Die Geschichte der Schiffswerft Friedrich Rasche und der Arminiuswerft

Von Ralf Keuper

In der Regel sind Schiffswerften an den Küsten angesiedelt. Zu den Ausnahmen zählt die Meyer-Werft in Papenburg. Bei Binnenschiffen sind Werften im Inland dagegen nicht ungewöhnlich, wie im Fall der Schiffswerft Friedrich Rasche in Vlotho, die dort bis zum Jahr 1987 Schiffe baute.

Im Jahr 1987 waren noch 55 Binnenwerften in Deutschland aktiv. Unübersehbar war jedoch zu dem Zeitpunkt, dass die große Zeit der Binnenwerften vorüber war. Von 1973 bis 1987 nahm die Zahl der Binnenwerften von 75 auf 55 ab (Vgl. dazu: Warten auf die letzte Welle).

Neben der Friedrich Rasche KG war auch die Arminius-Werft in Bodenwerder bei Höxter von der Schließung bedroht. Etwa ein Jahr nach der Werft Friedrich Rasche war auch für die Arminius-Werft Schluss. Alle Versuche in den Jahren danach, die Arminius-Werft bzw. den Schiffbau in Bodenwerder wiederzubeleben, schlug fehl. Im Jahr 2000 war endgültig Feierabend.

Im vergangenen Jahr stellte Holger Könemann seinen Bildband Die Motorschiffe der Schiffswerft Friedrich Rasche vor. Der Band wurde u.a. im Binnenschifferforum und im Westfalen-Blatt lobend erwähnt und vorgestellt (Vgl. dazu: Die Geschichte einer Werft).

Ein wichtiges Stück Wirtschafts- und Regionalgeschichte.

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Die Römerbaustelle “Aliso” im LWL-Römermuseum in Haltern am See

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Westfälische Kaffeeröstereien: Teil1: Münster und das Münsterland

Von Ralf Keuper

Kaffee ist weitaus mehr als nur ein Genussmittel. Es ist auch ein Kulturgut mit großer Geschichte (Vgl. dazu: Kaffee – Kulturgeschichte einer Bohne). Legendär ist die Kaffeehauskultur in Wien.

In Westfalen sind Münster und das umgebende Münsterland für ihre Cafés bekannt – genannt seien nur das Café Schucan an Münsters Prinzipalmarkt (Vgl. dazu: Café Schucan in Münster – eine Legende) sowie der Münsteraner Ortsteil Handorf, der den Beinamen “Dorf der großen Kaffeekannen” trug (Vgl. dazu:“Im Land der großen Kaffeekannen” von Kerstin Ullrich). Überregional bekannt war VOX-Kaffee (Vgl. dazu: Geschichte von VOX-Kaffee aus Münster). Die Kaffeehauskultur in Münster hat in den letzten Jahren arg gelitten (Vgl. dazu: Exodus der Gastronomie in Münster-Handorf). Traditionshäuser wie Kleimann und zuletzt Grotemeyer schlossen ihre Türen. Besonders stark hat es Handorf getroffen. Auf der anderen Seite jedoch sind in den letzten fünfzehn Jahren zahlreiche neue Kaffeeröstereien entstanden, die in gewisser Weise die Tradition fortführen. Andere Röstereien sind bereits seit Jahrzehnten, Imping sogar schon mehr als 100 Jahre im Geschäft.

Hier nun eine Auswahl in alphabetischer Reihenfolge:

Black & Yum

Die Bohne

Genusskaffee Volker Dutz

Herr Hase

Imping Kaffee

Kaffee Küper

Lenis Coffee Family

Mocca-Haus

Niehoffs Kaffeerösterei

roestbar

roestkultur

Schröer Privatrösterei

Vollmer Privatrösterei

Der Lebensmitteldiscounter Lidl beabsichtigt, in Rheine eine eigene Kaffeeproduktion aufzubauen (Vgl. dazu: Lidl-Mutter röstet Kaffee künftig selbst).

Eine besondere Spezialität aus dem Jahr 1766 ist der Münsterländer Kaffee-Likör.

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Die Prinzenstory – Im Herzen von Lippe: Die Hansestadt Lemgo

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Logo-GAU der Universität Bielefeld

Von Ralf Keuper

Die Universität Bielefeld trägt seit einiger Zeit den Titel “Hässlichste Universität Deutschlands“. Als hätte sie diesen Rang festigen wollen, beschloss die Führung der Uni Bielefeld, der Hochschule ein neues Corporate Design und Logo zu verpassen. Das Logo, das wohl auch von dem Direktorium des Volkseigenen Betriebes (VEB) Autobahnbaukombinat der ehemaligen DDR als zu spröde und einfallslos abgelehnt worden wäre, sorgte bei den Studierenden für leichtes Entsetzen (Vgl. dazu: Spott und Hohn für Uni Bielefeld).

Das schwarze Quadrat mit herausgebrochener Ecke soll laut Uni-Leitung für Klarheit stehen. Überhaupt diene das neue Corporate Design dem Zweck, der Universität Bielefeld eine Persönlichkeit zu geben,

die sowohl den inhaltlichen Anspruch visualisiert als auch die emotionale Ebene anspricht.

Welcher inhaltlicher Anspruch und welche emotionale Ebene durch ein schwarzes Quadrat mit hausgebrochener Ecke visualisiert werden soll, dürfte vielen ein Rätsel bleiben.

Womöglich ist die Uni aber einfach nur ihrer Zeit voraus – so wie das Bauhaus seinerzeit …

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Westfälische Hauptkörung 2018

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Gertrud Korves, eine westfälische Einsiedlerin des 15. Jahrhunderts

Herbert Grundmann hat in einem seiner großen Aufsätze zu den religiösen Bewegungen im Mittelalter als Kernaussage herausgearbeitet, dass „vielen wenn nicht allen das Eremitentum als höchste Form und Stufe des religiösen Lebens“ galt. „Schon deshalb darf es nicht außer acht gelassen werden, wenn man die mittelalterliche Geistesart und Frömmigkeit begreifen will.“ Resignierend muss Grundmann allerdings feststellen: „Einsiedler und Anachoreten in ihrer selbstgewählten Einsamkeit fern der Welt und den Menschen sind schwer aufzufinden – auch von der historischen Forschung.“1 Im gleichen Jahr 1963, als Grundmanns Aufsatz zum ersten Mal erschien, hat Albert K. Hömberg versucht, einen Überblick über die Klausen im spätmittelalterlichen Westfalen zu geben.2 Wer die Ausführungen Hömbergs liest, erfährt viel Neues über die Einsiedeleien, ihre Einbindung in das Verkehrsnetz sowie über die Aufgaben, die Klausner im sozialen Leben von Stadt und Land wahrnehmen konnten. Was fehlt, sind Porträts einzelner Einsiedler und Einsiedlerinnen. Dieses Defizit ist allerdings nicht Hömberg anzulasten, sondern der historischen Quellenüberlieferung geschuldet, denn von in der Einsamkeit lebenden religiösen Heroen ist in spätmittelalterlichen Zeugnissen aus Westfalen nur selten die Rede. Der folgende kurze Beitrag zu der „klusenerschen“ Gertrud Korves ist ein Versuch, trotz dieses Mangels das Bild einer Einsiedlerin zu zeichnen. Einige Texte aus der reichen Quellenüberlieferung des Augustinerchorherrenklosters Böddeken, etwa 15 km südlich von Paderborn gelegen, eines der großen Reformzentren in der westfälischen Klosterlandschaft des 15. Jahrhunderts, bieten die Möglichkeit dazu. …

Quelle / Link: Gertrud Korves, eine westfälische Einsiedlerin des 15. Jahrhunderts

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Erinnerungen an das Café Schucan

Von Ralf Keuper

Im Jahr 1989 schloss das legendäre Café Schucan an Münsters Prinzipalmarkt seine Tore. In einem Gespräch mit Münster Urban schildern die ehemaligen Mitarbeiter Monika Rappers (Serviererin) und Horst Preisinger (Geschäftsführer) ihre Erinnerungen.

Auszug:

  • Auch 30 Jahre nach der Schließung vermissen die Münsteraner das Café Schucan. Wie erklären Sie sich das?

Horst Preisinger: Schucan war eine einmalige Einrichtung. Wir hatten eine große Stammkundschaft und aufmerksames, freundliches Bedienungspersonal. Man kannte sich, fühlte sich wie in alten Wiener Cafés. Beliebt war Schucan natürlich auch wegen der hochwertigen Waren. ..

  • Was zeichnete den Service aus? 

Monika Rappers: Bei Schucan waren wir noch vom Fach und konnten dem Gast sagen, wie etwas zubereitet wurde. Heute bedienen in den Cafés ja meistens Aushilfen. Damals bekam jeder seinen Kaffee auf einem Tablett mit Spitzendeckchen. Kuchenteller brachten wir einzeln, nicht auf einem Riesentablett. ..

  • Inhaber des Unternehmens war Jakob Otto Schucan, der Café und Konditorei von seinem Vater geerbt hatte. Was lernten Sie von ihm?

Horst Preisinger: Herr Schucan hat uns vermittelt, stets aufmerksam zu sein. Seine Perfektion war erstaunlich. Ab und zu legte er in der Backstube selbst Hand an. Er bückte sich, wenn etwas am Boden lag. Solche Kleinigkeiten haben sich auf uns übertragen. Im Service galt: Der Gast ist König. …

  • War Herr Schucan ein strenger Mensch?

Monika Rappers: .. Abends gingen wir Angestellten bei Stuhlmacher ein Bier trinken. Einer sprang für den anderen ein, wenn jemand mal keinen Frühdienst machen konnte oder einen Termin hatte. Deswegen schwärmen wir so von der Gemeinschaft. Ich war 40 Jahre lang in der Gastronomie tätig. Schucan war die schönste Zeit. Würde das Café heute öffnen, wäre ich die Erste, die wieder anfangen würde. Es ist wie gestern. Und ich kenne noch einige andere, die mit mir mitziehen würden.

Quelle: Schönste Zeit, Münster Urban #12

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Der Weg des Wassers – Wassergewinnung bei den Wasserwerken Westfalen

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Der Unternehmer Nikolaus Dürkopp

Nikolaus Dürkopp, geboren im Februar 1842, gestorben im Juni 1918, stammte aus Herford. 1856 – als 14-Jähriger – ging er nach Detmold, um eine Feinmechanikerlehre zu beginnen. Nach seiner Abschlussprüfung erweiterte er seine Kenntnisse in Berlin, Hamburg und Bremen. 1860 kam er nach Bielefeld und arbeitete beim Uhrmacher und Feinmechaniker August Böckelmann am Alten Markt. Eines Tages wurde hier – gegen einen Silbergroschen Eintrittsgeld – in einer Bretterbude eine Nähmaschine aus Amerika ausgestellt. Das inspirierte Dürkopp ungemein: Er baute selbst eine Nähmaschine und verkaufte sie ein Jahr später für 80 Taler. Am 22. Oktober 1867 – also diesen Sonntag vor 150 Jahren – konnte er dann seine eigene Werkstatt am Alten Markt eröffnen. Er hatte zwei Gehilfen. Zur Ausstattung gehörten eine Drehbank, eine Bohrmaschine und ein paar Schraubstöcke. Sein Partner war der Kaufmann Karl Schmidt, so dass die Firma den Namen “Dürkopp & Schmidt” führte. Zunächst fanden Reparaturen von Nähmaschinen und die Fertigung von Spezialmaschinen für Industrie und Handwerk statt. 1877 nahm Dürkopp die Produktion von Haushaltsnähmaschinen in großem Umfang auf. 250 Arbeiter gehörten da zum Unternehmen. …

Quelle / Link: Weltunternehmen aus Bielefeld: Nikolaus Dürkopp hatte seine erste Werkstatt am Alten Markt. Von Nähmaschinen über den Motorroller “Diana” bis hin zu Flugzeugen reichte die Produkt-Palette. Zeitweise gab es gut 6.000 Beschäftigte

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