Die westfälischen Kaufleute der Hanse

Von Ralf Keuper

Für viele heutige Historiker sind sie die Vorkämpfer des modernen Bürgertums und eines geeinten Europas – die Kaufleute der Hanse, die vom 12. – 17. Jhd. ihre Waren mit eigenen Schiffen, genauer Koggen über die Nord- und Ostsee transportierten, um sie später bis nach Italien und Spanien zu verkaufen. Obwohl ein nur loser Verbund, gelang es den Städten der Hanse, deren inoffizielle Anführerin die Stadt Lübeck war, den Handel in Nordeuropa zu beherrschen. Nicht ganz zu unrecht bezeichnen daher einige Historiker die Hanse auch als erste globale Handelsmacht.

Westfalen gilt, neben Lübeck, als Keimzelle der Hanse. Jedoch erscheint die Trennung künstlich, wenn man bedenkt, dass viele Westfalen Bürger der Stadt Lübeck wurden und damit zu deren Aufstieg beitrugen. Etliche Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Lübeck waren gebürtige Westfalen, wie die aus Rietberg stammenden Johann Füchting und Konrad WibbekingHermann von Wickede I, Gotthard III. von Hoeveln, Bernhard Diedrich Brauer aus Dortmund, Hinrich Castorp, ebenfalls aus Dortmund, Johann Glandorp und Adolf Rodde aus Münster, Johann Heinrich Dreyer aus Lemgo, Gerhard von Minden aus Minden sowie die Angehörigen des aus Warendorf stammenden Adelsgeschlechts der Warendorp. Weiterhin die Familien Kerkring und Wickede

Die bedeutendsten westfälischen Hansestädte waren Soest, Dortmund, Osnabrück und Münster.
Die schillerndsten und erfolgreichsten Kaufleute der Hanse Westfalens stammten zweifellos aus Dortmund wie Tidemann Lemberg, der inzwischen legendäre Hildebrand Veckinchusen , Konrad Klepping und die Sudermanns . Bis auf Klepping, der in Dortmund blieb, ließen sich die anderen außerhalb Westfalens nieder. Lemberg und die Sudermanns in Köln, Veckinchusen in Brügge, zeitweise auch in Lübeck. Aus der Hansestadt Soest stammte Hans von Lunen

Spektakulär war der Kredit, den Tidemann Lemberg dem englischen König gegen dessen Krone als Pfand gewährte. 
Ein weiterer bedeutender Kaufmann der Hanse mit westfälischen Wurzeln ist der von Holbein dem Jüngeren portraitierte Georg Giese

Bruno von Warendorp

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