Zwischen Himmel und Höhle. Zur Philosophie von Hans Blumenberg

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Neue Heimatkunde – Zwölf Aufsätze über Architektur, Leben und Wohnen (Burkhard Spinnen)

Foto: DOM Publishers

Nichts gegen Fachleute am Bau! Ein Haus entwirft man nicht nur mit Liebe, eine Straße nicht nur mit Schwung, und um ein ganzes Stadtviertel zu planen, bedarf es mehr als einer menschenfreundlichen Utopie. Andererseits stehen Planen und Bauen immer in der Gefahr, von Sachzwängen gefesselt, vom Finanzrahmen erwürgt und im Alltags­geschäft nivelliert zu werden. Das wissen auch die Fachleute. In den vergangenen Jahren ist eine Reihe von Architekten und Stadtplanern das Risiko eingegangen, einen fachfremden Amateur zu ihren Veranstaltungen einzuladen, damit er einen unvoreingenommenen Seitenblick auf ihre Themen und Aufgaben richte. Burkhard Spinnen hat das als Schriftsteller getan.

Er bringt zeitgenössische Phänomene der Architektur und des städtischen Lebens zur Sprache, auch und gerade solche, die im Alltag oft übersehen und überhört werden. Immer wieder geht es ihm dabei um die Frage, wie im Zeitalter dramatisch forcierter Individualität noch Gemeinschaft hergestellt werden kann, welche Rolle dabei das Bauen und Wohnen spielen sowie welche Angebote Stadtplaner und Architekten den Menschen unterbreiten können.

Weitere Informationen:

Mitgliederversammlung 1. Architektursalon mit einer Lesung von Burkhard Spinnen

Zwölf Essays zur neuen Heimatkunde

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Die Loks der Westfälischen Landeseisenbahn

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Die existenzbedrohende Krise von Claas zu Beginn der 1970er Jahre

Von Ralf Keuper

Im Jahr 1972 war die Lage beim Harsewinkeler Landmaschinenhersteller Claas so bedrohlich, dass die damalige NRW-Landesregierung das Unternehmen mit einer Bürgschaft in Höhe von 40 Mio. DM stützen musste. Ohne die Bürgschaft wäre Claas in die Insolvenz geschlittert. Das manager magazin berichtete im September 1972 in Gebr. Claas. Familienstreit bis zur Krise über die ernste Lage, in welche die Familienstämme das Unternehmen gebracht hatten. Während der 1960er Jahre hatten die zwölf Familiengesellschafter 200 Mio. DM aus der Firma gezogen, statt das Geld oder einen Teil davon zu investieren. Besonders die Tatsache, dass die Erst- und Zweitgeborenen der Gründer das Unternehmen quasi als Geburtsrecht leiteten, sorgte nach Ansicht der Kommentatoren zu einem Missmanagement, welches das Unternehmen fast die Existenz gekostet hätte. Walter Claas, einer der Erstgeborenen und damals in der Geschäftsführung zuständig für den Absatz, attestierte seinem Vetter Helmut recht unverblümt:

Ich bin nicht in der Lage, das Unternehmen zu leiten. Du, Helmut, bist es auch nicht. Du weisst es nur noch nicht.

Auf Druck der Landesregierung legten alle Familienmitglieder ihre Führungsämter nieder. Mit der Sanierung beauftragt wurde Hermann Hermes. Bereits im Jahr 1973 konnte Hermes, begünstigt durch die gute Landmaschinenkonjunktur, einen Bilanzgewinn ausweisen, bis 1976 sogar den Verlustvortrag von 90 Mio. DM tilgen, so das manager magazin in seiner Ausgabe vom Juni 1983 (Das Comeback des Clans).

Er baute die teuren kurzfristigen Kredite ab, tilgte die landesverbürgten Darlehen vorzeitig und steigerte den Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme bis 1977 wieder auf gesunde 42 Prozent.

Nachdem sich Firmenpatriarch August Claas endgültig auf sein Altenteil zurückgezogen hatte, übernahm dessen Sohn Helmut Claas im September 1975 das Technik Ressort. Drei Jahre später verdrängte Helmut Claas den erfolgreichen Sanierer Hermes aus dem Unternehmen und übernahm fortan selbst den Chefsessel. Gehen musste auch der Controller Norbert Lorentz, den die Banken und Aufsichtsräte installiert hatten.

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Struwen Rezept zu Ostern aus dem Münsterland I Westfälisches Gebäck zu Karfreitag

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Zu Besuch auf der Hausmesse COM19 der Fiducia & GAD in Münster

Von Ralf Keuper

Bis heute (11.04.19) findet in Münster die diesjährige Hausmesse der Fiducia & GAD IT AG, COM19, statt.

Am 9.04. hatte ich Gelegenheit, mir selbst Vorort einen Eindruck zu verschaffen. Mein letzter Besuch liegt zwei Jahre zurück (Vgl. dazu: Zu Besuch auf der IT-und Bankfachmesse der Fiducia/GAD in Münster). Seitdem hat sich im Banking und damit natürlich auch bei der Fiducia & GAD einiges getan. Die Themen Künstliche Intelligenz, Robotik, Plattformökonomie und Digitale Identitäten haben an Bedeutung gewonnen. Das war auf der Messe deutlich zu spüren und zu sehen.

Aus dem Tagesgeschäft 

Die Migration auf agree21 soll laut Vorstandschef Klaus-Peter Bruns in sieben Monaten abgeschlossen sein. Damit werden 300 Personenjahre frei. Doppelstrukturen fallen weg. Probleme hat in den letzten Monaten die Performance der Systeme bereitet, wie im Bereich der Gesprächsaufzeichnung. Bis Mitte diesen Jahres soll sich die Lage normalisieren, so Klaus-Peter Bruns. Bei der Digitalisierungsinitiative befinde man sich voll im Fahrplan. Die ersten Funktionalitäten/APIs stehen im Mai zur Verfügung. Digitale Identitäten (CAS) sind ein strategisches Thema. Agree21 wird modularisiert und browserbasiert.

Die Umsetzung der regulatorischen Vorgaben stellt die Banken vor große Herausforderungen in der IT, wie bei anacredit. Die Fiducia & GAD entwickelt zusammen mit Partnern, wie msg gillardon, parc IT und Accenture, gemeinsame Lösungen für den Bereich Banksteuerung, Meldewesen und Reporting. Ziel ist der Aufbau einer einheitlichen Datenplattform, um damit das regulatorische Reporting wie auch die Gesamtbanksteuerung zu vereinfachen.

YES/CAS

Im Juni soll die gemeinsam von den Sparkassen und Volksbanken entwickelte Login- bzw. Single Sign On – Lösung YES an den Start gehen (Vgl. dazu: YES – ist nicht nur Sparkassen: Jetzt steigen auch VR‑Banken ein. Ab Mai 2019 soll es losgehen!).

Die Fiducia & GAD steuert ihren Authentifizierungsservice CAS bei. Die Sparkassen und Volksbanken wollen sich als Vertrauensanbieter für das Internet positionieren und sich dabei bewusst von anderen Lösungen abheben. Bei CAS bzw. YES muss sich der Kunde nicht noch mal identifizieren. Damit entfällt eine wichtige Hürde für die Kunden, was sich wiederum positiv auf die Konversationsrate der Händler auswirkt. YES/CAS bietet verifizierte Identitäten. Der Händler kann demnach sicher sein, dass sich hinter dem Login ein echter Kunde verbirgt. In einem weiteren Schritt kann die Sparkasse oder Volksbank, wie bereits bei Paypal und Klarna, das Finanzierungs- bzw. Zahlungsrisiko übernehmen. Die Bank transformiert über den ID-Service ihr klassisches Geschäft als Risikomanager und Intermediär in die digitale Welt.

genosharing

Mit genosharing unterstützt die Fiducia & GAD die Volksbanken bei ihren ersten Gehversuchen in der Plattformökonomie.

genosharing.de ist die Plattform für das Leihen und Verleihen von Produkten in der Region. Die Nutzung der Plattform ist für private und gewerbliche Anbieter geeignet. Mit genosharing.de können Dinge, die z.B. nur selten gebraucht werden, an andere vermietet werden. Dies hilft, dass diese Dinge nicht extra angeschafft werden müssen. Dadurch wird die Umwelt geschont. Jedes geliehene oder verliehene Produkt muss nicht produziert werden (Quelle: Homepage).

Ziel ist der Aufbau eines offenen digitalen Ökosystems, das sich aus den regionalen Unternehmen, Handwerkern, den Volksbanken und natürlich auch den Kunden zusammensetzt.

Vortrag Richard David Precht

Ein Highlight war sicherlich der Vortrag des Philosophen Richard David Precht. Dabei beleuchtete Precht die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt ein. Von der Automatisierung besonders betroffen sind laut Precht  Bankkaufleute. Standardisierte Tätigkeiten ohne Empathie werden wegfallen. Banken können im direkten Kundenkontakt gegenüber Bots und Humanoiden Robotern mit Empathie punkten. Als Beispiel, wie es nicht gehen sollte, brachte Precht ein eigens Erlebnis. So musste er zusammen mit seiner Ex-Frau bei einer Bank in Köln persönlich seine Unterschrift für die Kontoeröffnung seines minderjährigen Sohnes leisten. Dafür musste er eigens aus Düsseldorf anreisen. Precht war davon ausgegangen, dass der Vorgang schnell und unkompliziert, d.h. ohne Termin, erledigt werden könnte. Wie er feststellen musste, hatte er sich da geirrt. Es war nicht möglich, die Unterschrift ohne Termin zu leisten, weshalb Precht unverrichteter Dinge wieder abreisen musste. Die Mitarbeiterin, die ihn mit seinem Wunsch im Regen stehen ließ, werde, so Precht, zu Recht von der Digitalisierung betroffen. Es handelte sich übrigens dabei nicht um eine Volksbank. Aber auch bei den Volksbanken ist es mit der Empathie nicht immer zum besten bestellt (Vgl. dazu: Wenn die Volksbank doch nicht dein Freund ist …). Volksbanken, so Precht, sollten stärker als bisher den Umweltschutz als Geschäftsfeld entdecken.

Fazit

Die Banken bewegen sich in einem dynamischen Marktumfeld, das einen großen Anpassungsdruck auf die Organisationsstrukturen und Organisationskultur ausübt. In der IT macht sich das besonders bemerkbar. Um mit den neuen Mitbewerben, wie Google, Amazon, Apple und Alibaba, mithalten zu können, müssen die Banken und ihre IT-Dienstleiter deutlich flexibler werden und sich bzw. ihre IT-Landschaften öffnen. Die Zeiten geschlossener System sind vorbei – jedenfalls für die Banken. Dabei ist der Aufbau digitaler Plattformen nur der erste Schritt. Erst, wenn es gelingt, eigene dynamische Ökosysteme, wie mit genosharing, zu entwickeln, können die Banken ihre Rolle, zumindest in Teilen, behaupten (Vgl. dazu: New Banking: Plattform ist Pflicht – Ökosystem ist die Kür). Der wichtigste Schlüssel dafür sind die Digitalen Identitäten. Erst spät haben die Banken und Sparkassen den strategischen Wert der Digitalen Identitäten erkannt. Unbedingt zu verhindern ist, dass paydirket sich mit YES wiederholt. Eine große Kundenbasis reicht nicht aus, um in der digitalen Ökonomie eine relevante Rolle zu spielen, zumal die Herausforderer auch hier im Vorteil sind.

Entscheidend wird sein, ob es den Banken und Sparkassen gelingt, ihr Bereichsdenken zu überwinden und in europäischen Dimensionen zu denken. Auch der agilste IT-Dienstleister kann wenig bewirken, wenn die Verbandspolitik und die Befindlichkeiten einiger Regionalfürsten die Richtung bestimmen, d.h. wenn es zu viele Häuptlinge und zu wenig Indianer gibt.

Der Weg, den die Fiducia & GAD eingeschlagen hat, weist in die richtige Richtung. Ihre größte Aufgabe besteht m.E. darin, die Stabilität und Verfügbarkeit der Systeme bei zunehmender Agilität und Komplexität zu gewährleisten. Das ist wahrlich nicht wenig. Die Geschäftsmodellinnovation muss/sollte von den Volksbanken kommen.

Crosspost von Bankstil

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Jugend in Ostwestfalen (Live)

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Münster Urban – die starken Seiten der Stadt

Geschichten aus und über Münster – wir erzählen sie. Hintergründe, Neuigkeiten, Ungewöhnliches. Auf 228 starken Seiten. Vier Mal im Jahr. Ein Magazin, das Münster-Fans in ganz Deutschland Lust auf die Stadt macht, Fernweh und manchmal auch Heimweh stillt. Mit Themen, die auch überregional relevant sind. Ein Stück Münster im Zeitschriften-Regal und für Zuhause. Das ist Münster Urban – das Standortmagazin der Initiative Starke Innenstadt.

Quelle / Link: Münster Urban – die starken Seiten der Stadt

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Hof- und Familiengeschichte Funke – eine sauerländische Hof- und Sippengeschichte

Die Quellen, die für die Genealogie, und für die spezielle Geschichte der beiden Funkenhöfe, die Gegenstand dieser Arbeit sind, fließen, sind wenig zahlreich und meist auch wenig ergiebig. Das gilt insbesondere für den freien Funkenhof in Ser- kenrode. Gegenüber den freien Höfen bieten die Pacht- und Lehnhöfe für die Geschichtsschreibung meist den Vorteil fortlaufender Urkundenüberlieferung, da beim Antritt eines neuen Pächters oder Pachtherrn und eines neuen Lehnsmannes oder Lehnsherrn der Pachtbrief oder Lehnbrief erneuert werden mußte.

Wenn auch selten sämtliche Lehns- oder Pachtbriefe erhalten sind, so enthalten die vorhandenen doch immer wichtigstes genealogisches und hofgeschichtliches Material, wie die Geschichte des Funkenhofes in Schönholthausen zeigen wird. Die Unfreiheit eines Hofes wurde also immer wieder Ursache zur schriftlichen Fixierung irgendwelcher Vorgänge. Beim freien Hof entfielen diese günstigen Umstände völlig. Er vererbte sich einfach von Generation zu Generation. Dazu bedurfte es keiner Verträge. Nur wenn ein freier Hof veräußert wurde, ergab sich die Notwendigkeit schriftlicher Fixierung, ein ziemlich seltener Fall. Für den freien Hof gibt es also keine ständig fließende hofgeschichtliche Quelle, wie sie für Pacht- und Lehnhöfe in den Pacht- und Lehnbriefen und sonstigen infolge der Abhängigkeit entstandenen Schriftstücken besteht. …

Quelle / Link: Hof- und Familiengeschichte Funke – eine sauerländische Hof- und Sippengeschichte

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3 historische Ortskerne im Münsterland | checkpott.nrw

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