Westfälische Naturforscher und Wissenschaftler

Von Ralf Keuper

Forscherdrang, Wissensdurst und häufig wirtschaftliche Motive, (sofern man das überhaupt voneinander trennen kann bzw. muss),  trieben in Westfalen, unruhige, heute würde man sagen, kreative Geister dazu, räumliche und fachliche Grenzen zu überwinden. So Otto Tachenius, Entdecker der Fettsäure, auch „Der erste Chemiker“ genannt. Johannes Wesling legte an der Universität von Padua den Grundstein für die vergleichende Anatomie und Embryologie. Georg Hamann, „Magus des Nordens“, fand in Münster seine letzte Ruhestätte. Auf Friedrich Bährens geht die „Bährens´sche Boussole“ zurück, „ein Instrument zur Verwendung in Astronomie und Landvermessung“ (Wikipedia). Aus Paderborn stammt der „Pionier der Schmerztherapie“ und Entdecker des Morphins, Friedrich Sertürner. Wilhelm Normann gilt als der Erfinder der Fetthärtung und der industriellen Margarineherstellung. Hermann Ulphilas nahm im 18. Jahrhundert, in niederländischen Diensten stehend, an ausgedehnten Seereisen nach den Antillen, Guinea, Südamerika und Batavia teil. Abraham Jacobi begründete in den USA die Kinderheilkunde. Im Bereich der Zoologie stechen Hermann Landois und Bernard Altum hervor. Unter den Botanikern sind vor allem Ignaz Urban, Konrad Beckhaus, „Der Botaniker Westfalens“ und Wilhelm Hillebrand zu nennen. Weitere berühmte Botaniker sind Theodor DorstenCarl-August Weihe, Ludwig Vollrath Jüngst, Clemens Maria Franz von Bönninghausen und Franz Karl Mertens. Zusammen mit Rudolf Clausius, James Clerk Maxwell und Ludwig Boltzmann zählt August Karl Krönig  zu den Pionieren der statistischen Mechanik und Thermodynamik. 

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führt die Professionalisierung in der Wissenschaft dazu, dass die Fachgrenzen immer enger gezogen oder überhaupt erst begründet werden. Der Universalgelehrte oder Autodidakt wurde dadurch immer mehr an den Rand gedrängt. 

In der Welt der modernen Wissenschaft zu internationalem Ruhm gelangten der Nobelpreisträger für Chemie, Manfred Eigen, nebenbei auch ein begnadeter Musiker, der Nobelpreisträger für Physik, Georg Bednorz, sowie Harald zur Hausen,  Nobelpreisträger in der Kategorie Medizin. Die Erfindung der Biorock-Technologie geht auf Wolf Hilbertz zurück. Kord Baeumer machte die Idee langfristig stabiler Ackerbausysteme salonfähig. 

Ein weltweit anerkannter Physiker war Gottfried Möllenstedt

Er betreute als Doktorvater ein von Claus Jönsson im Jahr 1959 durchgeführtes Experiment zur Interferenz von Elektronen am freitragenden Doppelspalt. Dieses wurde 2002 in einer Umfrage von „Physics World“, herausgegeben von der Englischen Physikalischen Gesellschaft, zum schönsten physikalischen Experiment aller Zeiten gewählt (Wikepedia)

Weitere: 

Adolf Winkelmann (Physiker)

Rudolf Schulten

Johann Wilhelm Hittorf

Wolfgang Demtröder

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