Münster wird zentraler Standort für die Batterieforschung

Von Ralf Keuper

Die Entscheidung des Bundesforschungsministeriums, das Zentrum für Batterieforschung in Münster anzusiedeln, stieß vor allem im Süden der Republik auf Unverständnis (Vgl. dazu: Batterieforschung: Land ist sauer auf den Bund – und fordert Erklärung & Ministerpräsidenten kritisieren Standortwahl für Batterieforschung). Beste Aussichten rechnete man sich in Ulm aus. Dort war im vergangenen Jahr der Exzellenzcluster in der Batterieforschung an den Start gegangen. Die Tatsache, dass ausgerechnet Ibbenbüren, im Wahlkreis von Bundesforschungsministerin Karliczek gelegen, als Standort für das Recycling geplant ist, hat für manche ein “Geschmäckle” (Vgl. dazu: Über meinem Wahlkreis soll’s Millionen regnen!).

Die Bundesforschungsministerin war daher gezwungen, auf die Kritik zu reagieren (Vgl. dazu: Ministerin Karliczek verteidigt Batterieforschungs-Standort Münster gegen scharfe Kritik). In einem Interview erläuterte der Leiter des Batterieforschungszentrums Münster Electrochemical Energy Technology (MEET), Prof. Dr. Martin Winter, weshalb Münster und nicht Ulm, Karlsruhe, Salzgitter oder Itzehoe den Zuschlag bekommen hat

Für die Standortentscheidung hat das Bundesforschungsministerium eine Reihe von Gründen genannt. Ausschlaggebend sei unter anderem gewesen, dass wir in der Batterieforschung international tätig sind und ein vielversprechendes Konzept für einen geschlossenen Wertschöpfungskreislauf mit Industriepartnern entwickelt haben. Unser Recyclingkonzept wurde gelobt. Uns wurde die große Erfahrung in der Zellfertigung attestiert. Und eine Transferkompetenz: Das Forschungszentrum Jülich für die Grundlagenforschung für neue Generationen von Batterien ist in der Nähe, die RWTH für Produktionsverfahren – und wir in Münster sind spezialisiert auf neue Materialien für Batteriezellen.

Weitere Gründe, welche die Entscheidung für Münster plausibel erscheinen lassen, nennt der Beitrag Faktencheck: Forschungsfabrik für Batterien in Münster. Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt Jan-Martin Wiarda in Frau Karliczek, die Landesväter und der Streit um die Akkufabrik.

Einer der Kommentatoren des letztgenannten Beitrags schreibt:

Das die Ministerpräsidenten der unterlegenen Bundesländer hier einen Veitstanz aufführen – geschenkt. Die Region hat es verdient. Es hätte niemanden gewundert, wenn die Mittel nach Bayern oder Baden-Würtemberg gegangen wären. … Und es ist schön, dass in NRW mal die Regionen bedacht werden, die eben nicht Ruhrgebiet oder Köln/Düsseldorf/Bonn sind sondern sehr unspektakulär einfach einen guten Job machen.

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