Familie Pontanus und ihr Druckwerk: Neuigkeiten zur ersten Paderborner Offizin

Die Biografie der Buchdruckerfamilie Pontanus in Paderborn und die Analyse ihres Druckwerks schienen abgeschlossen zu sein, als weitere Drucke durch Hinweise von Bibliotheken bekannt wurden. Von den bis zum Jahr 2004 nachweisbaren 99 Drucken des Matthaeus Pontanus (ca. 1565-1622), des Begründers des Buchdrucks in Paderborn, waren 67 im Original oder als Kopie bzw. Teilkopie erhalten. Inzwischen konnten zwei weitere Drucke, bisher nur literarisch nachweisbar, im Original ausfindig gemacht werden, so dass sich die Zahl der erhaltenen Drucke auf 69 erhöht und damit 70 % des Gesamtwerks eins eh- und bearbeitbar sind. Das gesamte bekannte Druckwerk der Familie Pontanus belief sich bis 2004 auf 116 Titel. In der Zwischenzeit sind zwölf Titel dazugekommen, so dass insgesamt 128 Drucke verzeichnet werden können. Die Zahl der Drucke des Matthaeus Pontanus erhöht sich von 99 um neun auf 108, des Heidenreich Pontanus, des Sohns von Matthaeus Pontanus, von 13 um zwei auf 15 und der Witwe des Heidenreich Pontanus von vier um einen auf fünf. Die jeweiligen prozentualen Anteile der drei Familienmitglieder am gesamten Druckwerk der Familie Pontanus bleiben unverändert: Matthaeus Pontanus mit 85 % aus 27 Jahren Druckertätigkeit, Heidenreich Pontanus mit 11 % und die Witwe des Heidenreich Pontanus mit 4 %. …

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Die Bedeutung des Klosters Grafschaft für die westfälische Plastik des 17. und 18. Jahrhunderts

Für die Ausbreitung des Barockgedankens in Westfalen scheint auf einem begrenzt umrissenen Bezirk besonders das im Kreise Meschede gelegene Kloster Grafschaft von Bedeutung gewesen zu sein als geistiger Ausgangspunkt eines Stilgefühls, das in seiner reinsten Form einen durchaus individuellen Charakter zeigt. Das Kloster versah die ihm inkorporierten Kirchen mit plastischen Schmuck, der entweder unter Leitung von Laienbrüdern an dem jeweiligen Orte durch einen dort ansässigen Künstler angefertigt wurde, wie dies z.B. in Eversberg geschehen ist, oder die Altäre wurden mit ihrer Skulptur im Kloster hergestellt und dann in die auszustattenden Kirchen gebracht. Wir haben daher nicht nur die im Kloster angefertigten Plastiken zu betrachten, sondern müssen uns auch mit manchem Werke anderer Künstler beschäftigen zum Vergleich, in wieweit diese mit der vom Kloster angestrebten Richtung übereinstimmen.

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Die Zerstörung der Talsperren (1955)

Weitere Informationen:

Die Zerstörung der Möhnetalsperre (“The Dam Busters”)

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Naturbausteine historischer Bauwerke des Münsterlandes und seiner angrenzenden Gebiete

Historische Bauwerke und Denkmale aus Naturbausteinen sind ein wesentlicher Teil unseres kulturellen Erbes. Verfügbarkeit und Eigenschaften der Naturbausteine hatten einen unmittelbaren Einfluss auf die architektonische und künstlerische Gestaltung von Bauwerken. Naturbausteine historischer Gebäude prägen noch heute Stadtbilder und Landschaftsteile des Münsterlandes und seiner angrenzenden Gebiete. Mit dem Beginn der Christianisierung im 9. Jahrhundert setzte sich hier zuerst für Kirchen und Klöster und wenig später für profane Herrschaftsbauten immer mehr der Bau aus Bruch- und Naturwerksteinen durch (LOBBEDEY 1999: 498). Damit begann im Münsterland und seinen Nachbargebieten eine bis in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts reichende Epoche, in der Natursteine als Werk- oder Bruchsteine zu den bevorzugten Baumaterialien kirchlicher, herrschaftlicher und auch bürgerlicher Bauten gehörten. Ziegelsteine wurden im Münsterland erst ab Ende des 15. Jahrhundert für sakrale und profane Bauten gebrannt und oft in Kombination mit Quadern aus Unterkreidesandsteinen oder Baumberger Sandstein als Zierelemente vermauert (BEYER 1975: 62). Die Ausnahmen sind zwei romanischen Bauten im östlichen Münsterland, die ehemalige Zisterzienserkirche St. Maria in Marienfeld und die Ostwand des Kapellenturms von Schloss Rheda.

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Osning-Sandstein und Gault-Sandstein (Unterkreide) aus dem Teutoburger Wald und dem Eggegebirge und ihre Verwendung als Naturbausteine

Das vorliegende Heft befasst sich mit zwei markanten Schichteinheiten aus der Unterkreide des Teutoburger Waldes und des südlich anschließenden Eggegebirges, dem hellen bis gelblichbraunen Osning-Sandstein und dem rotbraunen bis grauvioletten Gault-Sandstein. Der Osning-Sandstein prägt mit seinen langgestreckten Höhenrücken die Landschaft des Teutoburger Waldes. Er bildet den Unterbau der Grotenburg bei Detmold, auf dem das Hermannsdenkmal steht, und baut im Eggegebirge die Kuppe des Preußisch Velmerstot mit dem nördlich vorgelagerten Plateau des Lippischen Velmerstot auf (Abb. 1). Der Gault-Sandstein bildet keine großen Höhen, ist aber auf dem flach geneigten Westhang des südlichen Eggegebirges weit verbreitet.

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Neues aus der westfälischen Startup-Szene #14

Von Ralf Keuper

Anbei eine Aufstellung von Beiträgen und Meldungen der letzten Monate, in denen über westfälische Startups und die hiesige Startupszene berichtet wird.

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Westfalen News #54

Von Ralf Keuper

Nachfolgend eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

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Peter Hille

Nur durch Freiheit des Geistes und Ungebundenheit im Leben konnte sich Hilles Vision einer freien Künstlerpersönlichkeit bilden. Beides war gegen die Regularien der Zeit und Gesellschaft. Auch alle einseitigen Einordnungen und Vereinnahmungen entzieht sich Hille hartnäckig: Hille ist kein typischer westfälischer Dichter (wenn auch durch ein Herkommen erkennbar geprägt), er ist weder ausschließlich frommer Mystiker (obwohl er in seinen Werken die Traditionen der Mystik und ihre Themen aufgreift), noch naiver Naturdichter, versponnener Schönheitsapostel oder antibürgerlicher Gesellschaftskritiker – Peter Hille ist von all dem etwas, denn er ist wie ein Prisma, in dem sich die Welt bricht; und aus dieser Begegnung von Welt und Ich entsteht im Medium der Sprache eine ganz individuelle Sage-Weise des Realen. Hille ging es um diesen unerschöpflichen Reichtum des Erfahrbaren: der unbelebten wie der belebten Natur, der sozialen wie der moralischen Konstitution des Menschen, den er poetisch aussagbar machen wolle. Viele kaum entzifferbare Palimpseste: wieder und wieder, kreuz und quer beschriebene Blätter, geben beredtes Zeugnis von der manischen “Aufschreibwut”, die Peter Hille offensichtlich plagte. Durch Sprache das Er-Leben bannen und dabei nichts, rein gar nichts zu vergessen – das war seine Obsession.

Diese besondere Form des Individualismus, die zunächst auf die Selbsterkenntnis und freie Selbstbestimmung des Subjekts setzt, dann aber auch die moralische Verantwortung des Einzelnen gegenüber Mitmenschen und Natur nachdrücklich vertritt, setzt das Erbe der Aufklärung fort: Hille betont den Reichtum und das Recht des Individuellen gegen jeden Kollektivismus, er spürt und proklamiert, dass das Glück nur in jedem einzelnen Menschen liegt und durch Selbstanstrengung entfaltet werden kann und muss, gegen alle vereinnahmenden Ideologien und Systeme als “Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit” (Immanuel Kant).

Quelle: “Aus allen Taschen muss es fallen …”. Ein Peter Hille-Lesebuch

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Münster. Der Film

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Münsterländer Kreidebecken: Das größte zusammenhängende Urwasserreservoir Europas

Das Münsterländer Kreidebecken insgesamt ist das größte zusammenhängende Urwasserreservoir Europas. Wie gut zu wissen, dass wir kaum verdursten müssen, sollte uns die Wärme der Sahara näher kommen, wie einige Wissenschaftler es prophezeien

Quelle / Link: Unter der Erde des Münsterlandes. Die verborgenen Schätze unserer Heimat

Das Münsterländer Kreidebecken ist das größte zusammenhängende Sedimentbecken Deutschlands. Die Ablagerungen werden dominiert von den Schichten der Oberkreide. Hierin nehmen die Tonmergel der Emscher-Formation eine besondere Bedeutung ein. Diese dichten den oberen Grundwasserleiter des Campan und des Quartär gegen den unteren Grundwasserleiter des Oberkarbon und Cenoman/Turon ab. Aufgrund ihrer abdichtenden Eigenschaften schirmt die Emscher-Formation die unter der Kreide liegende Steinkohlenlagerstätte im Oberkarbon ab und reduziert die Menge der zu fördernden Grubenwässer und die damit verbundenen Kosten der Wasserhebung.

Quelle / Link: Hydrogeologische und gesteinsphysikalische Eigenschaften der Emscher-Formation im Hinblick auf den Steinkohlenbergbau des Ruhrgebietes

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