Westfälische Maler

Von Ralf Keuper

Die Reihe der bedeutenden Maler Westfalens beginnt mit Meister Bertram und Hinrik Funhof, deren Werke zu den Höhepunkten der Spätgotik zählen. Conrad von Soest ist der Begründer des sog. „Weichens Stils“. Ihm zu Ehren vergibt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe den Conrad von Soest-Preis. Nicht „nur“ Maler war Heinrich Aldegrever, der sich auch als Kupferstecher und Siegelschneider einen Namen gemacht hat. Erst in den letzten Jahren als Maler mit westfälischen Wurzeln ins Blickfeld geraten, ist der Portrait-Maler am englischen Hof, Sir Peter Lely, dessen Bilder inzwischen hoch gehandelt werden. Gleiches gilt für Gerlach Flicke. Aus Münster stammt die „Maler-Dynastie“ der Tom Rings. Jan van Lintelo war Zeichner und Glasmaler. 

Die Liste wäre natürlich unvollständig, ohne den bekanntesten Maler mit Bezug zu Westfalen, Peter-Paul Rubens, zu erwähnen. Enger Mitarbeiter von Rubens und selber ein großer Maler war Johann Bockhorst aus Münster. Johann Christoph Rincklake portraitierte viele bekannte Persönlichkeiten Westfalens, darunter den Freiherrn vom Stein. Ebenfalls ein Portraitmaler sowie als Historienmaler geschätzt war Engelbert Seibertz

Anfang des 20. Jahrhunderts haben die Maler des „Westfälischen Expressionismus“  wie Wilhelm Morgner, Hermann Stenner und Peter August Böckstiegel die Kunstgeschichte beeinflusst. Nicht zu vergessen in dem Zusammenhang ist der in Meschede geborene August Macke. Die gebürtige Hagenerin Ida Gerhardi gilt als bedeutende Vertreterin der klassischen Moderne. In Hagen lebte und wirkte eine der Hauptfiguren des Expressionismus in Deutschland, Christian Rohlfs. Ebenfalls soll Otto Modersohn, Gründer der Künstlerkolonie Worpswede, nicht unerwähnt bleiben. Josef Albers, nach dem seine Geburtsstadt Bottrop ihr Kunstmuseum benannt hat, war nicht nur ein herausragender Maler, sondern auch ein gefragter Kunsttheoretiker und Pädagoge. Siegmund Strecker  wurde als Kunstmaler des Expressionismus bekannt. Ella Bergmann-Michel wurde mit ihren Bild-Collagen zu einer Pionierin der klassischen Moderne. Fritz Winter zählt zu den wichtigsten abstrakten Malern der Nachkriegszeit. 

In der jüngeren Vergangenheit sind es vor allem Emil Schumacher, Norbert Tadeusz, Woldemar Winkler und Martin Kippenberger, die mit ihren Bildern einen weit über Westfalen hinausreichenden Bekanntheitsgrad erreicht haben. Als einer der bedeutendsten Vertreter der Neuen Leipziger Schule gilt der 1973 in Elte geborene Matthias Weischer. Herman Reichold zählt zu den profiliertesten und erfolgreichsten Pop-Malern in Deutschland. Hubert Spierling ist einer der herausragenden Glasgestalter des 20. Jahrhunderts. Die deutsche Glasmalerei verdankt ihm wichtige Impulse
Ein Maler der besonderen Art ist der in Höxter geborene und aufgewachsene Wolfgang Beltracchi, dessen Name für den größten Kunstfälscherskandal der letzten Jahre steht. 

Weitere Maler:

Theobald von Oer

Hans Kaiser

Herbert Benedikt

Jakob Scheiner

Wilhelm Scheiner

Everhard Alerdinck

Anton Joseph Stratmann

Erich Kuithan

Meister von Iserlohn

Meister von Liesborn

Meister von 1473

Johann Koerbecke

Friedrich Heunert

Reinhard Schmidhagen

Arnold Topp

Helga Elben

Julia Schily-Koppers: Die Malerin aus der Provinz

Franz Wilhelm Harsewinkel

Lorenz Humburg

Horst Becking

Uwe Will

Axel Gundrum

Gerta Overbeck

Theodor Brün

Heinrich von Rustige

Simon Peter Tileman

Gerlach Flicke

Eberhard Werner

Wilhelm Gallhof

Wilhelm Wessel

Hein König

Hubert Berke

Carl Heuer

Torben Giehler

Johann Georg Rudolphi

Johann Wilhelm Hoffnas

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