Konrad Lorenz in Buldern

Von Ralf Keuper

In den 1950er Jahren beherbergte Schloss Buldern in Dülmen (Kreis Coesfeld) die Forschungsstelle für vergleichende Verhaltensforschung, in der Konrad Lorenz und Irenäus Eibl-Eibesfeld ihre Forschungen an Gänsen betrieben, für die sie später weltberühmt wurden. Die Forschungsstelle war ein Vorläufer des Max-Planck-Instituts für Verhaltensphysiologie in Seewiesen.

Als vor einigen Jahren der Künstler Klaus Jahn beim Wettbewerb für die Gestaltung des Kreisverkehrs an der Max-Planck-Str. in Dülmen als Beitrag seine Graugänse-Skulptur “Gegen den Wind” einreichte, war ihm zu dem Zeitpunkt noch nicht die NS-Vergangenheit von Konrad Lorenz bekannt. Als er nach eigener Recherche feststellen musste, dass Lorenz seinerzeit die Rassenhygiene des NS-Regimes wissenschaftlich begründete, zog er seinen Vorschlag zurück, wie in Konrad Lorenz und Buldern: Kompromiss nicht möglich zu lesen ist.

Man muss allerdings dazu sagen, dass Lorenz mit Karl R. Popper befreundet war. Die beiden kannten sich schon aus ihrer Kinderzeit in Wien. Ein Ergebnis ihrer Zusammenarbeit ist Die Zukunft ist offen. Das Altenberger Gespräch. Mit den Texten des Wiener Popper-Symposiums und eine Fernsehsendung, aus der das Buch hervorging.  

Hanna-Maria Zippelius (geboren in Detmold) übte gegen Ende ihres Lebens in ihrem Buch Die vermessene Theorie Kritik an der von Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen vertretenen Instinkttheorie.

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