Literarische Gesellschaften und Literaturpreise in Westfalen

Von Ralf Keuper

Die Literaturlandschaft in Westfalen wird durch zahlreiche Gesellschaften bereichert, die sich dem Werk berühmter Dichterinnen und Dichter verschrieben haben. Einige von ihnen vergeben in regelmäßigen Abständen Literaturpreise, die ein überregionales Publikum ansprechen, wie der Nelly Sachs-Preis der Stadt Dortmund.

Weiterer bekannter Literaturpreis mit überregionaler Ausstrahlung war der Candide-Preis, der 2011 zum vorläufig letzten Mal in Minden verliehen wurde. Letzter Preisträger war Peter Handke. In Minden wird auch der Kogge-Preis vergeben.

Bis zum Jahr 1994 wurde in Arnsberg das Internationale Kurzgeschichtenkolloquium, mit Überreichung des Kurzgeschichtenpreises ausgerichtet.

Bereits seit 1946 wird der Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis verliehen, von dem bundesweit Notiz genommen wird.

In Detmold wird seit 1994 von der Grabbe-Gesellschaft und der Stadt Detmold der Christian-Dietrich-Grabbe-Preis verliehen. Ebenfalls in Detmold residiert die Georg-Weerth-Gesellschaft. Die Peter-Hille-Gesellschaft vergab in diesem Jahr den Hille-Literaturpreis an den Satiriker und Schriftsteller Wiglaf Droste. Die Stadt Hagen und die Provinzial-Versicherung vergeben in Gedenken an den Lyriker und Büchnerpreisträger Ernst Meister den Ernst-Meister-Preis für Lyrik.
In Ennigerloh im Kreis Warendorf wird seit Jahren der Ennigerloher Dichtungsring verlieren.

Das Andenken an den Dichter Friedrich-Wilhelm Weber, der im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert mit seinem Buch Dreizehnlinden einen nach heutigen Maßstäben Bestseller verfasste, hält die Friedrich-Wilhelm-Weber-Gesellschaft in Bad Driburg wach. Ebenfalls in Bad Driburg befindet sich die Diotima-Gesellschaft, die an den mehrwöchigen Aufenthalt von Friedrich Hölderlin in dem Kurort erinnert.

In Münster war die von Elise Rüdiger ins Leben gerufene Hecken-Schriftsteller-Gesellschaft ein Treffpunkt von Literaten wie Annette von Droste-Hülshoff und Levin Schücking. Ebenfalls in Münster werden alle zwei Jahre der Preis der Stadt Münster für Internationale Poesie sowie jährlich der GWK-Förderpreis für Literatur vergeben.

Die Christine-Koch-Gesellschaft ist dem Werk der Lyrikerin sauerländischer Mundart Christine Koch gewidmet. Der münsterländer Mundart in seinen Dichtungen ein Denkmal gesetzt hat Augustin Wibbelt, dessen literarisches Erbe die Augustin-Wibbelt-Gesellschaft bewahrt.

Inzwischen eine feste Größe im ostwestfälischen Kulturleben ist die Literarische Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe. Weitere literarische Gesellschaften in Westfalen bestehen in ArnsbergMünster und Bochum.

In Unna hat das Westfälische Literaturbüro seinen Sitz. Eine weitere Einrichtung ist das Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe.

Lange vor unserer Zeit übernahmen häufig die literarischen Salons die Funktion unserer heutigen literarischen Gesellschaften. In Westfalen sind hier vor allem der Kreis von Münster um die Fürstin Gallitzin und der Romantikerkreis Bökendorf zu nennen.

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