Gerhard Nebel über das Einzigartige der Münsteraner Gastronomie

Die Münsterer Bucht ist nahrhaft, Schweinemast auf der Grundlage der Eicheln, die die Eichenwälder abwerfen, also Schinken, und Pumpernickel auf der Grundlage des Roggens – dazu dann Grünkohl mit Mettwurst, Surmoss, will sagen Sauerkraut, Panhas, das mit Grieben und Rübenkraut gereicht wird, Pfefferpotthast, Buchweizen-Pfannkuchen. All das wurde uns angeboten, als wir in eine Wirtschaft eintraten, in der sich Münsters Substanz höchst erfreulich verdickt, und zwar auf eine natürliche, volkstümliche Art, des Volkes wahrer Himmel, jedoch so, dass alles Pöbel- und Massenhafte fern ist, nicht einmal mehr gedacht werden kann, von der vornehmtuerischen Fadheit der höheren Gastronomie zu schweigen. Ich bin weit herumgekommen und habe die gastlichen Räume erprobt, aber ein Lokal, das so in Übereinstimmung mit dem Stadtgeist gewesen wäre, ein Lokal von dieser Gediegenheit habe ich noch nicht gefunden, auch in Schwaben nicht.

Quelle: Gerhard Nebel: Liebe auf den ersten Blick – Ein Besuch in Münster

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