So also ist der Westfale. Westfalen-Versteher von 1474 bis heute

Bild: Elsinor Verlag

.. kann man “den” Westfalen pauschal charakterisieren? Gibt es Wesensmerkmale, die dem “Menschenschlag” eines bestimmten Herkunftsgebietes generell eigen sind? Und gibt es dabei möglicherweise innerhalb eines großen Gebietes wie Westfalen regionaltypische “Wesensunterschiede”? Viele “Experten”, heute würde man sagen “Westfalen-Versteher”, sind hiervon im Laufe der Zeit wie selbstverständlich ausgegangen und haben solche Fragen bejaht. Ihre Darstellungen werden in dieser Textsammlung – teilweise in Auszügen – wiedergegeben. Oft muten sie aus heutiger Sicht skurril oder sogar fast abenteuerlich an. Das meiste ist zeitbedingt, manches wird beim heutigen Leser ein amüsiertes Kopfschütteln oder Lachen hervorrufen. Und man kann sich nur wundern, wie erstaunlich lange die Klischees über das “Wesen der Westfalen” sich halten und auch heute noch kursieren. In der Gegenwart werden die – früher allesamt sehr ernst gemeinten – Aussagen und Gedanken teilweise aber auch in ironischer Weise aufgegriffen, man “spielt” dann gerne mit den überkommenen Pauschalurteilen und macht sich darüber lustig. Diese Textsammlung will all das zu erschließen helfen.

Quelle / Link: So also ist der Westfale. Westfalen-Versteher von 1474 bis heute

Veröffentlicht unter Westfalen in Schilderungen | Hinterlasse einen Kommentar

Universität Bielefeld verliert Exzellenzcluster – herber Rückschlag mit Ansage

Von Ralf Keuper

Eine Meldung, die im Grunde nicht überraschend kam: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wird den Exzellenzcluster CITEC an der Universität Bielefeld nicht weiter fördern (Vgl. dazu: Rektor Sagerer: „Intelligente Systeme bleiben Forschungsschwerpunkt“). Das ist ein herber Rückschlag für die Universität Bielefeld – daran gibt es nichts zu deuteln, wenngleich Uni-Rektor Sagerer den Forschungsschwerpunkt Intelligente Technische Systeme weiter fördern will. Alles in allem kein Ruhmesblatt für die Universität Bielefeld und insbesondere die Leitung des CITEC. Dort tut man sich ohnehin schwer mit der Wissenschaftskommunikation – das Thema Künstliche Intelligenz hat es mittlerweile in die öffentliche Aufmerksamkeit geschafft – sowohl Politik wie Wirtschaft betonen ihre wachsende Bedeutung für den Wohlstand. Aus Bielefeld kamen und kommen erstaunlich wenige Wortmeldungen und Debattenbeiträge. Das war und das ist zu wenig.

Während in Paderborn mittlerweile immerhin ein Fraunhofer-Institut angesiedelt ist und selbst Lemgo sich als Fraunhofer-Standort bezeichnen darf, hat Bielefeld dergleichen nicht im Angebot. Das sollte zu denken geben. Gerade jetzt.

 

Veröffentlicht unter Technologie, Wissenschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Westfälische Entsorger sortieren sich neu

Von Ralf Keuper

Die Entsorgungsbranche ist momentan dabei sich neu zu sortieren. Davon betroffen sind auch westfälische Entsorgungsunternehmen, allen voran der Marktführer Rethmann aus Selm und die mittelständische Unternehmensgruppe Tönsmeier aus Porta Westfalica.

Der zur Rethmann-Gruppe gehörende Remondis-Konzern, der größte Müllentsorger Deutschlands, übernahm vor wenigen Tagen den “Grünen Punkt” (Vgl. dazu: Remondis kauft Duales System Deutschland). Die Kartellbehörden müssen den Kauf aber noch absegnen. Kein anderes Unternehmen hat in den letzten Jahren übrigens so viele Zusammenschlüsse beim Bundeskartellamt angemeldet wie die Rethmann-Gruppe (Vgl. dazu: Rethmann bei Übernahmen deutschlandweit an der Spitze). Vor einigen Monaten übernahm der Lidl-Konzern die Tönsmeier-Gruppe, die Nummer 5 der Branche hierzulande (Vgl. dazu: Lidl-Mutterkonzern steigt in das Geschäft mit dem Müll ein).

Mit Müll lässt sich anscheinend ordentlich Geld verdienen. Das hält Rethmann jedoch nicht davon ab, in neue Geschäftsfelder vorzustossen, wie in den öffentlichen Personennahverkehr (Vgl. dazu: Übernahme des Veolia-Anteils an Transdev durch Rethmann bestätigt).

Veröffentlicht unter Verkehr, Infrastruktur und Logistik, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Georg Hinzpeter – Erzieher von Kaiser Wilhelm II.

Hinzpeter ist eine seltsame Randfigur der Geschichte. Kaum ein Erzieher war weniger für seine Aufgabe geeignet als er. Sein sozialer Hintergrund, sogar sein Aussehen sprachen gegen ihn. Er stammte aus einer calvinistischen Familie, war aus Bielefeld gebürtig und hatte dort das Gymnasium besucht, an dem sein Vater alte Sprachen lehrte. Die asketischen Lehren des Calvinismus bestimmten Hinzpeters Moralsystem. Er lernte, dass Freude nur in der tugendhaften Pflichterfüllung zu finden sei. Seine Altersgenossen am Gymnasium und an der Universität konnten sich für Heines Lyrik, für die Dichter der Romantik begeistern, doch dergleichen brachte keine Saite in Georg Hinzpeters Seele zum Klingen. Er machte seinen Doktor in klassischer Philologie und wirkte dann als Lehrer in Westfalen. Seine Sorgfalt und Rechtschaffenheit trugen ihm Erzieherstellen bei mehreren Familien des Hochadels ein. Der Kronprinz lerne ihn im Hause des Grafen Emil von Görtz-Schlitz kennen. Hinzpeters geistige Interessen waren eben nicht breit gefächert – auf Friedrich den Großen hätte er keinen Eindruck gemacht. Für Künstlerisches hatte er kein Organ, was teilweise daran lag, dass es zu den Grundsätzen seiner Erziehung gehörte, auch die harmlosesten Sinnenfreuden abzulehnen. Der Kronprinz bewunderte die stille, zurückhaltende und hingebungsvolle Art, mit der Hinzpeter seine Arbeit tat. Doch er war bereit, das letzte Wort Viktoria sprechen zu lassen. ….

Der Kronprinz wies Hinzpeter an, seinen ältesten Sohn dergestalt zu bilden, dass er es mit der “geistigen Elite” des Königreichs aufnehmen könnte. Das war eine gewaltige Aufgabe, doch es fehlte Hinzpeter nicht an Selbstvertrauen, und so machte er sich denn entschlossen ans Werk.

Quelle: Kaiser Wilhelm II. Glanz und Elend einer preußischen Dynastie, Autor: Alan Palmer

Weitere Informationen:

Georg Hinzpeter: Ein westfälischer Schulmann

Veröffentlicht unter Geschichte, Persönlichkeiten aus Westfalen, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals

Veröffentlicht unter Geschichte, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar

Heinz Nixdorf im Jahr 1984 auf die Frage, welche Erfolgschancen er sich als Jungunternehmer ausrechnen würde

Frage: Herr Nixdorf, angenommen, Sie wären noch einmal 27 Jahre alt und würden ein Unternehmen gründen wollen. Welche Chancen gäben Sie sich?

Antwort: Keine

Frage: Warum nicht?

Antwort: Die Wahrscheinlichkeit wäre um einige Zehnerpotenzen kleiner. Die Computerwelt ist 32 Jahre älter geworden. Damals gab es noch nicht einmal das Wort Elektronik. Wer es kannte, der war König.

Frage: Also wären vergleichbare Karrieren nur in neuen Märkten, neuen Industrien möglich?

Antwort: Ja. Und es gibt auch in den reifen Märkten Wachstumschancen, weil die etablierte Industrie bestimmte Lösungen noch nicht gebracht hat. Aber diese Nischen werden seltener. Wir haben unser Pensum gemacht. Jetzt kommen die nächsten.

Quelle: Wirtschaftswunder in Westfalen, manager magazin 8/1984

Veröffentlicht unter Persönlichkeiten aus Westfalen, Technologie, Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Stratmann wandert: Von den Baumbergen ins Münsterland

Veröffentlicht unter Regionen und Städte, Westfalen in Schilderungen | Hinterlasse einen Kommentar

Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit in Westfalen

Wenn ab ca. 2200 v. Chr. von der Bronzezeit gesprochen wird, handelt es sich nicht um einen kulturellen Neubeginn, sondern um eine Entwicklung, ist doch bereits seit dem Jungneolithikum z.B. Schmuck aus Kupfer bekannt, der als Beigabe vereinzelt in Gräber gelangte. In Mittel- und Nordeuropa wurden seit dem Endneolithikum Dolche und Äxte aus Metall in Stein nachgeahmt. Für Westfalen spricht man mangels früherer Metallfunde erst ab ca. 1900 v. Chr. von der Bronzezeit. …

Quelle: Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit in Westfalen

Veröffentlicht unter Geschichte, Wissenschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Die Anfänge der westfälischen Domstifte

Über die historischen Wurzeln der geistlichen Gemeinschaften, die mit den unter Karl dem Großen entstandenen Bischofssitzen von Münster, Osnabrück, Minden und Paderborn verbunden sind, ist schon viel nachgedacht und geschrieben worden. Wenn dennoch wesentliche Fragen ungeklärt oder strittig blieben, so liegt das nicht bloß am lückenhaften und zufälligen Quellenbefund, der unsere Erkenntnis hemmt, sondern auch daran, daß sich das Objekt selbst einer zuverlässigen und allseits akzeptierten Festlegung entzieht und ganz verschiedenartige Bestimmungsmerkmale aufweist, die bald hier, bald dort deutlicher hervortreten. Aus diesem Grunde erscheint es geraten, die in vielen Spezialarbeiten vorherrschende Fixierung auf ein einzelnes Domstift zugunsten einer vergleichenden Betrachtungsweise zu überwinden, um eine größere Zahl von Quellenzeugnissen und Einzelaspekten in Beziehung setzen zu können. …

Quelle / Link: Die Anfänge der westfälischen Domstifte

Veröffentlicht unter Geschichte, Regionen und Städte, Wissenschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Westfälische Textilindustrie in schwierigem Fahrwasser

Von Ralf Keuper

Die Textilhersteller in Westfalen durchleben derzeit eine stürmische Phase, wie in Schlechtes Geschäftsjahr der Textilbranche in OWL berichtet wird. Umsatzrückgänge machen vor allem Gerry Weber und Ahlers zu schaffen. Bei Gerry Weber dauert die Krise schon länger an. Der Internet-Handel setzt dem Unternehmen spürbar zu. Ein Sanierungsgutachten soll Aufschluss über die wahre Lage des Unternehmens geben. Bei der Ahlers AG sollen in diesem Jahr 130 Arbeitsplätze wegfallen. 

Aber auch Textilhändler wie H&M haben zu kämpfen, wie in H&M kämpft mit hohem Warenbestand zu erfahren ist. Die Adler-Modermärkte verzeichnen, wie die gesamte Branche, Umsatzrückgänge. Derweil schickt sich der japanische Bekleidungskonzern Uniqlo an, die Nummer eins weltweit zu werden (Vgl. dazu: Uniqlo attackiert H&M und Zara “Wir sind keine Sklaven des Laufstegs”).

Allerdings gibt es auch positive Neuigkeiten: Für die Neupositionierung seiner Marke Schwarze Rose erhielt Seidensticker den Marketing-OWL-Preis 2018.

Veröffentlicht unter Wirtschaft | Hinterlasse einen Kommentar