Der Untergang von Schieder-Möbel

Von Ralf Keuper

Es war eine der typischen Erfolgsgeschichten der deutschen Wirtschaft. Aus kleinsten Anfängen heraus schuf Rolf Demuth über Jahrzehnte mit Tatkraft und Weitsicht den größten Produzenten von Möbeln Europas: Schieder Möbel. Zum Schluss arbeiteten für Schieder Möbel ca. 11.000 Menschen, die einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Über die Jahre verlor Rolf Demuth die Übersicht über sein Lebenswerk und den Markt. Auf Dauer war die Billig-Strategie nicht durchzuhalten; die Flucht in Niedriglohnstandorte führte mit der Zeit in die Sackgasse. Der “Henry Ford der Möbelindustrie” war mit seinem Unternehmen am Ende. Den Niedergang der Unternehmensgruppe beschreiben eindrücklich das Schwarzbuch Schieder. Billiger ist nicht besser und Der Sturz des Möbelkönigs. Indes, auch die schlimmste Pleite hat noch ihre Profiteure (Vgl. dazu: Westfälische Bonanza).

Einige Jahre vor dem Zusammenbruch seines Möbelimperiums zog sich Rolf Demuth aus dem Tagesgeschäft nach Herford, wohin der Sitz der Schieder Möbelholding verlegt wurde, zurück.

Das ehemalige Stammwerk von Schieder Möbel wurde inzwischen dem Erdboden gleich gemacht (Vgl. dazu: Ehemaliges Schieder-Möbel-Wahrzeichen ist bald Geschichte). Dort errichtete Phoenix Contact sein Training Center (Vgl. dazu: Phoenix Contact lässt Halle in Schieder abreißen & Phoenix Contact breitet sich in Schieder aus).

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