Seltsames schlummerndes Land: Wege in die Heimat der Droste

Münster war und ist nicht nur nur eine wichtige Drehscheibe des Verkehrs; die Stadt war und blieb auch kultureller Mittelpunkt des Münsterlandes. Doch sie verschlang gottlob nicht alle schöpferische Potenz, um alles außerhalb ihrer Befestigung veröden zu lassen. Schon früh wurden in Städten wie Bocholt oder Warendorf, Coesfeld oder Rheine bauliche Akzente gesetzt. In Warendorf, der vom Krieg verschonten Schönen, haben alle Epochen seit dem frühen Mittelalter ihre reinsten Spuren hinterlassen, und in kaum einem anderen Ort des Hinterlandes wird das Erbe der Väter beharrlicher, behutsamer und trefflicher gehegt und gepflegt.

Glanzpunkte und Zentren kühner architektonischer Entwürfe sind im Münsterland sicherlich die Burgen und Schlösser, die Gräftenhöfe und Herrenhäuser. Aber man verachte die vielen großartigen Kirchen und Klöster nicht, allen voran die Stiftskirche St. Bonifatius in Freckenhorst, der fünftürmige romanische “Bauerndom des Münsterlandes” mit seinem nationalen Kunstwerk, dem Taufstein von 1129, der als bedeutsamster seiner Art und Zeit in deutschen Landen gilt. Die Wasserschlösser liegen immer noch verträumt und selbstgewiss innerhalb komplizierter Grabensysteme, die von zahlreichen Bächen und Flüßchen gespeist werden und dem vielfach verzweigten, kompliziert versippten Landadel einst feindabweisende Zuflucht in der Einsamkeit boten.

Quelle: Rainer A. Krewerth, Dieter Rensing: Münster – Schöne Hauptstadt in Westfalen

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