Wiederentdeckt: Der Staatsmann, Historiker und Literat Justus Möser

Von Ralf Keuper 

Justus Möser, der heute weitgehend unbekannt ist, gehörte im 18. Jahrhundert zu den führenden, wie man heute sagt, Intellektuellen in Deutschland. Mit seinen Schriften zur Staatslehre, aber auch mit seinen Satiren und Essays, übte er einen großen Einfluss auf das Denken seiner Zeitgenossen aus, wie u.a. auf keinen Geringeren als Goethe. In seinem lesenswerten Beitrag Justus Mösers “Patriotische Phantasien” für Deutschland beschäftigt sich Detlef Jena mit der Bewunderung Goethes für Möser.

Sein wohl bekanntestes Werk sind die Patriotischen Phantasien. Jena schreibt dazu:

Die vier Bände gehören ob ihrer Bildhaftigkeit und Präzision zu den Glanzstücken deutscher Prosa wie auch des Journalismus des 18. Jahrhunderts. Aus der sachkundigen Beschreibung konkreter Zustände entwickelt Möser sein Ideal von der Familie, der Gesellschaft und vom Staat. Er regte den Leser an, ein bewusster Bürger zu werden und sich in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Ihm schwebte kein revolutionärer Sturz des Absolutismus vor, sondern vielmehr die Reformierung in eine quasi “Aktiengesellschaft” freier Bürger, die ihre Standesinteressen überwinden und den eigenen Besitz zum Wohle der Allgemeinheit mehren. Hier schimmerte der liberale Grundsatz durch, wenn es dem Einzelnen gut geht, profitiert die Gesellschaft davon.

Vor einigen Monaten beschäftigte sich Martin Siemsen in

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