichtig ist den Initiatoren, dass der Campus kein isolierter Teil der Stadt Lemgo wird, sondern sowohl Studierende wie auch Quartiersbewohner zusammenführen soll. Im Februar diesen Jahres wurden die Pläne konkretisiert, wie u.a. in Das Konzept für Innovation Campus steht fest berichtet wurde.

Die Ambitionen sind groß: Das Silicon Valley könnte durch den Innovation Campus Konkurrenz bekommen 😉

Damit wollen Lemgo und OWL bei der nächsten industriellen Revolution, die häufig verkürzt als Industrie 4.0 bezeichnet wird, ganz vorne mitspielen. Die Voraussetzungen dafür sind günstig, ist die Region Ostwestfalen-Lippe doch als „Klemmen-Valley“ weltweit führend in der elektrischen Verbindungstechnik. Ausdruck desssen ist auch der Spitzencluster IT’s OWL.

Dass Ostwestfalen-Lippe eine Technologieregion von internationalem Rang ist, hat man inzwischen auch in Düsseldorf zur Kenntnis genommen. Erst gestern weilte die Landesministerin für Kommunales, Bauen, Heimat und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, in Lemgo, um sich über den Innovation Campus zu informieren. Einige Tage zuvor stattete der neue-alte Landeswirtschaftsminister, Andreas Pinkwart, der Smart Factory in Lemgo einen Besuch ab.

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August Krönig – Pionier der Thermodynamik

Von Ralf Keuper

Mit seinem Aufsatz Grundzüge einer Theorie der Gase verfasste August Krönig, der im Jahr 1822 in Schildesche, heute Stadtteil von Bielefeld, geboren wurde, eines der einflussreichsten Werke der Thermodynamik. Im Jahr 1856 entwickelte Krönig eine kinetische Theorie der Gase, weshalb er neben Rudolf Clausius, James Clark Maxwell und Ludwig Boltzmann als einer Pioniere der statistischen Mechanik und Thermodynamik gilt (Wikipedia).

In der Enzyklopädie Homopedia heisst es:

In any event, Kronig’s paper spurred German physicist Rudolf Clausius into the writing of his 1857 famous paper “On the Kind of Motion which we call Heat”, which launched the kinetic theory of gases and statistical mechanics.

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Barre – Älteste Pilsbrauerei Norddeutschlands

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Blockchain für Westfalen

Von Ralf Keuper 

Dass die Blockchain-Technologie großes Potenzial hat, war auf diesem Blog erst kürzlich in Zu Besuch beim #OWL Meetup Blockchain im Denkwerk (Herford) ein Thema. Jedoch eignet sich die Blockchain nicht für jeden Anwendungsfall (Vgl. dazu: Blockchain vs. relational database: Which is right for your application?).

Wo könnte die Blockchain in Westfalen sinnvoll eingesetzt werden?

Energie: WestfalenStrom 

Hier lohnt sich der Blick in das Rheinland. Dort ging bereits das Pilotprojekt RheinlandStrom an den Start (Vgl. dazu: Blockchain im Energiesektor – Pilotprojekt RheinlandStrom).

Zur Zielsetzung:

RheinlandStrom ist eine Plattform zur regionalen Vermarktung von Grünstrom

Mit dem Projekt soll der politische Wille nach einer Stärkung der Region Rheinland unterstützt werden.

Teilnehmer, Akteure sind:

  • Anlagenbetreiber, die einen Zusatzverdienst realisieren können.
  • Verbraucher, die ihren Stromverbrauch regionalisieren

In dem Vortrag Blockchain im Energiesektor Wegbereiter für eine echte dezentrale Energiewelt wird als weiteres Beispiel u.a. das Brooklyn Microgrid Projekt vorgestellt bzw. erwähnt.

Insofern wäre es eine Überlegung wert, für Westfalen das Pilotprojekt WestfalenStrom in Angriff zu nehmen. Die Windenergie könnte hier ein Vorreiterrolle übernehmen.

Eines sollte man allerdings beim Einsatz der Blockchain im Energiesektor beachten: Die Blockchain ist ein Energiefresser. Wir haben es hier also mit einer leicht paradoxen Situation zu tun.

Industrie 

Westfalen ist eine der am meisten industrialisierten Regionen Deutschlands. Südwestfalen gilt als drittgrößte Industrieregion Deutschland, Ostwestfalen-Lippe ist nach Stuttgart Hochburg des Maschinenbaus und auch sonst, man denke an die Elektrische Verbindungstechnik und den Spitzencluster it’s owl, führend im Bereich Industrie 4.0. Auch das Münsterland verfügt über einen hohen Anteil produzierenden Gewerbes.

In Darum sollten sich Industrieunternehmen mit Blockchain beschäftigen benennen Wolfgang Pilz und Thomas Rose vom Fraunhofer FIT möglich Einsatzszenarien der Blockchain in der Industrie.

Die Blockchain-Technologie bietet der Industrie eine Plattform, in der man Daten, Werte oder Eigenschaften von Dingen irreversibel in einem Netzwerk abspeichern kann. Registriert werden können zum Beispiel Produktionsdaten oder wichtige Messwerte, aber auch Verträge oder Abkommen, auf die man sich geeinigt hat. So schafft man innerhalb eines Produktions- oder Supply-Chain-Netzwerks eine für alle Teilnehmer vertrauenswürdige Plattform. Mit der Blockchain lässt sich somit Vertrauen schaffen zwischen Partnern, die sich noch nicht aus bestehenden Prozessen kennen.

Diese Idee aufgenommen hat, so weit ich das beurteilen kann, das Projekt Smart Objects und Smart Finance Ansätze (SOFiA), das unter der wissenschaftlichen Leitung des Fraunhofer Instituts für Materialfluss und Logistik in Dortmund und unter Beteiligung von Claas und Diebold Nixdorf betrieben wird.

Verwaltung und Kommunen

Wie aus dem Vortrag Blockchain – Ausblick auf Bedeutung und weitere Anwendungsmöglichkeiten hervorgeht, könnten die Kommunen auf Basis einer Private Blockchain die Elektronische Beglaubigung durchführen. Vorstellbar wäre auch, dass die Kommunen zu einem Treuhänder der Digitalen Identitäten der Bürger avancieren; quasi eine Westfalen-ID, analog zur e-Residency in Estland. Ohnehin bestehen ja enge historische Verbindungen zwischen dem Baltikum und Westfalen.

Smart City 

Von großer Bedeutung ist die Verwendung der Blockchain-Technologie im Zusammenhang mit der Smart City. Dabei stellt sich die Frage nach dem Eigentum an den Daten, die von öffentlichen Betrieben und den Verwaltungen erzeugt werden. Wie macht man die Daten handelbar, wie lassen sich die Daten so aufbereiten, dass sich von anderen für ihre Zweck und nach Möglichkeit zum Wohle aller verwendet werden können? Wie kann eine Kommune, wie kann ein Nutzer ihre bzw. seine Datensouveränität behaupten; inwieweit kann eine Kommune oder ein öffentlicher Dienstleister dabei unterstützend wirken? Vorstellbar wäre ein Verbraucherzentriertes Datenportal, wie es der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen empfiehlt.

Darüber hinaus gibt es sicherlich noch weitere Einsatzszenarien.

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