Datenkommunikation und elektronische Verbindungstechnik – westfälische Kernkompetenzen

Von Ralf Keuper

In einer vernetzten Wirtschaft sind Verfahren und Technologien, die für einen schnellen und sicheren Datenaustausch zwischen Maschinen und Geräten sorgen, von großer Bedeutung. Für diese Form der Datenkommunikation wird häufig der Begriff Machine-to-machine (M2M) verwendet. Damit die Maschinen möglichst reibungslos miteinander kommunizieren können, sind entsprechende Standards und Protokolle nötig. Zusammengehalten werden die verschiedenen Komponenten, Protokolle und Maschinen durch die elektronische Verbindungstechnik.

Weltweit führend auf diesem Gebiet sind die ostwestfälischen Unternehmen Phoenix Contact, Wago, Weidmüller, Beckhoff, Harting, Lenze und KEB. Zusammen halten sie einen Weltmarktanteil von 75 Prozent. Die Region Ostwestfalen-Lippe wird daher auch als “Klemmen-Valley” bezeichnet (Vgl. dazu: Klemmen-Valley Ostwestfalen-Lippe). Um die Zusammenarbeit der Unternehmen untereinander im Bereich der Forschung zu stärken, wurde it’s OWL (Intelligente technische Systeme Ostwestfalen-Lippe) ins Leben gerufen.

Momentan wird an vielen Verfahren geforscht, mit deren Hilfe sich die Übertragung von Daten und Informationen beschleunigen lässt. An der RuhrUni Bochum haben Ingenieure ein Konzept für den ultraschnellen Datentransfer über Glasfaserkabel entwickelt (Vgl. dazu: Neue Laser für den ultraschnellen Datentransfer).

Das Bochumer Konzept könnte nicht nur eine wesentlich schnellere Datenübertragung ermöglichen, sondern dabei auch noch Energie sparen. Denn die herkömmliche Technik ist bei hohen Geschwindigkeiten extrem energiehungrig. „Datenübertragung und Internet werden – wenn wir die Technologie nicht ändern – bald mehr Energie verbrauchen, als wir derzeit auf der Erde produzieren“, sagt Prof. Dr. Martin Hofmann. Gemeinsam mit Privatdozent Dr. Nils Gerhardt und Doktorand Markus Lindemann forscht er daher an einer alternativen Technologie.

Das Thema Sicherheit ist bei Übertragung großer Datenmengen naturgemäß kritisch. Hierfür werden Verschlüsselungstechnologien benötigt. An der Uni Münster arbeiten Forscher am Center for Nanotechnology (CeNTech) an einem Verfahren, das Quanteninformationen in Form von Lichtteilchen nutzt, um Daten verschlüsselt zu übertragen. Hierbei setzt man kleine Chips ein, auf denen sich sehr kleine funktionelle Strukturen befinden – zum Beispiel für eine abhörsichere Übertragung von Daten (Vgl. dazu: Neue Nanochips für schnelle und sichere Datenübertragung). In Bochum wird demnächst ein neues Max-Planck-Institut für Cybersecurity and Privacy entstehen (Vgl. dazu: Was die Gründung des Max-Planck-Instituts für Bochum bedeutet). Schon jetzt ist Bochum, neben Darmstadt und Saarbrücken, der wichtigste Forschungsstandort um Fragen der sicheren Datenkommunikation, weshalb sich hier schon zahlreiche Startups aus dem IT-Sicherheitsumfeld angesiedelt haben (Vgl. dazu: Eröffnung des Bochumer Cyber Security Inkubators). Erst vor wenigen Tagen wurde in Bochum der Exzellenzcluster Casa für IT-Sicherheit eröffnet (Vgl. dazu: Exzellenzcluster Casa wird feierlich eröffnet).

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