Westfälische Spitzenpolitiker zieht es eher nach Berlin und anderswo als nach Düsseldorf

Von Ralf Keuper

Die Ernennung der Minister der neuen Bundesregierung hat ein weiteres Mal gezeigt, dass westfälische Spitzenpolitiker ihr berufliches Glück lieber in Berlin als in Düsseldorf suchen. Während in Düsseldorf bislang nur selten (Fritz Steinhoff und Wolfgang Clement) ein Westfale Ministerpräsident war und damit das höchste Regierungsamt in NRW bekleiden konnte, gelingt es in anderen Bundesländern leichter. Beispielhaft dafür sind Erwin Sellering (Mecklenburg-Vorpommern), Georg Milbradt (Sachsen) und Werner Münch (Sachsen-Anhalt). Alfred Dregger aus Münster war langjähriger Landesvorsitzender der CDU in Hessen und viermal Spitzenkandidat für die Wahl zum Ministerpräsidenten. Alex Möller (“Genosse Generaldirektor”) aus Dortmund war der erste sozialdemokratische Bundesfinanzminister. Daneben war er noch einige Jahre Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg. Ebenfalls Bundesfinanzminister war Hans Matthöfer aus Bochum.

Gerhard Schröder zog es gleich nach Hannover. Dort wurde er zunächst Ministerpräsident des Landes Niedersachsen und später Bundeskanzler. Sein enger Mitarbeiter Frank-Walter Steinmeier, in Lippe geboren und aufgewachsen, war zunächst Kanzleramtsminister, danach Außenminister und ist derzeit der amtierende Bundespräsident. Aus Bochum stammt der langjährige Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Weitere Bundesminister der letzten Jahre aus Westfalen:

  • Otto Schily
  • Edelgard Buhlmahn
  • Sabine Leutheuser-Schnarrenberger
  • Franz Müntefering
  • Wolfgang Clement
  • Jürgen W. Möllemann
  • Renate Künast

Bundesminister bzw. Bundesministerinnen aus Westfalen im aktuellen Kabinett:

  • Svenja Schulze
  • Jens Spahn
  • Anja Karliczek

Weitere Informationen:

Westfälische Staatsmänner und Diplomaten

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