975 Jahre Greffen, kleinet Dourp in´t Mönsterland

Von Ralf Keuper

In drei Wochen feiert das am östlichen Rand des Münsterlandes gelegene Dort Greffen seinen 975 Geburtstag. Greffen ist Stadtteil von Harsewinkel im Kreis Gütersloh. Abgesehen davon ist es mein Heimatdorf.

Bild: Greffen, Ortsteil von Harsewinkel. Quelle: Wikipedia, Daniel Brockpähler

Zuerst erwähnt wurde Greffen im Jahr 1042 in den Urkunden des münsterschen Bischofs Ruodbert. Darin schenkte er den Haupthof Grevene dem Domkapitel als weitere Einnahmequelle.

Über die Herkunft des Ortsnamens existieren mehrere Varianten. Eine davon:

Josef Jellinghaus leitet in seinem Werke Die westfälischen Ortsnamen nach ihren Grundwörtern Greffen von “grave”, altniederdeutsch “gravo”, also “Graben”, ab. Greffen dürfte nach dieser Deutung “Siedlung am Bach” heißen. (in: Aus Greffens alten Tagen von Walter Werland)

Im Jahr 1820 wurde Greffen, das bis dahin zum Amt Sassenberg gehört hatte, dem Amtsverband Harsewinkel zugeschlagen. Mit Wirkung des sog. “Bielefeld-Gesetzes” wurde aus dem Amtsverband Harsewinkel, bestehend aus Harsewinkel, Marienfeld und Greffen, die Stadt Harsewinkel. Mit der Auflösung des Altkreises Warendorf ging Harsewinkel in den neu gegründeten Kreis Gütersloh über.

Dorfmittelpunkt ist seit Jahrhunderten die Kirche St. Johannes der Täufer. Das erste Gotteshaus wurde um das Jahr 1100 noch im romanischen Stil errichtet. Um das Jahr 1500 wurde die Kirche zu einer spätgotischen Saalkirche umgebaut. Für eine Dorfkirche war sie mit beachtlichen Kunstwerken ausgestattet:

Ältester Bestandteil der Ausstattung ist die Pietà, das Vesperbild aus Baumberger Sandstein, entstanden um 1440, das schon in der romanischen Vorgängerkirche verehrt wurde. Der um 1500 gefertigte Taufstein entspricht der zu dieser Zeit üblichen Pokalform. Er befindet sich in der Taufkapelle im Turm der Kirche, deren Spitzbogenfenster Bilder der Taufe Jesu, des Hl. Bonifatius und des ersten Bischofs von Münster, Liudger, zeigen (Quelle: Wikipedia).

Besonders schön ist der barocke Hochaltar.

Innenansicht von St. Johannes der Täufer Greffen, Quelle: Wikipedia, Daniel Brockpähler

Dass Greffen bereits in der Digitalmoderne angekommen ist, zeigen u.a. die privat betriebene, informativ und liebevoll gestaltete Seite Greffen.de und der Fahnenblog.

Die Dorfgemeinschaft wird in verschiedenen Vereinen gepflegt, insbesondere im Schützen- und Heimatverein, im FC Greffen, im Spiemannszug “In Treue fest” Greffen e.V. , im Löschzug Greffen, im Blasorchester “Heimatland” Greffen und im Bürgerverein Greffen e.V. .

Im Jahr 2005 war die WDR Lokalzeit Bielefeld im Rahmen ihrer Serie “Dorfplatz Schlag 10” zu Besuch in Greffen.

Greffen ist der Beweis: Das Dorf hat Zukunft!

Weitere Informationen:

Unser Land – Ostmünsterland (Rainer A. Krewerth)

Großhandel für Schreib- und Papierwaren Gebr. Wippenhohn – Wirtschaftsgeschichte zum Anfassen

Die Stunde Null: Als die Amerikaner kamen – Das Kriegsende in Greffen

Das Bistum Münster – Band 11

Kulturatlas Westfalen – Ortsteil Greffen 

Das Dorf lebt!?

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