Nachnutzung britischer Militärgelände in Westfalen

Von Ralf Keuper

Mit dem Abzug der britischen Streitkräfte aus Westfalen, der 2020 abgeschlossen sein soll, stellt sich die Frage der Nachnutzung der Militärgelände in Westfalen. Das betrifft vor allem den Flughafen Gütersloh, die Senne, aber auch die Standorte in den Städten Dortmund, Münster, Paderborn, Gütersloh und Herford.

Für den ehemaligen RAF-Flughafen Gütersloh war bzw. ist die Konversion zu einem Natur- und Gewerbepark im Gespräch (Vgl. dazu: Konversion des Militärflugplatzes Gütersloh & Nachnutzung des Flughafens Gütersloh). Das weitere Vorgehen gestaltet sind indes schwieriger als ursprünglich gedacht, wie in Das plant die Stadt für den Flugplatz an der Marienfelder Straße zu erfahren ist.

Zwar sind die überbauten Flächen des Flugplatzes sowie Areale nördlich der Marienfelder Straße samt Parsevalsiedlung bereits im März der Stadt im Wege der Erstzugriffsoption zum Erwerb angeboten worden. Doch sie befinden sich nach wie vor im Eigentum der Bundesanstalt BImA. Nach derzeitigem Stand, heißt es weiter, sei eine Ansiedlung gewerblicher Betriebe frühestens ab dem Jahr 2020 machbar.

Das könnte noch länger dauern: Denn, wie der WDR in Gütersloher Flugplatz wird Nationales Naturerbe berichtet, hat der Bund entschieden, zwei Drittel der Flugplatzfläche in ein Nationales Kulturerbe umzuwandeln.

Auf dem Gelände der Mansergh-Barracks am anderen Ende der Stadt soll nach den Vorstellungen des Bürgermeisters ein Bildungscampus entstehen (Vgl. dazu: Bildungscampus auf dem Kasernen-Gelände vorgeschlagen). Ähnliche Pläne verfolgt man in Herford, wo der Bildungscampus angelaufen und die Fachhochschule für Finanzen bereits gestartet ist (Vgl. dazu: Finanzhochschule in ehemaliger Kaserne).

In Münster sind die Planungen bereits weit fortgeschritten. Dort soll die Oxford-Kaserne zu einem Wohnquartier entwickelt werden (Vgl. dazu: Konversion der Oxford-Kaserne).

Noch weiter als in Münster ist man in Dortmund bei der Konversion der Stadtkrone Ost. Im Jahr 1991 kündigte die britische Regierung an, die drei im Osten der Stadt gelegenen Kasernen bis 1993 zu schließen. Es folgte ein intensiver Planungsprozess, wobei mehrere Alternativen diskutiert und verworfen wurden. Im Jahr 2015 waren alle Grundstücke des Wohngebiets verkauft. Zu dem Zeitpunkt wohnten hier 1.100 Einwohner. Auch sonst verlief die Entwicklung positiv:

Auch alle Flächen des mittleren Bereichs sind vermarktet. 1999 eröffnete hier das bundesweit erste Electronic Commerce Center. Mehrere Bürogebäude beherbergen heute Unternehmen des E-Business. Zahlreiche IT-Firmen, Versicherungen und andere Dienstleistungsunternehmen folgten. Insgesamt sind 2015 rund 160 Unternehmen auf der Stadtkrone Ost ansässig mit ca. 3.500 Arbeitsplätzen.

In Paderborn verlaufen die Planungen für die verschiedenen Kasernen in unterschiedlicher Geschwindigkeit bzw. befinden sich in unterschiedlichen Stadien, wie in Wohnen und lernen auf dem Dempsey-Kasernengelände in Schloß Neuhaus berichtet wird. In Sennelager muss gar ein ganzer Ort umgeplant werden (Vgl. dazu: Die Zukunft und die Kasernenstadt).

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