Von der Grafschaft Rietberg zur bürgerlichen Grundherrschaft des Unternehmers Friedrich Ludwig Tenge (1699-1862)

In dem vorliegenden Beitrag werden die Grundzüge des verfassungspolitischen Wandels der ostwestfälischen Grafschaft Rietberg mit dem für die Senne typischen gesellschaftlichen Strukturwandel in Beziehung gesetzt. Eine solche strukturanalytische Gesamtbetrachtung, in der auch neue Forschungsergebnisse insbesondere über die lutherische Unternehmerfamilie Tenge und die katholische Kirche vor Ort berücksichtigt werden, liegt in der Landesforschung bisher nicht vor. Auf der Grundlage dieser Analyse rückt der zunehmende Interessenantagonismus zwischen Gruppen und Individuen in den Blick, der als solcher in der Forschung noch nicht thematisiert worden ist.

Zu den Spezifika dieser Region gehören die zunehmend engeren Beziehungen der Grafschaft Rietberg zur Habsburgermonarchie im Verlauf des 18. Jahrhunderts, die das politische Schicksal der Grafschaft nachhaltig prägten. Eine Prägung ganz anderer Art folgte aus der Generalmandatur der Grundherrschaft durch den bürgerlichen Kaufmann Friedrich Ludwig Tenge zwischen 1822 und 1836 im fürstlichen Auftrag. Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts verfügte das Gebiet nur über eine geringe gewerbliche Infrastruktur, die erst durch das entschlossene Auftreten Tenges und seine industriellen Initiativen eine erhebliche Belebung erfuhr. Demgegenüber ist sowohl für die Regierungen der Grafen von Kaunitz-Rietberg im Ancien Regime als auch für die des französischen Königs Jeröme sowie des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. im frühen 19. Jahrhundert ein geringes Interesse an sozialen und wirtschaftlichen Maßnahmen in diesem Gebiet kennzeichnend. …

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