Gabriele Münter und ihre Zeit in Herford

Von Ralf Keuper

Seit einigen Jahren findet das malerische Werk von Gabriele Münter endlich die Anerkennung, die ihr nach Meinung zahlreicher Kunstliebhaber zusteht. Lange Zeit war sie als Geliebte Kandinskys bekannt. Als eigenständige Künstlerin wurde sie dagegen kaum wahrgenommen. Das hat sich, wie erwähnt, inzwischen geändert, wie aktuell eine Ausstellung in München zeigt. Das Kunstmagazin arte widmet ihr in seinem aktuellen Heft die Titelgeschichte Gabriele Münter. Mehr als Kandinskys Muse: München feiert ihr vielschichtiges Werk.

Wenig bekannt ist dagegen, dass Gabriele Münter einige Jahre in Herford verbracht hat. Ihr Vater und Bruder fanden dort ihre letzte Ruhe. Gabriele Münter lebte von 1878 bis 1884 in der Stadt. Im Jahr 1877 wurde sie in Berlin als Tochter des gebürtigen Herforders Carl Friedrich Münter geboren. Ein Jahr später zog Münter mit seiner Familie zurück in seine Heimatstadt. Dort blieben sie bis 1884. In Auf Spurensuche in Gabrieles Herford erfahren wir über die Zeit Gabriele Münters in Herford:

Später erinnert sie sich vor allem an den schönen Garten zur Aa hin, den ihre Mutter angelegt hatte und in dem sogar Tomaten angepflanzt wurden. Das Haus wurde im 2. Weltkrieg zerbombt. Heute ist hier der WWE-Parkplatz.

In Gabrieles Erinnerung war sie trotz dreier älterer Brüder viel allein in dieser Zeit. Aber da gab es den Steinmetz nebenan, der in ihrer Erinnerung auch ein Bildhauer war und der das zeichnerische Talent der kleinen Ella durch sein Vorbild herausgefordert hat.

Oft hat sie ihren Onkel Gustav besucht, der an der Münsterkirche in einem Haus lebte, das als “Eulenhaus” bezeichnet wurde. Der Weg dorthin durch Radewig, Bäckerstraße und Alten Markt, wo das Rathaus gerade abgebrochen worden war, hatte sich ihrem Gedächtnis eingegraben.

Auch in späteren Jahren kehrte Gabriele Münter hin und wieder nach Herford zurück.

Weitere Informationen:

Neuentdeckung der Malerin Gabriele Münter

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