Kontroverse Fragen zur Täuferherrschaft in Münster. Eine Podiumsdiskussion

Der hier abgedruckte Text beruht auf einer Disputation, die Dr. Ernst Laubach und Dr. Ralf Klötzer am 17. Oktober 2011 im Landeshaus in Münster öffentlich führten. Beide sind Spezialisten auf dem Gebiet der Täuferherrschaft; sie hatten sich über Jahre in ihren Publikationen mit dem jeweils anderen auseinandergesetzt, bevor sie den Gedanken fassten, ihre unterschiedlichen Meinungen im Gespräch und öffentlich zu diskutieren. Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, griff die Anregung der beiden „Kontrahenten“ gern auf und nahm die Disputation in seine Vortragsreihe auf. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Bernd Thier. Der Text ist eine leicht überarbeitete und gegenüber der Disputation wenig erweiterte Fassung, die beide Diskussionspartner autorisiert haben. Die Fragen aus dem Publikum wurden sprachlich geglättet und z. T. gekürzt. Bewusst wurde die Dialogform beibehalten. Ergänzende Literaturangaben befinden sich am Ende (Mechthild Black-Veldtrup).

Zum Text: http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/txt/wz-8879.pdf

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Wertvolles Filmerbe – 100 Jahre Stadtgeschichte Rheine

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Moore in Westfalen

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Gunter Gabriel verstorben

Von Ralf Keuper

In dieser Woche verstarb der bekannte Sänger und Songschreiber Gunter Gabriel an den Folgen eines Sturzes in Hannover. Gabriel, der eigentlich Günter Caspelherr hieß, wurde 1942 in Bünde geboren. Er wuchs in Bünde und Kirchlengern auf.

In dem Beitrag Der Stehaufmann in der FAZ würdigt Peter Philipp-Schmitt das Leben des Künstlers, dessen Talent in den letzten Jahren durch Auftritte in der Öffentlichkeit, wie im Dschungelkamp, in Vergessenheit geriet:

Dabei war Gunter Gabriel ein hochtalentierter Songschreiber. Ihm verdankt die deutsche Partygesellschaft einige der schönsten Gassenhauer – sogar auf feuilletontauglichem Niveau: „Wenn du denkst du denkst, dann denkst du nur du denkst“ für Juliane Werding zum Beispiel. Oder „Ein Sonntag im Bett“ für Wencke Myhre. Auch für sich selbst hat er wunderbare Ohrwürmer geschrieben: „Komm unter meine Decke“ (1975), „Papa trinkt Bier“ (1977) und „Ohne Moos nichts los“ (1978).

Auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe, antwortete Gabriel gegenüber der FAZ einmal:

Keinesfalls. Ich sag’ dir auch warum: weil ich einen Haufen Zeugs gut gemacht habe in meinem Leben. Nicht Kinder zeugen. Das kann jeder. Und als Vater war ich schließlich ein Totalversager. Viermal verheiratet, da hab’ ich mich auch nicht mit Ruhm bekleckert. Aber ich hab’ ein paar geile Songs geschrieben. Und ich habe ein superinteressantes Leben gelebt mit allen Amplituden (Quelle: Wikipedia)

 

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Auch Westfalen hat jetzt seinen BER

Von Ralf Keuper

Bei Großprojekten, die, was Zeit und Kosten betrifft, weit von den ursprünglichen Planungen abweichen, fielen einem bis jetzt spontan der Berliner Flughafen (BER), Stuttgart 21 oder die Elbphilharmonie ein. Nun kann sich auch Westfalen mit einem Großprojekt schmücken, das den Vergleich mit den bereits erwähnten kaum scheuen muss. Die Rede ist von der Sanierung der Universität Bielefeld, die mit über 1 Mrd. Baukosten und mit einem Fertigstellungstermin 2026 geplant wurde. Daraus wird nun nichts mehr wie das Westfalen-Blatt in Uni Bielefeld: riesige Probleme bei Sanierung berichtet. Demzufolge sind unerwartete Probleme dafür verantwortlich, dass die Sanierung bis 2030, womöglich 2035, also noch gut zwanzig Jahre in Anspruch nehmen wird. Selbst 2035 ist nicht sicher. Die bislang für die Bauleitung zuständige Niederlassung Bielefeld des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) muss die Leitung an die Dortmunder Niederlassung abgeben. Der Dortmunder Projektleiter war zuvor u.a. für die Sanierung der Ruhr-Uni Bochum zuständig.

In einem Interview äußerte sich vor einiger Zeit der Systemtheoretiker und Luhmann-Schüler Dirk Baecker, der einige Jahre an der Uni Bielefeld gewirkt hat, zu den Gründen für das Scheitern so vieler Großprojekte. Darin sagte er u.a.:

Viele unserer „Systeme“ sind nur von Experten zu bedienen. Aber wenn man nicht dafür sorgt, dass die Experten in den Systemen von Experten außerhalb der Systeme jederzeit kritisch beobachtet und ersetzt werden können, hat die Gesellschaft ein echtes Problem.

Es wäre interessant zu wissen, was Luhmann zu dem Fall sagen würde – womöglich müsste er seine Systemtheorie ergänzen 😉

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Nordrhein-Westfalen: Herzkammer der SPD?

Von Ralf Keuper

Bis in unsere Tage hinein hält sich, so Reiner Burger in der FAZ, der Glaube, wonach Nordrhein-Westfalen die Herzkammer der SPD sei. In Der Herzkammer-Mythos vom 9.06.2017 versucht der Autor aufzuzeigen, warum Nordrhein-Westfalen schon lange nicht mehr das Stammland der SPD ist, sollte es je so gewesen sein. Burger schreibt:

.. das ist schon deshalb falsch, weil sich das von Herbert Wehner geprägte Bild von der „Herzkammer“ nur auf Dortmund bezogen hatte. Die CDU schnitt (mit Ausnahme der Landtagswahl von 1966) bis 1980 stets besser ab als die SPD.

Für eine moderne SPD stand zuletzt, so Burger, Heinz Kühn, der von 1966 bis 1978 das Land regierte. Um so erstaunlicher, dass Kühn in der SPD kaum noch erwähnt wird.

Die abgewählte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft jedenfalls, orientierte sich an Johannes Rau und dessen Politikstil, den der Göttinger Politikwissenschaftler Franz Walter als „Barmherzigkeitssozialismus“ oder als „paternalistisches Kümmermodell“ bezeichnete.  Mit dem Kümmermodell gelang es der SPD unter Hannelore Kraft im Jahr 2010, die Macht von der CDU zurückzuerobern. Die Hoffnung, die SPD könnte mit ihrem Erfolgsrezept der Vergangenheit ihre Macht festigen, zerschlug sich recht bald:

Denn Kraft hatte weder bundespolitische Ambitionen noch das Bedürfnis, eine Zukunftsperspektive für ihre Partei zu entwickeln.

Anders als Burger unterstellt, ist es nicht allein der veraltete Politikstil gewesen, der die SPD zu einer beispiellosen Wahlniederlage führte. Denn auch Wolfgang Clement mit seinem betont wirtschaftsliberalen Ansatz hat außer einigen ambitionierten Großprojekten, von denen die meisten nie in die Realität umgesetzt wurden (Damals ging der Spruch um: „Er hat viele Grundsteine gelegt, aber nur selten ein Richtfest gefeiert“), nur wenig zur Erneuerung des Landes beigetragen.

Vieles deutet darauf hin, dass, wie im Tagesspiegel zu lesen war, mit den Zechen auch die Sozialdemokratie in Nordrhein-Westfalen verschwinden könnte. Mit Blick auf die letzte Landtagswahl heisst es dort:

In Bottrop lagen die Sozialdemokraten 2012 noch bei satten 50 Prozent, sie verloren zwölf Prozentpunkte. In Gelsenkirchen, Dortmund, Bochum sah es nicht besser aus, in Duisburg büßte die Partei 14 Punkte ein. Weit mehr als im NRW-Schnitt, wo die Verluste mit acht Prozentpunkten fast milde ausfielen.

Aus all dem jedoch zu folgern, dass die SPD in Nordrhein-Westfalen marginalisiert wird, ist dann doch übereilt. Verluste, auch deutliche, gehören zum Geschäft. Wie das Beispiel der Regierung unter Jürgen Rüttgers gezeigt hat, tut sich die CDU schwer, sich in NRW an der Macht zu halten. Die Wahl in NRW entscheidet sich schon längst nicht mehr nur im Ruhrgebiet. Weite Teile Ostwestfalens sind traditionelle SPD-Hochburgen. Anders verhält es sich im Münsterland und in Südwestfalen, wo es nur wenige SPD-Hochburgen, wie in Siegen, gibt.

Die CDU hat nun die Chance zu zeigen, dass sie das Land erfolgreich regieren kann, die SPD die Gelegenheit, ihr altes „Stammland“ zurückzuerobern. Letzteres wird ohne neue Inhalte, einen anderen Politikstil und ohne neue Köpfe indes kaum zu schaffen sein.

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Sparda-Bank Münster kommt nicht zur Ruhe

Von Ralf Keuper

Seit fast zwei Jahren sorgt die Sparda-Bank Münster für negative Schlagzeilen. Es begann mit dem Rauswurf des langjährigen Vorstandschefs, Enrico Kahl. Dieser soll Privatausgaben in sechsstelliger Höhe über die Bank abgerechnet haben, die wie NOZ in Hausdurchsuchung bei Ex-Chef der Sparda Bank Münster berichtete. In einem Interview mit den Westfälischen Nachrichten bestritt Kahl die Vorwürfe. Etwa ein Jahr nach der fristlosen Entlassung wurden die Ermittlungen gegen Kahl noch ausgedehnt, wie der WDR in Ermittlungen gegen Ex-Bankchef aus Münster gehen weiter mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Münster übergab in dem Zusammenhang die Akten an die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Bielefeld. Im März diesen Jahres wurde offiziell bekannt, dass die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Privatwohnungen und Räume der Sparda-Bank durchsucht hat. Wie in Sparda-Bank: Aufsichtsrat legt Ämter nieder zu erfahren ist, wurden die Ermittlungen auf weitere Vorstandsmitglieder und Mitglieder des Aufsichtsrats ausgedehnt.

Wie der WDR recherchierte ist es in der Vergangenheit zu fragwürdigen Reisen der Führungsriege auf Kosten der Sparda-Bank gekommen:

Jahrelang hat die Führungsriege der Sparda-Bank Münster teils luxuriöse Reisen unternommen. Wie Teilnehmer dem WDR berichten, auf Kosten der Bank. Mit rund 30 Vorständen, Abteilungsleitern und Filialleitern ging es zum Beispiel in den Norden von Finnland – Snowmobil-Safari und Hundeschlittenfahrten am Polarkreis inklusive. Außerdem gab es Segeltouren vor Mallorca und eine luxuriöse Reise in die Toskana.

Die Westfälischen Nachrichten schrieben daraufhin Sparda-Bank Münster kommt nicht zur Ruhe.

Crosspost von Bankstil

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Hans Wollschläger: Ein Ostwestfale in der Weltliteratur

Von Ralf Keuper

In diesem Jahr wird an mehreren Orten des 10. Todesjahres von Hans Wollschläger gedacht. Wollschläger, in Minden geboren und in Herford aufgewachsen, ist wohl nur in Fachkreisen bekannt. Vor allem als Übersetzer, z.B. des sperrigen Werkes Ulysses von James Joyce, erlangte Wollschläger hohes Ansehen in der Literaturszene. Aber auch sonst war Wollschläger künstlerisch vielseitig begabt, worauf im vergangenen Jahr die Ausstellung Hans Wollschläger. Licht ist meine Lieblingsfarbe. Ein Ostwestfale in der Weltliteratur aufmerksam machte.

Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte Wollschläger in seiner Wahlheimat Bamberg. Das Verhältnis zu Bamberg wird in Wollschläger: Gegenteil eines Schwätzers als ambivalent beschrieben. Bereits 1976 griff der Spiegel die Beziehung Wollschlägers zu Bamberg in Odysseus in Bamberg auf.  Laut des Literaturprofessors Wulf Segebrecht wird Wollschläger als Schriftsteller kaum in die Literaturgeschichte eingehen. Als Übersetzer dürfte er dagegen noch lange im Gedächtnis bleiben:

Und dann bleibt Hans Wollschläger als wortmächtiger Übersetzer des „Ulysses“ von James Joyce erhalten. Ebenso bleiben seine frühe Karl-May-Biografie (1965), sein stetes Werben um den angeblich unterschätzten, als Jugendautor abgestempelten Epiker. Die (wenn auch zuletzt getrübte) Freundschaft und Zusammenarbeit mit Arno Schmidt. Die große Friedrich-Rückert-Edition, der Wollschlägers Einsatz bis in die letzten Lebensjahre galt. Sein schriftlicher Nachlass, der in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt und gesichtet wird.

Eine Einschätzung die Paul Ingendaay in Zum Tode Hans Wollschlägers: Der größte aller Diener teilt(e).

Im Bamberg stand Wollschläger in regem Kontakt mit dem Professor für Neuere deutsche Literatur, Heinz Gockel, der in der Gegend um Paderborn aufwuchs, wie in Feurige Liebe zum Wort zu erfahren ist. In Bamberg richtete die dortige VHS kürzlich die Hommage Wollschläger lesen! aus.

Erst kürzlich veröffentlichte der bereits erwähnte Wulf Segebrecht einen verspäteten Brief unter dem Titel Hans Wollschläger als Rezensent.

Segebrecht schreibt zum Schluss:

Sie sind eben durch und durch – pardon! – ein Universalgenie. Bewohner von Himmel und Hölle zugleich. Kein Wunder, dass mir niemand zuverlässig sagen konnte, wohin ich diesen Brief adressieren soll. Ich werde ihn sicherheitshalber ans Universum richten. Denn dort sind Sie unverkennbar zuhause. Ihre gnädige oder vernichtende Antwort erwarte ich geduldig. Lassen Sie sich nur Zeit!

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Die Zukunftsmacher in Westfalen (WDR-Doku am Freitag)

Von Ralf Keuper

In seiner Doku am Freitag hat der WDR sich den Zukunftsmachern in Westfalen zugewandt. Darunter der Gründer von Tobit-Software Tobias Groten, der aus seiner Heimatstadt Ahaus die „App-Hochburg“ Deutschlands, ja der Welt gemacht hat, der Herforder Unternehmer Heiner Wemhöhner, der sich für das MARTa engagiert und Kai Anke aus Harsewinkel, der als Testingenieur bei Claas an Lösungen für das Smart Farming arbeitet, wie die maßgeschneiderte Abgabe von Düngemitteln mittels Sensoren.

Warum keine Persönlichkeit aus Südwestfalen oder dem westfälischen Ruhrgebiet darunter ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Am mangelnden Einfallsreichtum kann es nicht liegen.

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Westfalen News #46

Von Ralf Keuper

Nachfolgend eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

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