Abdinghof und Cluny. Neue Quellen zu einem alten Thema

Der Autor der Vita Meinwerci und andere mittelalterliche Quellen sprechen in ihren Berichten über die Gründung des Klosters Abdinghof durch Bischof Meinwerk von Paderborn von einer cluniacensischen Prägung des neuen Konventes, ja sogar von einer ,Gründungsmannschaft’, die direkt aus Cluny nach Paderborn gekommen sei. Die wissenschaftliche Diskussion um dieses Problem ist bis heute nicht abgeschlossen. Zwar gibt es viele Argumente für einen Einfluß des Reformmönchtums cluniacensischer Richtung auf die Neugründung, doch bleibt das Urteil der Mediävisten in Ermangelung unangreifbarer Beweise für diese Vermutung zurückhaltend: Trotz einiger deutlicher Hinweise auf Cluny ist eine juristische Abhängigkeit des Paderborner Klosters von Cluny auszuschließen . Dessen ungeachtet hat sich durch das Mittelalter hindurch eine wie auch immer entstandene lokale Paderborner Tradition erhalten, die Abdinghof in enger Verbindung mit Cluny sehen wollte. …

Im Jahre 1732 wurde im Kloster Abdinghof ein neuer Abt gewählt, der den programmatischen Vornamen Meinwerk trug. Dieser Abt Meinwerk Kaup (1732- 1745) war gleichzeitig Weihbischof von Paderborn und Titularbischof von Callinicum in Syrien; in seiner Amtszeit beging man am 23.Juli 1736 in Paderborn mit großem Prunk die 900-Jahr-Feier der Übertragung der Gebeine des heiligen Liborius nach Paderborn.” Das Fest verlief für die Mönche des Klosters Abdinghof weniger erfreulich: Sie blieben der feierlichen Prozession mit dem Schrein des Liborius wegen Streitigkeiten um die Rangfolge innerhalb der versammelten hohen und höchsten Kleriker und Mönche fern.  Wenige Jahre später unternahm es Abt Meinwerk, Reliquien zweier in der römischen Kirche weitaus berühmterer H eiliger, als es Liborius war, nach Paderborn zu holen.

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