Miele lässt nach

Von Ralf Keuper

Bei Umfragen, was die Vertrauenswürdigkeit und Beliebtheit von Marken betrifft, belegt Miele regelmäßig die vorderen Plätze – meistens sogar Platz 1.

Trotzdem deuten einige Anzeichen darauf hin, dass Miele nachlässt. Auf verschiedenen Seiten im Internet wird schon seit Jahren die Frage diskutiert, ob Miele und seine Produkte tatsächlich noch so gut sind, wie angenommen.

Hierbei halten sich nach meinem Eindruck die Positionen die Waage.

Auf der Seite Trustpilot ist die Lage dagegen deutlich anders. Hier überwiegen die negativen Beurteilungen bei weitem. Darin wird vor allem das Preis-Leistungsverhältnis kritisiert. Immer häufiger stellen sich die Kunden die Frage, ob der Preis  für die Miele-Geräte überhaupt noch gerechtfertigt ist, und ob die deutlich günstigeren Produkte der Mitbewerber inzwischen nicht ein ähnliches Qualitätsniveau erreicht haben. Miele selber nimmt auf der Seite regelmäßig Stellung zu den meisten negativen Bewertungen. Mittlerweile kommt Miele aufgrund der Zahl der Fälle mit der Beantwortung kaum noch nach.

Ein ähnlich schlechtes Bild liefert die Bewertung von Miele auf dem Arbeitgeber-Bewertungsportal kununu. Vor allem die Mitarbeiter des Kundendienstes scheinen unzufrieden mit der derzeitigen Arbeitssituation zu sein.

Sicherlich – das ist kein vollständiges, repräsentatives Bild. Mit Blick auf die Erfahrungen aus meinem Bekannten- und Freundeskreis, wo die Resonanz ähnlich ist, scheinen das nicht mehr nur Einzelmeinungen zu sein. Für eine Marke wie Miele eine Situation, die zu Sorge Anlass geben sollte. Es gibt für Marken, auch für Miele, keine Erfolgs- und Bestandsgarantie.

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Vom Dorfbier zur Weltmarke – die Cramers aus Warstein

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Westfälische Internetknoten

Von Ralf Keuper

Das Internet hat die alten Handelsrouten in vielen Bereichen ersetzt. Eine Schlüsselstellung nehmen dabei die Internetknoten ein.

Internet-Knoten sind die Netzknoten oder Netzwerkelemente des Internets, sie dienen als Austauschpunkte für den Datenverkehr des Internets. An einem Internet-Knoten sind mehrere Internetdienstanbieter (oft mehrere hundert) so zusammengeschlossen, dass sie (zumeist kostenneutral) Datenverkehr zwischen ihren jeweiligen Netzen austauschen können. So können zum Beispiel Kunden eines Kabelnetzbetreibers besonders schnell Inhalte eines Inhalteverteilers abrufen (Wikipedia).

Der weltweit größte, DE CIX, befindet sich übrigens in Frankfurt.

In Westfalen sind zwei Internetknoten angesiedelt:

Die ersten Domains in Deutschland wurden neben Karlsruhe in Dortmund und Paderborn eingetragen (Vgl. dazu: Dortmund, Paderborn, Karlsruhe – das waren die ersten deutschen Domains, die am 5. November 1986 nach der großen Namensreform im “Internet” adressiert werden konnten. Happy Birthday, deutsches Internet.)

Weitere Informationen:

Zum Thema. NDIX

Deutsch-niederländische Breitbandplattform NDIX expandiert über Frankfurt

Wo das deutsche Internet wohnt

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Bielefeld-Gesetz

Das „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld (Bielefeld-Gesetz)“, das am 28. September 1972 vom nordrhein-westfälischen Landtag beschlossen wurde, beinhaltet die Gebietsreform für einen Großteil des nördlichen und mittleren Regierungsbezirks Detmold auf Ebene der Gemeinden und Kreise. Aus dem Regierungsbezirk Münster kam die neue Stadt Harsewinkel zum Regierungsbezirk Detmold. Das Gesetz trat am 1. Januar 1973 in Kraft (Wikipedia).

Weitere Informationen:

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Westfalen wird erleuchtet. Der Aufbau der Elektrizitätswirtschaft bis zum Zweiten Weltkrieg

… Die erste Konzession für ein öffentliches Elektrizitatswerk in Deutschland erteilte im Jahre 1884 die Stadt Berlin der von Emil Rathenau gegründeten Städtische Electricitätswerke AG zu Berlin für die elektrische Beleuchtung der Innenstadt. Ein Jahr später gab es als erstes öffentliches Elektriziätswerk des Deutschen Reiches Strom ab. Ihm folgten gegen Ende der 1880er-Jahre Elberfeld, Barmen, Lübeck und Darmstadt.

Westfalens erstes öffentliches Elektrizitätswerk wurde im Jahre 1890 in der Kleinstadt Gevelsberg bei Hagen errichtet. Ausschlaggebend hierfür war offenbar, dass vor der Alternative, ein Elektrizitäts- oder Gaswerk zu gründen, die Hagener Accumulatorenfabrik Büsche und Müller die Anlage einer elektrischen Beleuchtungsanlage kostenlos übernehmen wollte. Die Mehrzahl der großen Elektrizitätswerke in Westfalen entstand dagegen erst um die Jahrhundertwende. …

Quelle / Link: Westfalen wird erleuchtet. Der Aufbau der Elektrizitätswirtschaft bis zum Zweiten Weltkrieg

 

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Heidi Klug und Heinz Hoppe – Silvester 1966 im TV

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Die Karriere des Gobelin Person (Chronist des Papsttums)

Neben den Werken Dietrichs von Niem ist der Cosmidromius des Gobelin Person das wichtigste zeitgenössische historiographische Werk des beginnenden 15. Jahrhunderts zur Geschichte Westfalens. Zugleich aber ist Gobelinus auch eine Quelle ersten Ranges für die Geschichte der Päpste seiner Zeit, er ist „Chronist des Papsttums“. Sowohl bei Dietrich als auch bei Gobelin verdankt sich dies nicht zuletzt dem Umstand, dass die beiden Westfalen den Weg aus ihrer Heimat an die Papsthöfe ihrer Zeit nahmen, dort eine Zeit lang als Kuriale lebten und somit Ausschnitte der Zeitgeschichte des Papsttums mitunter selbst erlebten; bei Gobelin sind es besonders die Geschicke des beru ̈ chtigten Papstes Urban VI. (1378–1389).3 In der Tat erweist sich Gobelin in seinem Werk immer wieder als guter Kenner des kurialen Geschäftsganges. Dieser Umstand veranlasst zu der Frage, in welcher Weise Gobelin Person dieses Wissen für seine Karriere und sein Geschichtswerk nutzbar machen konnte. …

Quelle / Link: Die Karriere des Gobelin Person

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Hermann Pepper. Ein westfälischer Waffenhändler in Antwerpen im 16. Jahrhundert

Hermann Pepper gehört bisher nicht zu den bekannteren westfälischen Kaufleuten, obwohl sein Name im 16. Jahrhundert am englischen und schwedischen Hofe mehrfach gefallen sein dürfte. Die Ursachen für das geringe Aufsehen, das seine Person in der Forschung bisher erregt hat, liegen auf der Hand. Pepper agierte die meiste Zeit seines Lebens von Antwerpen aus und ist nicht leicht als ein gebürtiger Westfale zu erkennen. In der vergleichsweise gut aufgearbeiteten Kölner Handelsgeschichte trat Pepper als Kaufmann aus Antwerpen hinter den lokalen Akteuren zurück. …

Die Familie Pepper ist im 15./16. Jahrhundert in drei Städten der Grafschaft Mark, in Iserlohn, Altena und Schwerte, nachzuweisen. Die ältesten Belege stammen aus Iserlohn, weshalb wohl dort die Wurzeln liegen dürften. Zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehörten Hans Pepper und sein Sohn Hermann (Menneken) der Pankratius-Bruderschaft an. 1485 und 1497 findet sich auch Albert Pepper als Mitglied dieser Bruderschaft. Ein weiterer Pepper namens Heinrich tauchte 1448 als Geschädigter der Soester Fehde auf. Zwei Argumente sprechen für einen Bezug der Familie Pepper zum metallverarbeitenden Gewerbe: St. Pankratius war nicht nur Patron der Bruderschaft, sondern auch der Zunft der Panzermacher, und ein Hermann Pepper aus Iserlohn wird in einer Kölner Quelle des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich als Einkäufer von Stahldraht aus Nürnberg erwähnt.

Quelle / Link: Hermann Pepper. Ein westfälischer Waffenhändler in Antwerpen im 16. Jahrhundert

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Dortmund – einfach gut

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Steinhäger – einer der ältesten Branntweine Deutschlands

Von Ralf Keuper

Der Steinhäger ist eine Spirituose, die über Jahrhunderte ausschließlich im Ort Steinhagen, im Kreis Gütersloh gelegen, hergestellt wurde. Um die Ursprünge dieses alkoholischen Getränks ranken sich Mythen und Legenden. So soll ein Schäfer vor 500 Jahren beobachtet haben, dass die Schafe, wenn sie sich unwohl fühlten, vergorene Wachholderbeeren fraßen.

Die Schäfer machten es den Tieren nach und sammelten die Beeren, pressten sie und destillierten daraus den sogenannten Wacholderlutter, ein Heilmittel gegen Leib- und Magenbeschwerden. Später versetzten sie das leicht alkoholische Konzentrat mit Kornalkohol und brannten es noch einmal: Das war die Geburtsstunde des Steinhägers. Der im Gegensatz zum Gin oder Genever doppelt gebrannte Wacholderschnaps wurde bald über Steinhagen hinaus bekannt und startete Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug (in: Doku am Freitag: Dynastien in NRW – Die Schnapsbrenner aus Steinhagen – Familie Schlichte).

Zu Spitzenzeiten, während der 1950er und 1960er Jahre arbeiteten in den 20 Brennereien Steinhagens 3.000 Menschen. Seit den späten 1980er Jahren ging der Absatz der Brennereien, der größte Schlichte und König waren, zurück. Grund dafür ist das Marketing, d.h. man hatte es versäumt, dem Getränk ein passenderes, moderneres, jugendlicheres Image zu verpassen.

Im Jahr 1985 legten Schlichte und König ihre Unternehmen zusammen, wie der Spiegel in Gegen den Trend berichtete.

Der nun eingeleitete Zusammenschluß ist der vorläufige Endpunkt einer lokalen Tradition, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm. Der Überlieferung zufolge wurde der Steinhäger zunächst als Heiltrank gebraut. Denn die Wacholderbeeren, so die damalige volksmedizinische Weisheit, “fördern den Schweiß und die Dauung, stärken den Magen, machen einen lieblichen Atem und sind gut in der Colic, auch gegen Blasen- und Nierensteine”.

Der Abstieg begann laut Spiegel bereits in den 1970er Jahren:

Der Niedergang der einst renommierten Steinhäger hatte daher schon vor den letzten happigen Steuererhöhungen begonnen. Seit 1970 sank der Absatz des mit Wacholderbeeren aus der Toskana doppelt und dreifach gebrannten Steinhägers um deutlich mehr als die Hälfte.

Das fusionierte Unternehmen Schlichte & König wurde 1990 von Berentzen übernommen, die sich jedoch bereits einige Jahre später wieder davon trennten und an Schwarze aus Oelde verkauften (Vgl. dazu: Steinhagen und Wacholderbeeren). Die Produktion wurde komplett nach Oelde verlagert. Das Unternehmen heisst seitdem Schwarze und Schlichte. Das ehemalige Gebäude der Firma Schlichte wurde umgebaut und unter Denkmalschutz gestellt (Vgl. dazu: Blick in die umgebaute Brennerei Schlichte). Es wird als Historisches Museum genutzt. Am Eingang werden die Besucher von einem großen Urkönig-Schnapskrug begrüßt (Vgl. dazu: Pinnchen für 275 Liter Schnaps). Im Jahr 2011 kehrte das Original-Schinkenbild nach Steinhagen zurück (Vgl. dazu: Original Schinkenbild wieder da).

In Der Steinhäger schreibt Josef Bergenthal:

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ sich von den guten Wirkungen des Steinhagener Wacholderbranntweins überzeugen und gab im Jahre 1688 dem Dorfe Steinhagen die Genehmigung “Steinhäger” auch über den eigenen Bedarf hinaus zu brennen. Das wir im Grunde eine gewerbliche Genehmigung, die für Steinhagen dieselbe Bedeutung bekommen sollte, wie für Dortmund die Bierkunde, die den Dortmundern erlaubte, Gruppier zu brauen. Der Steinhäger verbreitete sich mehr und mehr in der Nähe und in der Ferne, und immer ging ihm der Ruf voraus, bekömmlich und für die Gesundheit förderlich zu sein. Als in absolutistischer Zeit der Gedanke auftauchte, den Branntwein ganz zu verbieten, machte sich der berühmte Osnabrücker Staatsmann und Schriftsteller Justus Mörser Gedanken darüber, was an Stelle des Verbotenen treten könnte, und der kam zu der interessanten Überlegung: “Sollte Wacholder, der zu Steinhagen im Ravensbergischen in so vortrefflicher Weise bereitet wird, wovon ein Tropfen mehr als ein Glas Fusel wirkt, die Stelle ersetzen? Das ist – aus diesem Munde – ein hohes Lob für den alten Steinhäger.

Im Ausland, insbesondere im spanisch-sprachigen Raun, genießt der Steinhäger als eine Art Kultgetränk einen gewissen Status.

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