Von Ralf Keuper

Das im Jahr 2005 in Krasnodar in Betrieb genommene Werk von Claas hat sich über die Jahre prächtig entwickelt. Im Jahr 2015 wurde das Werk für 120 Millionen Euro ausgebaut. Es zählt heute zu den modernsten Produktionsstandorten der Claas-Gruppe. Mehr als 1.000 Tucano-Mähdrescher verlassen pro Jahr das Werk. Produziert wird fast ausschließlich für den russischen und kasachischen Markt. In den Jahren 2020 und 2021 wurde die Produktionsfläche um 5.000 qm auf 16.000 qm erweitert. Beschäftigt werden aktuell ca. 800 Mitarbeiter[1]Claas erweitert Werk in Krasnodar[2]Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Erfolgsgeschichte: CLAAS.

Vor wenigen Monaten vermeldete Claas für das Geschäftsjahr 2020/2021 einen Umsatzzuwachs von 20 Prozent auf fast 5 Mrd. Euro[3]Claas meldet Umsatzrekord und Gewinnsprung. Dann kam die Invasion Russlands in die Ukraine. Seitdem haben sich die Bedingungen für deutsche Unternehmen, die in Russland aktiv sind, deutlich verändert. Viele haben bereits den Rückzug aus Russland angetreten.

Claas hatte zunächst die Produktion in Krasnodar fortgeführt, sie dann jedoch, aufgrund von Lieferengpässen, gestoppt[4]Claas aus Harsewinkel setzt Produktion in Russland aus. Da bleibt eigentlich nur noch, so ein Kommentar in der FAZ, das Prinzip Hoffnung:”… wenn Putin ein Paria der internationalen Politik bleibt, dürfte es heikel werden, als deutsches Unternehmen von Russland aus den russischen Markt zu bedienen – und von Harsewinkel aus den Rest der Welt. Was, wenn neue Sanktionen kommen? Unternehmen wie Claas leben derzeit notgedrungen auch vom Prinzip Hoffnung[5]Prinzip Hoffnung. Im schlimmsten Fall droht die Verstaatlichung[6]Russland könnte westliche Unternehmen verstaatlichen. Daran würde auch die Auszeichnung als “Vaterländischer Hersteller”, für die Claas sich so eingesetzt hatte, kaum etwas ändern – eher im Gegenteil.

Dabei sah alles so vielversprechend aus. So ließ der Generaldirektor von Claas in Krasnodar, Ralf Bendisch, in einem Interview aus dem Jahr 2017 nicht ohne Stolz wissen, dass Claas das erste Unternehmen war, mit dem ein spezieller Investitionsvertrag abgeschlossen wurde. “Dieser Vertrag wurde 2016 im Rahmen des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums mit der russischen Regierung, vertreten durch den Minister für Industrie, unterschrieben. Dadurch bekommen die in Russland hergestellten Produkte (Mähdrescher) offiziell den Status „vaterländische Produkte“ und der Erwerb von Mähdreschern wird nun durch finanzielle Unterstützung der Regierung subventioniert”[7]CLAAS: „Wir sind nach Russland gekommen, um zu bleiben“.

Als im Jahr 2015 eine Absichtserklärung unterzeichnet wurde, die Claas später den Status als “vaterländischer Hersteller” einbringen sollte[8]Claas bekräftigt Engagement in Russland, war man bei Claas euphorisch. Der damalige Chef von Claas, Lothar Kriszun, wurde mit den Worten zitiert: “Wir freuen uns über die Anerkennung unseres jahrzehntelangen Engagements in Russland[9]Die Ostwestfalen geben sich russisch[10]Wie aus dem Beitrag Deutsche Traktoren für russische Weiten aus dem Jahr 2015 hervorgeht, war man sich bei Claas damals der Risiken vollauf bewusst. Die Vorsitzende des Claas-Beirats und … Continue reading[11]Vgl. dazu: Deutscher Mähdrescher-Hersteller: “In Russland wollen wir die wirtschaftliche Erfolgstory fortschreiben”. Der Vorteil dieser Anerkennung hatte handfeste ökonomische Vorteile, da der russische Staat Bauern beim Kauf von Mähdreschern und Traktoren mit einem Zuschuss von 25 Prozent des Kaufpreises unterstützt – wenn die entsprechenden Maschinen von einem russischen Hersteller stammen[12]Weshalb die Region um Krasnodar eine strategische Bedeutung erlangt hat, zeigt der arte-Film Weizen: Instrument der Macht | Mit offenen Karten | ARTE.

Unterdessen lässt Claas verlauten, dass man die verbleibenden Möglichkeiten nutzen wolle, um den russischen Landwirten, mit Blick auf die kommende Ernte, Landmaschinen und wichtige Ersatzteile zur Verfügung stellen zu können[13]Diese Firmenlenker bringt der Ukraine-Krieg ins Dilemma.

Update (02.04.22): 

Sollte das Szenario eintreten, das der renommierte Politikwissenschaftler Herfried Münkler in einem Interview mit den tagesthemen entwirft, dann wird Claas sein Russland-Geschäft – zumindest in weiten Teilen – abschreiben müssen[14]In seinem Kommentar von 12.04.22 legt auch Bernd Ziesemer den deutschen Unternehmen, die noch in Russland aktiv sind, nahe, ihr Geschäft abzuschreiben.

Hinzu kommt, dass, wenn Russland den Zugriff auf die ukrainischen Weizenfelder erlangt, seine geopolitische Position gestärkt wird. Wenn also Claas argumentiert, mit seinen Landmaschinen dazu beizutragen, dass die russische Landwirtschaft effizienter wird, dann wird dadurch die Verhandlungsposition Russlands gestärkt[15]Vgl. dazu: Weizen: Instrument der Macht | Mit offenen Karten | ARTE.

Update (24.04.22)

In Deutsche Unternehmen in Russland: Warum sich Henkel und SAP plötzlich doch zurückziehen argumentiert der Autor, dass, sollte Claas sein Werk in Krasnodar schließen, dies ernste Konsequenzen für die weltweite Versorgungslage mit Weizen hätte, wobei er den Wirtschaftswissenschaftler Karsten Kilian von der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt zitiert: „Wenn sich internationale Landmaschinen- und Düngemittelhersteller aus Russland zurückziehen, kann das dazu führen, dass im Herbst die Ernten in Russland geringer ausfallen.“ Dass der Rückzug von Claas aus Russland mit negativen Konsequenzen für die Ernte in Russland verbunden wäre, dürfte unstrittig sein. Im vorliegenden Fall ist diese Feststellung jedoch relativ sinnfrei. Mit mindestens ebenso großer Berechtigung könnte man argumentieren, dass, da große Teile der Weizenernte (auch der russischen) für die Fütterung in der Massentierhaltung verwendet werden, dies einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zur Klimakrise leistet, was wiederum zu neuen Flüchtlingsströmen führen kann, sofern man hier einen Zusammenhang erkennen will[16]Rettung vor der Weizenkrise?.

Informativ ist die arte Doku: Getreidepreis auf Rekordniveau – Warum eine globale Hungerkrise droht | ARTE

Richtig ist allerdings, dass ein Rückzug aus dem Russlandgeschäft wohl an die wirtschaftliche Substanz von Claas gehen würde. Zu den Abschreibungen auf die Investitionen in das Werk, das Personal und die Infrastruktur kommen noch die Umsatzverluste in Höhe von ca. 1.000 Maschinen pro Jahr (zuzüglich der Ersatzteile). In der Summe dürften das 1 Mrd. Euro und mehr sein.

Was das betrifft, ist man bei Phoenix Contact schon weiter. Dort hat man den Rückzug aus Russland bereits beschlossen und den Verkauf des Russland-Geschäfts finalisiert. Der Ausdruck der Haltung und Werte des Familienunternehmens überrage in diesem Fall wirtschaftliche Aspekte, so der Chef von Phoenix Contact, Frank Stührenberg, in einem Gespräch mit dem WB. Stührenberg weiter: “Wir gehen von einer vollständigen Abschreibung aller Unternehmens- und Vermögenswerte in Russland aus”, in: Phoenix Contact stellt sich nach Umsatzrekord auf weitere Erlössprünge ein – Russland-Geschäft ist verkauft

Update (26.04.22)

Wie der WDR berichtet, überlegt man bei Claas, sich aus dem Russland-Geschäft zu verabschieden. “Die Entscheidung lasse sich aber jetzt nicht treffen“, wird ein Unternehmenssprecher zitiert[17]Einige große Unternehmen in OWL produzieren weiter in Russland[18]Ziemlich beste Freunde.

Man arbeitet anscheinend an einer Exit-Strategie, welche die Bilanz nicht völlig verhagelt.

Update (27.04.22)

Claas. Kein Bauernopfer

Update (14.10.22)

Im manager magazin wird die Zukunft von Claas in düsteren Farben gemalt[19]Warum diese Milliardärin ihre Topleute zusammenstaucht. Dabei werden Fakten und Anekdoten munter vermischt. Claas sei auf Dauer zu klein, um auf dem Weltmarkt mit großen Mitbewerbern, wie John Deere, CNH und Agco, mithalten zu können. Die Familienstämme von Claas (Helmut, Reinhold, Günther) hätten es versäumt, das Unternehmen zu verkaufen, als die Umstände günstig waren – z.B. an den US-amerikanischen Agco-Konzern, der bis 2020 von dem ehemaligen Claas-Geschäftsführer Manfred Richenhagen geführt wurde. Richenhagen hatte in der Vergangenheit kaum eine Gelegenheit ausgelassen, Spitzen gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber abzufeuern. Auch sei Claas nicht renditestark genug – ein Punkt, worin dem Autor der aktuelle Claas-CEO Thomas Böck zustimmt. Dieser wird mit den Worten zitiert: “Mit dem Status quo sind wir nicht zufrieden, hier wollen wir uns weiterentwickeln.” Allerdings räumt das mm ein, dass Claas in den Jahren von 2012 bis 2021 seinen Umsatz um 40 Prozent gesteigert habe, während John Deere und Agco im gleichen Zeitraum nur um 31 bzw. 22 Prozent zulegen konnten.

Der Führungsstil der Hauptanteilseignerin Cathrina Claas-Mühlhäuser wird als ruppig und besserwisserisch beschrieben. Es werden unter Rückgriff auf Anekdoten/Hörensagen (“Golftasche im Kofferraum”) Parallelen zu den Management-Methoden ihres Vaters Helmut Claas gezogen, der seinen Führungskräften nur bedingt über den Weg getraut hätte. Das Klima in der Führungsetage sei entsprechend von Misstrauen geprägt. Hinter vorgehaltener Hand würden leitende Mitarbeiter über zuviel Einmischung der Hauptanteilseignerin klagen.

Die Vertriebsleute würden sich über die Produktverliebtheit der Ingenieure beschweren. Den Landwirten und Händlern würden fertige Maschinen präsentiert, ohne den Kundennutzen im Blick zu haben. Etwas, dass Helmut Claas, der als begnadeter Ingenieur beschrieben wird, vorgelebt hat.

Das Werk in Krasnodar hat man bei Claas – zumindest in den Köpfen – abgeschrieben. Die Führungsetage geht von einem Verlust in Höhe von 500 Mio. Euro aus. CEO Böck hätte bereits mehrere Hundert Millionen Euro abgeschrieben.

So weit zu den wesentlichen Punkten.

Nun zur Einordnung:

Der Beitrag ist in einem für das mm typischen Stil verfasst. Wie bereits erwähnt, werden Fakten mit Anekdoten und persönlichen Deutungen vermischt, die für den durchschnittlichen mm-Leser durchaus erbaulich und unterhaltsam sein können. Jedoch zeigt ein näherer Blick, dass viele der Punkte, die in dem Beitrag genannt werden, seit Jahren, eigentlich Jahrzehnten im Zusammenhang mit Claas kolportiert werden. So kam der Hinweis, Claas sei zu klein für den Weltmarkt, bereits in den 1980er Jahren auf. Ebenso verhält es sich mit den Kaufabsichten potenzieller Interessenten. Selbst Warren Buffett, der in Omaha lebt, wo Claas ein Werk unterhält, wird immer wieder mit Kaufabsichten in Verbindung gebracht. Der ehemalige Claas-Chef Lothar Kriszun berichtete gegenüber Finance im Jahr 2015, dass es „In den 1990er-Jahren .. fast jeden Monat eine Anfrage gegeben“ habe. Die Investoren hätten mittlerweile verstanden, dass die Eigentümer-Familie rund um die Aufsichtsratschefin Cathrina Claas-Mühlhäuser „hundertprozentig“ hinter dem Unternehmen stehe, wird Kriszun weiter zitiert[20]Claas-CEO Lothar Kriszun erteilt Investoren eine Absage. Übrigens: Auch im Jahr 2015 musste Claas hohe Abschreibungen auf sein Russland-Geschäft durchführen.

Dass es bei Claas – vor allem in der Führungsetage – nicht wie auf einem Ponyhof zugeht, ist ebenfalls seit Jahrzehnten bekannt. Davon legen die zahlreichen geschassten Geschäftsführer ein Zeugnis ab. Insofern bestätigt sich ein Eindruck, den das mm bereits im Jahr 1972 schilderte, nämlich, dass die Managerfluktuation bei Claas besonders hoch sei. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Helmut Claas vermochte mit seinen häufig spontanen Einstellungen von Geschäftsführern die Branche und die Mitarbeiter zu verblüffen. Beispielhaft dafür ist die Ernennung des ehemaligen IBM-Managers Manfred Siebenlist zum Geschäftsführer, der sich nur wenige Jahre auf seinem Posten halten konnte[21]Siebenlist wechselte zunächst zu Xerox und ging kurz darauf zum Claas-Mitbewerber KHD. Der Vorgänger von CEO Böck verließ das Unternehmen relativ “spontan”[22]Claas tauscht den Chef aus. Rüdiger Günther, der die Finanzierung von Claas auf eine neue Basis gestellt hat[23]Claas-Chef Rüdiger A. Günther ist „CFO des Jahres 2006“, soll sich mit Cathrina Claas-Mühlhäuser nicht allzu gut verstanden haben[24]Sicher, dass ist es ebenfalls nur Hörensagen. Insofern passt das in dem mm-Beitrag geschilderte Klima in der Führungsetage ins Bild. Seit 2000 hatte Claas bereits sechs Chefs[25]Allerdings sind nur zwei mehr oder weniger vorzeitig ausgeschieden. Kottkamp hatte die Gelegenheit, geschäftsführender Gesellschafter bei Hako zu werden, Freye und Kriszun sind regulär, d.h. aus … Continue reading[26]Einer der Vorgänger der Genannten, Gernot Schäfer, konnte sich zwei Jahre auf dem Chefsessel bei Claas halten. Das entspricht in etwa der durchschnittlichen Verweildauer eines Trainers in der 1. Fussball-Bundesliga. In beiden Fällen gilt: Wer dort anheuert, weiß oder sollte wissen, worauf er sich einlässt[27]Der FCB fährt mit dieser Strategie übrigens recht erfolgreich. Die ständige Rotation auf dem Trainerposten sorgt dafür, dass sich ein Trainer mit seiner Spielidee nicht verewigt und keine … Continue reading.

Ein ähnlich distanziertes Verhältnis zu seinen Managern unterhielt auch Reinhard Mohn. Auch bei Bertelsmann war die Fluktuation im Topmanagement während der 1980er und 1990er Jahre hoch. Als Thomas Middelhoff sich anschickte oder zumindest verdächtigt wurde, Bertelsmann mit einem US-amerikanischen Konzern zu verschmelzen und/oder an die Börse zu bringen, setzte ihn Reinhard Mohn vor die Tür. Ähnlich erging es dem Vorgänger Middelhoffs, Mark Wössner und etwas später, dem ehemaligen Vize-Chef von Bertelsmann, Gerhard Schulte-Hillen[28]Reinhard Mohn zur Eitelkeit von Managern (1921 – 2009). Vor Wössner und Middelhoff erwischte es Manfred Fischer[29]Etliche Jahre vor den Genannten machte Edzard Reuter, der spätere Daimler-Chef, Bekanntschaft mit den Eigenheiten inahbergeführter Unternehmen, in: Edzard Reuters Erfahrungen als Mitarbeiter von … Continue reading. Geschadet hat es Bertelsmann als Familienunternehmen bislang nicht. Jedoch gehörte das mm seinerzeit zu denjenigen, die beklagten, dass Middelhoff in dem konservativen ostwestfälischen Unternehmen seine Visionen nicht richtig umsetzen konnte. Nicht viel anders war es bei Wirecard und seinem zur Ausnahmeerscheinung hoch stilisierten Chef Markus Braun[30]Aus dem Nichts zum Milliardär[31]Wirecard-Chef Markus Braun verteidigt sein Lebenswerk. Darin kommt die Schwäche vieler Wirtschaftsjournalisten für Porträts zum Ausdruck, in welchen den jeweiligen Personen fast schon übermenschliche Fähigkeiten zugeschrieben werden, auch bekannt als Halo-Effekt[32]Der Erfolg hängt nicht selten von Zufällen, Sondereffekten und anderen situativen Faktoren ab, und weitaus weniger von der visionären Eingebung des Top-Managements oder der herausragenden … Continue reading. Der Mann oder die Frau an der Spitze macht den entscheidenden Unterschied. Ihre Visionen, die von den Wächtern der Vergangenheit in kleingeistiger Manier bekämpft werden, heben sie über die Normalsterblichen hinaus. Wohl dem Eigentümer, der seinen Götterlieblingen freie Hand lässt und seinem Unternehmen damit die Tür zu einer goldenen Zukunft weit aufstösst. Für gewöhnlich entpuppt sich der Star als durchaus normalsterblich und an die Schwerkraft gebunden. Die Unternehmen hinterlässt er häufig in einem Zustand des Chaos, oder aber er bringt das Kunststück fertig, einen Weltkonzern ohne Not zu zerlegen, wie Jürgen Dormann bei Hoechst. Übrigens wurde  Dormann vom mm zuvor zum “Manager des Jahres” ernannt[33]“Dormanns Wesen änderte sich dann allmählich. Er glaubte wirklich, er sei der beste aller Manager, und seine Entscheidungen wären immer richtig. Dabei hätte doch ein Blick auf die Schlussbilanz … Continue reading. Wie sagte der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel einmal: Wenn ich Aktien eines Unternehmens habe, dessen Chef gerade zum “Manager des Jahres” gewählt wurde, pflege ich sie sofort zu verkaufen. Bei Hoechst gab es niemanden mehr, der Dormann als Haupteigentümer hätte stoppen können. Bei Claas, Bertelsmann, Miele, Oetker und Benteler ist das anders. Übrigens ist die Fluktuation bei Benteler in der Führungsetage ebenfalls beachtlich. In den 1980er Jahren titelte die Wirtschaftswoche über Oetker “Zu klein geraten”. Mit Blick auf die Reederei Hamburg Süd traf das letztlich sogar zu. Im Bereich Nahrungsmittel bislang nicht. Und es sind seitdem fast 40 Jahre vergangen.

Wie dem auch sei. Richtig ist, dass Claas sich in Russland verrannt hat und dafür einen hohen Preis zahlen muss. Als die meisten deutschen Unternehmen den Rückzug in Russland antraten, hat Claas noch aufs Tempo gedrückt. Im Nachhinein eine klare Fehlentscheidung. Das jedoch zum Anlass zu nehmen, altbekannte, abgedroschene Geschichten und Argumentationsmuster wieder aufleben zu lassen und auf Stichwortgeber zurückzugreifen, die sich als Manager eventuell verkannt fühlen, ist dann doch etwas einfallslos, womit nicht gesagt ist, dass Claas den Erfolg gepachtet und die Hauptanteilseignerin in allem eine glückliche Hand hat.

“Groß denken – oder klein beigeben”. So endet der mm-Beitrag. Nun ja, für ein Unternehmen, ein Familienunternehmen im besonderen, ist es das wichtigste, im Geschäft zu bleiben und die Handlungsfreiheit zu sichern[34]Das Ziel der Strategie ist oft weniger ein abgeschlossenes Ergebnis – eine führende Wettbewerbsposition -, das es innerhalb bestimmter Zeiten und Kosten zu erreichen gilt, sondern eine zukünftige … Continue reading. Hochfliegende Pläne führen häufig zum Absturz, sorgen jedoch für unterhaltsame Geschichten mit einer äußerst überschaubaren Halbwertszeit. Oder wie es der spanische Philosoph Jose Ortega y Gasset einmal zusammenfasste: “Triumpf des Augenblicks oder Glanz der Dauer”

Update 15.10.22

Gegenüber der Lokalzeitung “Die Glocke” hat sich die Claas-Unternehmenskommunikation zu dem Bericht im mm geäußert. Auf die Frage, ob man an dem Werk in Krasnodar festhalte, antwortet Claas, dass man die Situation sehr genau beobachte. Da Russland für die weltweite Ernährungssicherheit von herausragender Bedeutung sei, könne man sich eine vollständige und dauerhafte Isolation des russischen Agrarmarktes schwer vorstellen. Claas halte an der Aktivität in Russland fest. Zu dem Vorwurf, die Mehrheitsanteilseignerin Cathrina Claas-Mühlhäuser verhalte sich gegenüber ihren Managern übegriffig, heisst es allgemein: Im Haus Claas werde großer Wert auf eine sehr persönliche und verantwortungsvolle Mitarbeiterkultur gelegt[35]“Sehr persönlich” lässt sich jedoch auch als distanzlos interpretieren. Den Bericht halte man, so lässt die Claas-Unternemenskommunikation wissen, für tendenziös und polarisierend.

Update 17.10.22

Wechsel in der Unternehmenskommunikation bei Claas

Update 2.12.22

Das Drama geht in die nächste Runde. Nach Recherchen der ZEIT und von Radio Hochstift soll es bei Claas Überelegungen gegeben haben, die Russland-Sanktionen mit Tricks zu umgehen. Laut ZEIT arbeitete man seit Juli 2022 bei Claas an der Umsetzung eines Geheimprojekts. Der Plan sah vor, die Produktion in Krasnodar ab März 2023 unter Nutzung einer Lücke in den Embargo-Vorschriften wieder aufzunehmen. Zwar ist die Lieferung ganzer Mähdrescher nach Russland erlaubt[36]das Problem ist nur, dass damit der Sonderinvestitionsvertrag (SPIC), den Claas seinerzeit mit der russischen Regierung geschlossen hat, unterlaufen würde. Diese gibt nämlich vor, das ein … Continue reading; deutlich restriktiver sind die Vorschriften jedoch bei einzelnen Komponenten, die nicht nur für die Bau von Mähdreschern, sondern auch für miltärische Geräte verwendet werden können, wie Keilriemen, Hydraulikzylinder, Gasdruckfedern, Schalldämpfer oder Stahlrohre. Hiefür sollten wichtige Einzelteile nach Insider-Informationen, die der ZEIT und Radio Hochstift zugespielt wurden, in Baugruppen versteckt nach Russland exportiert werden.

Im September meldete sich ein Informant der Firma Claas bei der ZEIT und Radio Hochstift, kurz darauf übergab er Unterlagen über Pläne zur Wiederaufnahme der Produktion in Russland. Nach sorgfältiger Prüfung, dem Auswerten von Mails und vielen Gesprächen erhärtete sich das Bild. Einen Katalog mit 19 Fragen der ZEIT dazu beantwortete Claas nur vage. (Hinter der Geschichte, Quelle: DIE ZEIT “Pflug und Trug” vom 30.11.2022)

Zu diesem Zweck sollten die sanktionierten Teile zu neuen Komponenten zusammenbaut werden, die dadruch eine andere Zolltarifnummer bekommen würden und so für die Kontrolleure unsichtbar werden.

Radio Hochstift nennt ein Beispiel: “Der Hydraulikzylinder, der vorher einzeln versendet wurde, soll jetzt schon in einem Werk in Deutschland (bspw. Paderborn) an eine Hinterachse geschraubt werden. Dann ist es eine Baugruppe und kein Einzelteil mehr und erhält eine neue Zolltarifnummer.Anhand einer Präsentation, die in Russland ausgearbeitet wurde, wird seit Wochen in deutschen Claas-Werken geschaut, wie Komponenten, die unter das Embargo fallen, in anderen Einheiten versteckt werden können. Laut einem hochrangigen Claas-Manager, mit dem Radio Hochstift und DIE ZEIT sprechen konnten, läuft das Geheimprojekt spätestens seit dem Sommer dieses Jahres[37]Claas und die EU-Sanktionen.

Im Spätsommer 2022 soll Claas bereits einen Testlauf durchgeführt haben. Allerdings wurde die Lieferung vom Zoll in Estland gestoppt, da die Zollbeamten darin einen Verstoß gegen die EU-Sanktionen erkannten. Ende Oktober jedoch erreichte die Lieferung über die Zollabfertigung in Krasnodar ihren Bestimmungsort ohne Beanstandungen. Darin enthalten waren u.a. sechs sankionierte Hydraulikzylinder.

Für Spekulation sorgt weiterhin die Rolle des Generaldirektors von Claas-Russland, Ralf Bendisch, der bis Oktober für Claas tätig war. Bendisch ist daneben noch Honorakonsul Deutschlands in Krasnodar und damit quasi ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des auswärtigen Amtes. Die Frage ist nun, ob und inwieweit Bendisch in seiner Funktion als Honorarkonsul Einfluss auf die jüngsten Vorgänge ausgeübt hat.

Die eigentlichen Strippenzieher sollen laut ZEIT die Hauptanteilseignerin Cathrina Claas-Mühlhäuser, der Geschäftsführer Jan-Hendrik Mohr (gleichzeitig auch Cousin von Claas-Mühlhäuser) und CEO Thomas Böck gewesen sein. Mohr war mit der Durchführung des Projekts betraut.

Der von ZEIT um eine Einschätzung der Vorgänge auf Sanktionsrecht spezialisierte Anwalt Viktor Winkler hält den Vorgang, wenn er so passiert ist, für eine besonders schwere Verletzung der EU-Sanktionen “deren Dreistigkeit mich auch nach über zehn Jahren im Sanktionsgeschäft durchaus erstaunt.” Sofern die Vorwürfe sich als zutreffend erweisen sollten, liege vorsätzliches Handeln vor; nimmt man in dem Fall die Ereignisse in Estland hinzu, weise dies auf eine nicht unerhebliche kriminelle Energie hin.

Claas selber hat die Vorwürfe zurückgewiesen und die Lieferungen nach Russland bis auf weiteres gestoppt. Man nehme die Vorwürfe zum Anlass, die entsprechenden Vorgänge einer Compliance-Prüfung zu unterziehen[38]Vorwürfe zu EU-Sanktionen: Claas stoppt Lieferungen[39]Claas-Recherche: Compliance-Untersuchung im Weltkonzern..

Der Imageschaden für Claas ist schon jetzt beachtlich. Sollten sich die Vorwürfe als zutreffend erweisen, wäre das veheerend. Um die Firmen- und Unternehmenskultur scheint es ohnehin nicht zum Besten zu stehen, wie das manager magazin bereits vor einigen Monaten berichtete. Auch ein Unternehmen wie Claas kann sich nicht viele Fehler solches eines Ausmaßes erlauben. Häufig sind das Indikatoren, die auf den Beginn des Niedergangs hindeuten[40]Vgl. dazu: The Psychology Behind Unethical Behavior.

Update 7.12.22

Unruhe um Russland-Sanktionen: Claas verschiebt Bilanzpressekonferenz

Update 8.12.22

EU-Kommission beschäftigt sich mit Radio Hochstift-Recherche

References

References
1 Claas erweitert Werk in Krasnodar
2 Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Erfolgsgeschichte: CLAAS
3 Claas meldet Umsatzrekord und Gewinnsprung
4 Claas aus Harsewinkel setzt Produktion in Russland aus
5 Prinzip Hoffnung
6 Russland könnte westliche Unternehmen verstaatlichen
7 CLAAS: „Wir sind nach Russland gekommen, um zu bleiben“
8 Claas bekräftigt Engagement in Russland
9 Die Ostwestfalen geben sich russisch
10 Wie aus dem Beitrag Deutsche Traktoren für russische Weiten aus dem Jahr 2015 hervorgeht, war man sich bei Claas damals der Risiken vollauf bewusst. Die Vorsitzende des Claas-Beirats und Gesellschafterausschusses Cathrina Claas-Mühlhauser wurde darin mit den Worten zitiert: “Die Landwirtschaft in Russland hat ausgezeichnete Zukunftsperspektiven, benötigt aber für die Umsetzung dringend mehr moderne Landtechnik“. Das HB schrieb: “Claas stellt sich mit seiner Expansion gegen den Trend, denn andere Industriekonzerne und Investoren ziehen sich aus Russland zurück. Der Preisverfall bei Rohöl, dem wichtigsten Exportgut Russlands, sowie die Sanktionen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise haben das Land erstmals seit sechs Jahren in eine Rezession getrieben. … Während andere hauptsächlich die finanzielle Ungewissheit im Auge haben, wittert Claas eine Gelegenheit und will seine Position ausbauen. ..  “Das größte Potenzial für uns bieten Russland und die Ukraine, in der dieser Reihenfolge – und deshalb investieren wir dort trotz der politischen Schwierigkeiten“, sagte Konzernsprecher Lothar Kriszun. “Für uns hat Internationalisierung Priorität“.. Im Unterschied zu Claas, so das HB weiter, fahren Konzerne wie Volkswagen oder General Motors ihr Engagement in Russland zurück. Lothar Kriszun wird weiter zitiert: “Wer mutig genug ist, um im Land zu bleiben, wird von den Russen positiv beurteilt, denke ich. Russland ist nicht Putin. Es ist ein großes, wichtiges Land in Europa und wir denken, dass sich die Dinge normalisieren werden
11 Vgl. dazu: Deutscher Mähdrescher-Hersteller: “In Russland wollen wir die wirtschaftliche Erfolgstory fortschreiben”
12 Weshalb die Region um Krasnodar eine strategische Bedeutung erlangt hat, zeigt der arte-Film Weizen: Instrument der Macht | Mit offenen Karten | ARTE
13 Diese Firmenlenker bringt der Ukraine-Krieg ins Dilemma
14 In seinem Kommentar von 12.04.22 legt auch Bernd Ziesemer den deutschen Unternehmen, die noch in Russland aktiv sind, nahe, ihr Geschäft abzuschreiben
15 Vgl. dazu: Weizen: Instrument der Macht | Mit offenen Karten | ARTE
16 Rettung vor der Weizenkrise?
17 Einige große Unternehmen in OWL produzieren weiter in Russland
18 Ziemlich beste Freunde
19 Warum diese Milliardärin ihre Topleute zusammenstaucht
20 Claas-CEO Lothar Kriszun erteilt Investoren eine Absage
21 Siebenlist wechselte zunächst zu Xerox und ging kurz darauf zum Claas-Mitbewerber KHD
22 Claas tauscht den Chef aus
23 Claas-Chef Rüdiger A. Günther ist „CFO des Jahres 2006“
24 Sicher, dass ist es ebenfalls nur Hörensagen
25 Allerdings sind nur zwei mehr oder weniger vorzeitig ausgeschieden. Kottkamp hatte die Gelegenheit, geschäftsführender Gesellschafter bei Hako zu werden, Freye und Kriszun sind regulär, d.h. aus Altersgründen, ausgeschieden
26 Einer der Vorgänger der Genannten, Gernot Schäfer, konnte sich zwei Jahre auf dem Chefsessel bei Claas halten
27 Der FCB fährt mit dieser Strategie übrigens recht erfolgreich. Die ständige Rotation auf dem Trainerposten sorgt dafür, dass sich ein Trainer mit seiner Spielidee nicht verewigt und keine Seilschaften im Verein etablieren kann. Es gilt die Maxime: Niemand ist größer als der Verein, oder, wie Karl-Heinz Rummenigge einmal sagte: Trainer kommen und gehen
28 Reinhard Mohn zur Eitelkeit von Managern (1921 – 2009)
29 Etliche Jahre vor den Genannten machte Edzard Reuter, der spätere Daimler-Chef, Bekanntschaft mit den Eigenheiten inahbergeführter Unternehmen, in: Edzard Reuters Erfahrungen als Mitarbeiter von Reinhard Mohn: “Geblieben ist mir aus der Zeit bei Bertelsmann vor allem die durch spätere Beobachtung wiederholt bestätigte Lehre, wie zwiespältig es ist, sich als innerlich unabhängiger Mensch auf eine enge Zusammenarbeit mit Privatunternehmern einzulassen. Sie sind ihr eigener Herr auch in dem Sinne, dass sie aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen von einem Tag zu anderen ihre Meinung ändern können. Verlässlichkeit als Grundlage für gegenseitiges Vertrauen zählt dann wenig. In Aktiengesellschaften, die nicht von einem einzelnen Großaktionär beherrscht werden, mag es andere Nachteile geben: Persönliche Abhängigkeiten vergleichbarer Art finden sich dort selten. Reinhard Mohn war ein solcher Unternehmer. Noch Jahre später wurde ihm sein väterlich-jovialer Umgang mit jüngeren Mitarbeitern rühmlich nachgesagt. Dafür waren nicht nur Mutproben oder Albereien kennzeichnend, .., sondern auch die Bereitschaft, ihnen die volle Verantwortung für einen ganzen Geschäftsbereich zu überlassen. Aber wehe, die Gunst der persönlichen Zuneigung erlosch, aus welchen Gründen auch immer. So bleibt zwar die Großartigkeit seines unternehmerischen Lebenswerkes unbestreitbar, doch nicht wenige haben dafür bezahlen müssen”.
30 Aus dem Nichts zum Milliardär
31 Wirecard-Chef Markus Braun verteidigt sein Lebenswerk
32 Der Erfolg hängt nicht selten von Zufällen, Sondereffekten und anderen situativen Faktoren ab, und weitaus weniger von der visionären Eingebung des Top-Managements oder der herausragenden Unternehmenskultur. Häufig werden Ursache und Wirkung verwechselt. Dass eine herausragende Unternehmensperformance fast immer automatisch mit einer klaren Strategie, offener Kommunikation, gemeinsam Werten, Innovationskraft usw. attribuiert wird, ist nicht überraschend. Ungewöhnlich ist dagegen der schlagartige Stimmungswechsel bei den Kommentatoren, die über ein Unternehmen, das sie noch im Jahr zuvor wegen seiner herausragenden Führung, Produkte und Kultur gelobt haben, bei nachlassender Performance auf einmal das genaue Gegenteil schreiben, in: Der Halo-Effekt. Wie Manager sich täuschen lassen
33 Dormanns Wesen änderte sich dann allmählich. Er glaubte wirklich, er sei der beste aller Manager, und seine Entscheidungen wären immer richtig. Dabei hätte doch ein Blick auf die Schlussbilanz vieler seiner prominenten Vorgänger, u.a. Reuter und Schimmelbusch, ihm eher eine Portion Skepsis – und Zurückhaltung – nahelegen sollen. Es begann nun die Zeit, in der Personalentscheidungen getroffen wurden, die nicht mehr nachzuvollziehen waren: Dormann umgab sich mit Leuten, die ihm in keiner Weise widersprechen würden und deren intellektuelles Potenzial dementsprechend beschränkt war. Das betraf auch Vorstandsmitglieder, die er in den Vorstand hatte berufen lassen. Die Qualität der Arbeit ließ spürbar nach“, in: Der Untergang von Hoechst
34 Das Ziel der Strategie ist oft weniger ein abgeschlossenes Ergebnis – eine führende Wettbewerbsposition -, das es innerhalb bestimmter Zeiten und Kosten zu erreichen gilt, sondern eine zukünftige Handlungsfähigkeit, das Erreichen eines bestimmten Grades von Kontrolle der Situation oder die Einnahme einer Position, die eine Vielzahl von Optionen offenläßt, und zwar mehr als heute bestehen. Das Ziel der Strategie ist, mit anderen Worten, die Suche nach einem neuen dynamischen Gleichgewicht; dieses dynamische Gleichgewicht wird nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt, sondern auf eine bestimmte Zeitspanne bezogen und ist das Ergebnis gegenseitigen Nachgebens und des Aufgebens übertriebener Forderungen im Interesse eines langfristigen Nutzens, in: Wettbewerbsstrategie
35 “Sehr persönlich” lässt sich jedoch auch als distanzlos interpretieren
36 das Problem ist nur, dass damit der Sonderinvestitionsvertrag (SPIC), den Claas seinerzeit mit der russischen Regierung geschlossen hat, unterlaufen würde. Diese gibt nämlich vor, das ein bestimmter Teil der Mähdrescher in Russland gefertigt werden muss. Dafür gewährt der russische Staat beim Kauf eines Mähdreschers 25 Prozent Zuschuss
37 Claas und die EU-Sanktionen
38 Vorwürfe zu EU-Sanktionen: Claas stoppt Lieferungen
39 Claas-Recherche: Compliance-Untersuchung im Weltkonzern
40 Vgl. dazu: The Psychology Behind Unethical Behavior

Von Rolevinck

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