Geschichte von VOX-Kaffee aus Münster

Von Ralf Keuper

Im Jahr 1923 gründeten Adolf Groneweg und Karl Meintrup in Münster die Kaffee- und Getreiderösterei Münsterländer Korn- und Malzkaffeewerk (Mükorma) Groneweg & Meintrup. In den Jahrzehnten darauf entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich weiter. 1950 wird der Markenname von Mükorma in VOX geändert. Mit seiner Erfindung des VOX-Kaffees tropagemahlen erschließt sich das Unternehmen neue Absatzmärkte. Eine weitere “Innovation” ist der VOX-Kaffee im luftleer versiegelten “Vakuum-Tresor”. Die Zahl der Mitarbeiter steigt auf 650.

Gegen die großen Kaffeeröster konnte VOX auf Dauer jedoch nicht bestehen. Im Jahr 1971 sah sich Unternehmenschef Adolf Groneweg Jun. gezwungen, sein Unternehmen an die Melitta-Gruppe aus Minden zu verkaufen (Vgl. dazu: VOX-KAFFEE: Blaues Auge).

Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL schrieb zu den Ursachen:

Der nur im Münsterland starken Kaffeemarke gelang es nicht, aus eigener Kraft im ganzen Bundesgebiet Fuß zu fassen. Den Vox-Managern nützte es zum Beispiel nichts, daß sie als erste deutsche Kaffeeröster einen sogenannten Frischdienst einrichteten, der die Firmenprodukte in Spezialfahrzeugen bis in die entlegensten Dörfer beförderte.

Auch Deutschlands erster hochvakuumverpackter Kaffee kam aus dem Hause Vox. 1956 überraschten die Münsteraner die Branche zudem mit einer weiteren Neuerung: Unter der Patent-Nummer 94 5475 brachten sie einen bei Tiefkühltemperaturen “tropa-gemahlenen” Kaffee auf den Markt. Sehr bald stellte sich jedoch heraus, daß die Deutschen ihren Kaffee “in elektrischen Kaffeemühlen lieber selbst mahlen” (Groneweg).

Dennoch konnte die Familie Groneweg die Erfahrungen, oder wie man heute sagt: die Kernkompetenzen von VOX-Kaffee, vor allem im Bereich Frischehaltung bzw. Gefriertrocknung, nutzen. Im Jahr 1978 legte der Sohn von Adolf Groneweg, Dieter, den Grundstein für die heutige Groneweg-Gruppe. Das bekannteste Unternehmen der Gruppe ist Freeze-Dry Foods in Greven (Vgl. dazu: Frisch geerntet und kalt erwischt). Die Groneweg-Gruppe erzielt mit 600 Mitarbeitern einen Umsatz von 60 Mio. Euro.

Nach dem Tod des Firmengründers Dieter Groneweg nahm die Familie Ende 2017 zur Finanzierung der weiteren Expansion die Beteiligungsgesellschaft VR-Equityparnter mit ins Boot. VR Equitypartner erwarb eine Beteiligung von 48 Prozent an der Gruppe (Vgl. dazu: Die Groneweg-Gruppe will mit Eigenkapital wachsen).

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