Die Entwicklung der Sozialdemokratie in Westfalen bis 1894

Einleitung:

1963 schrieb K. A. Hellfaier in seinem Aufsatz ,Probleme und Quellen zur Frühgeschichte der Sozialdemokratie in Westfalen<: »In den 70er Jahren steckte die sozialistische Bewegung im Ruhrgebiet und in Westfalen überhaupt noch tief in ihren Anfängen«” und er beruft sich dabei auf W. Brepohl, der 1948 in seiner Untersuchung ,Vom Werden der industriellen Daseinsform< feststellte: »Die Akten zeigen deutlich, wie wenig echte sozialdemokratische Bewegung in den 70er Jahren in der Arbeiterschaft zu finden war«’. Zweifellos haben beide Autoren recht, wenn sie als Maßstab für die Entwicklung der Sozialdemokratie in den westfälischen Industriegebieten die Entwicklung in dem sächsischen bzw. rheinischen Industriegebiet heranziehen. Dennoch wäre es falsch anzunehmen, die Entwicklung setze in Westfalen erst nach Aufhebung des Sozialisten gesetzes ein. Im Gegenteil, bereits in den 60erJahren spielt die Arbeiterschaft des märkischen Industriegebiets um Iserlohn und Hagen unter C. W. Tölcke und W. Hasenclever eine bedeutende Rolle im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Westfalen wurde damals zum »Hort des Lassalleanismus« und hat von dieser ideologischen Position aus die Entwicklung der Sozialdemokratie nicht nur zu Zeiten des Gothaer Programms (1875), sondern auch nach der Aufhebung des Sozialistengesetzes entscheidend beeinflußt. Es stellt sich daher die Frage: Wie kommt es zu dieser Entwicklung in Westfalen? Der Ansatzpunkt dieser Untersuchung geht deshalb vor die Anfänge des ADA V in Westfalen zurück, denn »sozialdemokratische Ideen«’ tauchen in Westfalen nicht erst mit der Gründung der ersten ADAV-Gemeinden in den 60er Jahren auf, sie finden sich bereits während der 48er Revolution in den Programm punkten der demokratischen Vereine in Westfalen, die eine soziale Republik anstrebten und denen sich vielfach die Arbeiter angeschlossen hatten. Die Untersuchung fragt ferner nach der Kontinuität bzw. Diskontinuität in der westfälischen Arbeiterbewegung der 40er und 60er Jahre, nach dem Einfluß der westfälischen Sozialisten aus der Zeit vor 1848 auf die Arbeiterbewegung sowie nach der Rezeption des Marxismus’.

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