Die Likörfabrik J. Bansi und die “Bielefelder Tropfen”

Von Ralf Keuper

Der Weg von der Konditorei zur Likörfabrik Bansi war ein weiter. Seinen Anfang nahm er in der Person von Johann Fortunat Bansi, der 1792 im schweizerischen Silvaplanta geboren wurde. Da es zu der Zeit in der Schweiz nicht genügend Arbeit für alle jungen Menschen gab, beschloss Fortunat Bansi, wie viele Schweizer jener Zeit, u.a. auch sein Bruder, sein Glück in Deutschland zu versuchen. Nach verschiedenen Stationen ließ er sich im Jahr 1813 endgültig in Bielefeld als Konditor nieder. Im Jahr 1816 übernahm er die Konditorei seines Bruders Lucas.

Initialzündung für den Einstieg Bansis, der ständig auf der Suche nach neuen Geschäftsideen war,  in die Likör-Herstellung war eine Begegnung im Jahr 1822:

Da betrat 1822 ein Reisender in Sachen Liköre die Bielefelder Konditorei. Bansi testete dessen Proben und informierte sich über den Wirkungskreis des Reisenden und faßte den Entschluß, diesen zu seinem Geschäft passenden Fabrikationszweig selbst aufzunehmen, wiewohl sich Bansi eingestand, weder Kenntnisse in der Herstellung von Likören noch im kaufmännischen Bereich zu besitzen. Im Frühjahr 1823 unternahm er seine erste nicht sehr erfolgreiche Geschäftsreise nach Herford, die zweite folgte im Herbst des Jahres. Sie führte ihn per Pferd nach Wiedenbrück und Rheda, wo er seinen Vanillelikör absetzte. Das heimische Geschäft betrieb er inzwischen mit einem Lehrling, wobei die Arbeitskapazität der beiden bald überschritten wurde. Bansi entschloß sich, einen Reisenden zu engagieren. Der erste Reisende der Firma Bansi war der aus Horn stammende…

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