Keith Haring und seine Erfahrungen mit dem Skulpturen-Projekt in Münster

Von Ralf Keuper

In einem Tagebucheintrag vom 11. Juni 1987 schildert Keith Haring seine Eindrücke, welche die Organisation des Skulpturenprojektes in Münster beim hin hinterließ.

Rückkehr nach Münster, um den Anstrich des Roten Hunds zu beaufsichtigen. Wir kommen bei Regen an, und der Anstrich ist schon halb fertig. Wir setzen ein paar Rasenstücke um die Plastik wieder ein und gehen ins Landesmuseum, um Kaspar König zu suchen. Die Maler versichern uns, den Rest zu streichen, sobald es zu regnen aufhört. Wann das aber sein wird, kann man in Münster nie wissen. Im Museum finden wir Kaspar nicht, aber wir treffen Matt Mulligan und Daniel Buren. Daniel seh ich immer gern. Alle anderen im Umkreis des Projekts kommen mir ein bißchen kalt vor. Der Führer (kein Katalog) für das Skulpturen-Projekt ist etwas enttäuschend. Die Erläuterung zu meiner Skulptur erklärt nicht viel und ist fast, als müsste man sich dafür entschuldigen. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie mich bei dieser Ausstellung wirklich dabei haben wollen. Ich glaube, sie fühlen sich auf eine nicht geheure Weise angegriffen. Alle sind immer in der Defensive.

Quelle: Keith Haring. Tagebücher

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