Zwischen Kontinuität und Neuorientierung. Zur Frühgeschichte der CDU in Westfalen-Lippe, besonders in Ostwestfalen

Mein Thema wirft auf zweifache Weise das Problem von Kontinuität und Neubeginn auf. Einmal wurde das Bundesland Nordrhein-Westfalen, das den Rahmen für die ersten parteipolitischen Entwicklungen abgab, am 23. August 1946 durch Verordnung Nr. 46 der britischen Militärregierung neu geschaffen. Zum andern ist die in ihren Anfängen zu schildernde Partei, der Landesverband der CDP bzw. CDU Westfalen-Lippe, am 2. September 1945 als eigenständige Gründung in Bochum ins Leben gerufen worden. Damit waren auf staatlicher Ebene wie in parteipolitischer Hinsicht Umbrüche vollzogen, Neuanfänge gesetzt. Der demokratische Neubeginn kann zu Recht als ambivalent erscheinen, weil die Abhängigkeit von der Besatzungsmacht in vielen Bereichen unübersehbar war und bewußt Umerziehung als Voraussetzung jeder eigenständigen politischen Betätigung bezweckte. Andererseits wird gern auf Kontinuitäts- oder gar Restaurationsphänomene zumal in industrialisierten Regionen verwiesen, so wenn das Weiterbestehen eines bestimmten Wirtschafts-, Industrie- und Kapitalpotentials festgestellt oder das Ausbleiben eines grundlegenden Bewußtseinswandels nach 1945 bedauert wird.

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