Die Hibernia-Affäre

Von Ralf Keuper

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewegte die Hibernia-Affäre die Gemüter im Kaiserreich. Es handelte sich dabei um einen der größten Wirtschaftsskandale jener Zeit. Auslöser war der Auftrag des damaligen preußischen Handelsministers Theodor von Möller an die Dresdner Bank, die Mehrheit der Aktien an der Hibernia – der zu dem Zeitpunkt drittgrößten Bergwerksgesellschaft des Ruhrgebiets – zu erwerben.

Zur Geschichte der Hibernia AG:

Im Jahr 1855 gründete der Ire William Thomas Mulvany in Gelsenkirchen mit dem Abteufen eines Schachtes ein Bergwerk, das er Zeche Hibernia nannte. Der Name bezieht sich auf die lateinische Bezeichnung für Irland. Zwei Jahre später wurde in Herne die Zeche Shamrock gegründet. Am 11. März 1873 schlossen sich beide Bergwerke unter gemeinsamer Leitung zur Hibernia & Shamrock Bergwerksgesellschaft in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit Sitz in Berlin, später Herne, zusammen. Im Jahr 1887 erfolgte die Umbenennung in Bergwerksgesellschaft Hibernia.

Unter den Bergwerksbetreibern des Ruhrgebiets sorgte die staatliche Intervention in dem oligopolistischen Markt (Kohlesyndikat)  für große Empörung. Auf der anderen Seite begrüßten die Industriellen, die auf Kohle angewiesen waren, sowie zahlreiche Kohlehändler und Arbeiterorganisationen den staatlichen Eingriff, da sie sich davon sinkende Kohl…

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