Im Erdreich versunken: Die Burg Casum in Borgholzhausen

Die Casumer Burg ist nicht als Bodendenkmal eingetragen, weil sie nicht genau lokalisierbar ist. Mehr Informationen ließen sich zu einem späteren Zeitpunkt am ehesten mit Hilfe einer Magnetprospektion zerstörungsfrei erreichen. Bei den Erdarbeiten zum Autobahnbau (A33) kam es zu keinen Ausgrabungen in dem betreffenden Areal, daher sind auch keine Funde bekannt geworden. Die Erforschung der Burg bleibt aber langfristig Thema bei der LWL-Archäologie für Westfalen. ..

Mit Sicherheit ist die Casumer Burg nicht mit den Ausmaßen und der Wehrhaftigkeit der Ravensburg vergleichbar. Burgenbau unterlag der Genehmigung durch den König oder Kaiser. Auch achtete der bereits ansässige Adel argwöhnisch darauf, dass keiner in seiner Nähe durch eine neue befestigte Anlage zu mächtig wurde. Die Historiker stellen deshalb sehr geringe Ansprüche an solch ein Bauwerk.

Quelle: Weiterhin im Erdreich versunken – die Burg Casum in Borgholzhausen, in: Heimatjahrbuch Kreis Gütersloh 2019, Autor: Carl-Heinz Beune

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Baumberge im Münsterland | Radtour | Havixbeck, Billerbeck, Gerleve

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Buchkultur im geistlichen Beziehungsnetz: Das Helmarshausener Skriptorium im Hochmittelalter

Gemeinsam mit den Goldschmiedearbeiten des Roger steht die Helmarshausener Buchkunst für die ungewöhnliche Leistungsfähigkeit der Klosterwerkstätten während des 12. Jahrhunderts. Dort entstanden Ausnahmewerke wie das Evangeliar Heinrichs des Löwen, dessen Programmstrukturen und berühmten Darstellungen des Stifterpaares, Herzog Heinrich des Löwen mit seiner Frau Mathilde, in diesem Band eigene Beiträge gewidmet sind. Die Werke der Goldschmiede- und Bronzekunst, die im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts aus der Werkstatt Rogers hervorgingen oder mit ihr zusammenhängen, sind zumeist mit Orten und kirchlichen Institutionen verbunden, die in enger Beziehung zum Kloster Helmarshausen standen. An den Bistumssitzen Paderborn, Minden und Hildesheim sowie dem Stift Fritzlar konnten diese Inkunabeln des romanischen Stils ihre Wirkung entfalten. Auch ein Großteil der heute noch fassbaren Buchproduktion des Klosters scheint im Austausch mit Institutionen entstanden zu sein, die ein „geistliches Beziehungsnetz“, so ein Begriff von Wenz-Haubfleisch, mit Helmarshausen verband.

Quelle / Link: Buchkultur im geistlichen Beziehungsnetz: Das Helmarshausener Skriptorium im Hochmittelalter

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Zum 150. Todestag von Friedrich Wilhelm Bessel

Während heute weite Gebiete der Astronomie von der Physik beherrscht werden, so war bis nach Bessels Zeiten die Wissenschaft von den Sternen zum großen Teil  eine Domäne der angewandten Mathematik. Es kann daher kaum verwundern, wenn bekannte Astronomen auch versierte Mathematiker gewesen sind – man denke zum Beispiel an Johannes Kepler (1571-1630), Wilhelm Schickard (1592-1632), Pierre Simon Laplace (1747-1827) oder Carl Friedrich Gauß (1777-1855). Ebenso war Friedrich Wilhelm Bessel (1784-1846) nicht nur einer der bedeutendsten Astronomen, sondern er hat auch auf mathematischem Gebiet herausragende Ergebnisse hinterlassen, die noch heute zum Lehrstoff eines Mathematikstudiums gehören. …

Quelle / Link: Zum 150. Todestag von Friedrich Wilhelm Bessel

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Obersee bei Bielefeld – OWL von oben (Drohnenbilder Ostwestfalen-Lippe)

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Herforder Schachgeschichte 1885 – 2017

Am 30.11.1885 kam es zur wahrscheinlich erstmaligen Gründung eines Schachvereins in Herford. …

Der Schwerpunkt lag wohl eher auf der Geselligkeit als auf sportlichen Aspekten. Regelmäßig wurden Stiftungsfeste gefeiert, die Einladung zum dritten Stiftungsfest am 18.1.1888 ist noch im Kommunalarchiv Herford vorhanden (Depositum Verein für Herforder Geschichte, D14 E3,6). Aus der Einladung geht hervor, dass der Vorsitz bei Dr. Carl Bürcke lag. Im ersten Jahr des Bestehens konnten schon 409 Partien ausgetragen werden. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer an der Landwirtschaftsschule war er auch eine bekannte Figur im Herforder Kulturleben und wurde sogar als Laienschauspieler aktiv. So spielte er 1899 den Sachsenherzog Wittekind (in rechter Abb. ganz links) im Schauspiel „Sonnenwende“, anlässlich der feierlichen Einweihung des Wittekind-Denkmals am 28.6.1899. Bürcke gründete auch weitere Vereine in der Stadt.

Quelle / Link: Herforder Schachgeschichte 1885 – 2017

 

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Der Untergang von Schieder-Möbel

Von Ralf Keuper

Es war eine der typischen Erfolgsgeschichten der deutschen Wirtschaft. Aus kleinsten Anfängen heraus schuf Rolf Demuth über Jahrzehnte mit Tatkraft und Weitsicht den größten Produzenten von Möbeln Europas: Schieder Möbel. Zum Schluss arbeiteten für Schieder Möbel ca. 11.000 Menschen, die einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro erwirtschafteten.

Über die Jahre verlor Rolf Demuth die Übersicht über sein Lebenswerk und den Markt. Auf Dauer war die Billig-Strategie nicht durchzuhalten; die Flucht in Niedriglohnstandorte führte mit der Zeit in die Sackgasse. Der “Henry Ford der Möbelindustrie” war mit seinem Unternehmen am Ende. Den Niedergang der Unternehmensgruppe beschreiben eindrücklich das Schwarzbuch Schieder. Billiger ist nicht besser und Der Sturz des Möbelkönigs. Indes, auch die schlimmste Pleite hat noch ihre Profiteure (Vgl. dazu: Westfälische Bonanza).

Einige Jahre vor dem Zusammenbruch seines Möbelimperiums zog sich Rolf Demuth aus dem Tagesgeschäft nach Herford, wohin der Sitz der Schieder Möbelholding verlegt wurde, zurück.

Das ehemalige Stammwerk von Schieder Möbel wurde inzwischen dem Erdboden gleich gemacht (Vgl. dazu: Ehemaliges Schieder-Möbel-Wahrzeichen ist bald Geschichte). Dort errichtete Phoenix Contact sein Training Center (Vgl. dazu: Phoenix Contact lässt Halle in Schieder abreißen & Phoenix Contact breitet sich in Schieder aus).

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Windmöller & Hölscher – Unternehmensfilm

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Wolfgang Heinrich – “Eindrücke von Herford 1960-2000”

Weitere Informationen:

Wolfgang Heinrich (Künstler, 1928)

Empfang zum 90. Geburtstag

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Schwester Elisabeth schreibt für ihre Brüder in Dortmund. Das Graduale für das Dortmunder Dominikanerkloster

Elisabeth von Lünen, im vorliegenden Kolophon als Schwester dieser Dominikanerinnengemeinschaft bezeugt, stammt aus einer bedeutenden Soester Patrizierfamilie, dem Geschlecht derer von Lünen – ursprünglich Ministerialen der Kölner Erzbischöfe, die ihren Namen von Lünen bei Dortmund haben und seit der Mitte des 13. Jahrhunderts in Soest bezeugt sind)! Die Familie stellte zahlreiche Ratsmitglieder (bis zum Erlöschen des Geschlechts um 1500 waren 21 Mitglieder der Familie Bürgermeister) und war im Fernhandel tätig. Spätestens seit der Mitte des 14.Jahrhunderts hatte sie sich in verschiedene Zweige aufgeteilt – einer davon, mit identischem Wappen, lebte in Dortmund und war auch hier im Rat vertreten. Die Familie war mit wichtigen Soester Geschlechtern verschwägert, hatte Söhne in wichtigen geistlichen Einrichtungen und besaß reichen Grundbesitz, Häuser und Ländereien in und um Soest.

Zwei Mal ist im mittleren 14. Jahrhundert eine Elisabeth von Lünen als Klosterschwester aus Soest bezeugt: Eine in einer Abschrift aus dem 18. Jahrhundert überlieferte Urkunde vom 7. April 1358 aus dem Walpurgiskloster in Soest bezieht sich auf eine Schenkung einer Elisabet de Lunen sanctimoniali Monasterii nostri. Nur fünf Jahre später ist wiederum eine Elisabeth von Lünen bezeugt, diesmal als Mitglied des Dominikanerinnenkanvents in Paradies – ob es dieselbe Person ist, die die geistliche Einrichtung gewechselt hat, oder eine andere, namensgleiche Tochter der verzweigten Familie, lässt sich nicht entscheiden. Letztere jedenfalls dürfte die Schreiberin der vorliegenden Handschrift gewesen sein, denn deren Datierung in die 1360er Jahre ist aus stilistischen Gründen plausibel. …

Was sich die Schreiberin erhofft von ihrer Arbeit, ist hingegen deutlich formuliert: Es geht um ihr Seelenheil- sie schrieb ob perpetuam sui memoriam, wie auf der letzten Zeile der Handschrift deutlich zu lesen ist. Die Verbindung von Künstler- name und Fürbitte ist recht häufig. Elisabeth wünscht sich, dass ihre Leistung als Gutes Werk gilt und ihrer Seele im Jenseits hilft. Die explizite persönliche Namensnennung erhält in diesem Kontext eine zusätzliche Bedeutung, geht über die einer Signatur hinaus, denn gerade die namentliche Nennung ist ein wesentliches Merkmal der Memoria. Elisabeth schreibt sich namentlich ein ins Gedächtnis ihrer Ordensbrüder in Dortmund – immer wenn diese das Buch während einer Messfeier benutzen, wird für dessen Schöpferin Gebetsgedenken geleistet, wird sie vergegenwärtigt. Elisabeth wiederum steht aber nicht für sich, sondern ist Teil einer Gemeinschaft, und das Buch wird durch die Benennung der beiden Ordensgemeinschaften zum materiellen Zeugen einer Beziehung zwischen zwei Kommunitäten desselben Ordens, einer Beziehung, die Bestand haben soll und deren Kenntnis als überlieferungswert und wichtig erschien. Der Schreiberinneneintrag knüpft am Netzwerk der Memoria, bindet die Schreiberin Elisabeth von Lünen ein ins Gedächtnis der Dortmunder Dominikanerniederlassung und erinnert die Dortmunder Dominikaner »auf ewig« an die Schwesterngemeinschaft desselben Ordens in der Nachbarstadt.

Quelle / Link: Schwester Elisabeth schreibt für ihre Brüder in Dortmund. Das Graduale für das Dortmunder Dominikanerkloster

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