Auflagenentwicklung der westfälischen Regionalzeitungen im 4. Q 2017: Weiter abwärts

Von Ralf Keuper

Auch im 4. Quartal 2017 war die Auflagenzahl der westfälischen Regionalzeitungen rückläufig. Darüber berichtet MEEDIA in Die große Auflagen-Analyse (Abos + Einzelverkauf) der Regionalzeitungen: die 78 größten Titel auf einen Blick.

Daraus die Übersicht für Nordrhein-Westfalen nach Abos (Print, ePaper) und Einzelverkauf.

 

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Jaguar Club in Herford: Den Beat nach Westfalen geholt

Wussten Sie, dass Herford eine Beat-Hochburg war in den 60ern? In einem umfunktionierten Kino gab es den Jaguar Club und die großen Bands und Sänger im kleinen Rahmen. Jimi Hendrix, The Who, Manfred Mann, die Hollies, die Spencer Davis Group, Status Quo und und und …

Link zum Audio-Beitrag: Jaguar Club in Herford

Weitere Informationen:

Herforder Jaguar-Club-Gründerin Carola Frauli ist tot

Der Jaguar Club in der Herforder Scala

Ausstellung über Protestkultur erinnert an den Herforder Jaguar-Club

Jaguar Club Herford Video Download MP4, HD MP4, Full HD, 3GP

Original-Vertrag vom Hendrix-Konzert wird versteigert

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Fundgeschichten: Fund des Lebens – Die Entdeckung des ersten “Westfalen-Dinos”

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Bertelsmann als Medienkonzern in 15 Jahren nur noch Geschichte?

Von Ralf Keuper

Es klingt für viele Ohren in der Region absurd – Bertelsmann in 15 Jahren von der Bildfläche verschwunden? In einem Interview mit dem Deutschland Funk sagte kürzlich der renommierte Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister (gebürtig aus Minden):

“Meine These ist ja: wenn sich nichts ändert, wird die deutsche Medienindustrie vollkommen verschwinden.” Unternehmen wie Bertelsmann, Springer, Burda könnten in 15 Jahren in ihrer jetzigen Form nicht mehr existieren.

Das ist alles andere als abwegig. Gegen die großen digitalen Plattformen, wie Google, Amazon, Apple, Alibaba, facebook und Tencent sehen die hiesigen Medienkonzerne alt aus. Noch vor zwanzig Jahren war Bertelsmann einer der größten Medienkonzerne weltweit, Google gerade erst und facebook noch nicht gestartet, Amazon noch ein unbedeutender Online-Händler.

Heute haben sich die Rollen umgekehrt: Amazon ist in nur zwanzig Jahren an Bertelsmann vorbei gezogen; man kann auch von Deklassierung sprechen. Bertelsmann bewegt sich beim Umsatz seit 15 Jahren kaum noch vom Fleck. Der Pro-Kopf-Umsatz ist ausgesprochen gering: Bertelsmann erzielt mit 120.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 17 Mrd. Euro – Google erwirtschaftet mit 80.000 Mitarbeitern 90 Mrd. Dollar Umsatz, facebook macht mit 17.000 Mitarbeitern 27 Mrd. Dollar Umsatz,  Amazon erreicht mit 541.000 Mitarbeitern einen Umsatz von ca. 136 Mrd. Dollar. Inzwischen rückt Amazon auch räumlich näher an Bertelsmann heran. Derzeit sucht Amazon 2.000 neue Mitarbeiter für ihre Niederlassung in Oelde, nur wenige Kilometer Luftlinie von dem Bertelsmann-Hochregallager entfernt (Vgl. dazu: Amazon in Westfalen).

Im Musikgeschäft geben Streamingdienste wie Spotify den Ton an, im Filmgeschäft sind es Netflix, Youtube, Apple, Tencent und Amazon. Facebook erreicht inzwischen 2 Mrd. Nutzer und kann es sich leisten, die Verlage und Zeitungen auf den Rang geduldeter Lieferanten zu reduzieren, Google beherrscht den Markt für Suchmaschinen. Bertelsmann dagegen kann mit dem Ramsch-Sender RTL und dem Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr weder quantitativ noch qualitativ mithalten. Das ist nicht mehr zu heilen. Bleibt nur noch das Service-Geschäft mit arvato. Die Medien verlieren bei Bertelsmann an Bedeutung. Anschluss verpasst.

Insofern wird Bertelsmann als Medienkonzern noch weiter an Bedeutung verlieren und bestenfalls noch in Deutschland eine halbwegs relevante Rolle spielen. In fünfzehn Jahren könnte der Medienkonzern Bertelsmann daher durchaus Geschichte sein.

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Das Pferd in Westfalen – Warendorfer Hengstparaden

Das Pferd besitzt in Westfalen viel Anhänger. Man hat friedliche Koppeln mit federnden Böden, und auf abgelegenen Wegen bietet sich Gelegenheit zum Reiten genug. Vor allem, man ist seit alters her dem Pferde verbunden, liebt die Kreatur ohnehin. Daher drängte sich eine unzählbare Menge von Zuschauern unter der Oktobersonne um den Sandplatz, als die Musik aufklang. Was jetzt in dem großen Rechteck anhob, war ein einziges Schauspiel von überschäumender Lebenskraft. Es begann mit dem Unerlässlichen, dem Fahren vom Bock und dem Fahren vom Sattel, dem Reiten und dem Voltigieren, dem Quadrillefahren mit Wagen, dem Ziehen der schweren Schlitten und dem vielspännigen Fahren. Die Sonne brannte, es stob der Sand und von den prallen Leibern der Tiere spritzten die Flocken. Voll Feuer und Wucht stürmten sie durch das große Viereck. Dazu klangen alte Reitermärsche auf, drängten sich die Leute um Würstchenbuden, Bierzelte und Getränkestände. Es war ein Tag voll festlicher Hochstimmung, zu dem die mächtigen Pferdebeine den Rhythmus stampften. Das Schönste aber kam, als die Paradenummern vorüber waren – das Wechseln durch die Bahn, das Galoppieren und Aufmarschieren, das Auffahren und Schwenken der Linie -; das Schönste kam im berauschenden Oktoberlicht, als die schweren Kaltblüterhengste antraten. Mit urzeitlicher Wucht stürmten die massigen Tiere Nase an Nase in ganzen Fronten durch die Bahn wie ein sich drehender Windmühlenflügel, gebildet aus vier Achsen von stampfenden Peferdeleibern, Keuchender Atem durchbebte die Luft, Schau-, Schweißflocken folgen, Sandfontänen spritzten hoch hinaus.

Stunden voll Glanz, Feuer und Begeisterung! Über alle kam der Rausch kreatürlicher Kraft. Das Spiel schlanker Körper auf wirbelnden Beinen, die dröhnende Wucht massiger Leiber über stampfenden Hufen riß alles mit – den Kätner aus dem Paderbörnischen, den Schultenbauern aus der Davert bei Münster, den blassen Stadtmenschen der Hauptstadt und auch den Holländer, der aus dem Gelderland herüber gekommen war.

Quelle: Helmut Domke. Westfalen und Land an der Ruhr

 

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Westfalen News #51

Von Ralf Keuper

Nachfolgend eine Aufstellung einiger Beiträge aus und über Westfalen, die mir in letzter Zeit aufgefallen sind:

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Alter Zoo Münster. Geschichten aus Münsters altem Zoo.

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Johann Graf von Sporck – der genialste Reiterführer seines Jahrhunderts

Auf Schloß Hermanmestec in Böhmen starb am 6. August 1679 Graf Johann von Sporck, einer der größten Söhne des Paderborner Landes. Vom einfachen Soldaten war er bis zum General aufgestiegen und am Ende seines Lebens Großgrundbesitzer und mehrfacher Millionär. …

Quelle/Link: Johann Graf von Sporck (1600-1679) und seine Verwandten im Delbrücker Land

Johann Sporck, von Sporck, Graf von Sporck, je nach den einzelnen Stationen seines Lebens, war einer der großen Soldaten des Dreißigjährigen Krieges und der ihm folgenden Jahrzehnte, der genialste Reiterführer seines Jahrhunderts, dem der entscheidende Sieg der kaiserlich-österreichischen Truppen über die Türken zu danken war, durch den das Abendland endgültig Ruhe vor der Osmanengefahr fand. 1601 ist dieser Condottiere geboren worden. Am 12 Oktober 1647 erhielt er die erbliche Würde eines Reichsfreiherrn und am 23. August 1664 wurde er von Kaiser Ferdinand III. mit dem Generalat für die gesamte kaiserliche Reiterei und dem erblichen Reichsgrafentitel bedacht. Er ist dann noch Feldmarschall geworden, wurde 1676 verabschiedet und starb am 6. August 1679 auf seinem Schloss Hermannmestetz in Böhmen – schnell geistig und körperlich verfallen, nachdem er ein langes Leben im Sattel verbracht hatte.  …

Sporck war ein Mensch, der die andere Seite im Wesen Westfalens verkörpert – er war orgiastisch, überschäumend, derb-kräftig in seinem Ausleben. Zugleich ein Mann zufassender Wirklichkeit, ein Mann des Wagnisses, des Dreinhauens, des Reitens, nichts weiter. Ein Mann, der jedes Fältchen im Woilach der gesattelten Pferde witterte und mit Strafen um sich warf und dennoch von allen geliebt war. Ein Mann, der die Quartiere seiner Reiter inspizierte und nachsah, ob die Pferde in den Ställen der Bauern gesäuberte Hufe, gestrählte Schweife und trockene Spreu hatten. Ein Teufelskerl, den man so sehr liebte, dass es manch einem eine Ehre schien, von ihm ausgescholten zu werden – jedenfalls als etwas, das mehr wog, als nie von ihm bemerkt worden zu sein. Er hatte der Herren Art, indessen nicht der Herren Blasiertheit; er war von unten gekommen, wusste was seine Soldaten drückte.

Quelle: Helmut Domke. Westfalen und Land an der Ruhr

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Sophie Crüwell – Die Callas des 19. Jahrhunderts aus Bielefeld

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Herrenhäuser, Parks & Gärten im Mühlenkreis

Die Bedeutung historischer Parks und Gärten als Teil unseres kulturellen Erbes ist in den vergangenen Jahren zunehmend in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt. Dabei geht es vor allem darum, solche Anlagen zu bewahren und neu in Wert zu setzen.

In Westfalen-Lippe gibt es Ansätze hierzu seit etwa zehn Jahren, als der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) durch sein Amt für Landschaftsund Baukultur in Westfalen mit dem Projekt „Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe“ erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme historischer Park- und Gartenanlagen in der Region vornahm. Rund 200 Anlagen wurden seinerzeit dokumentiert, auch im Kreis Minden-Lübbecke.

Hier im Mühlenkreis hat darüber hinaus aber auch die Öffnung und Präsentation von historischen Parks und privaten Gärten Tradition. Regelmäßiges Highlight ist das seit dem Jahr 2000 in zweijährigem Rhythmus stattfindende LandArt-Festival. Parallel dazu hat sich auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur – Landesverband Westfalen e.V. (DGGL), unterstützt vom Rotary-Club Lübbecke, eine sehr aktive Projektgruppe der Eigentümer von Herrenhäusern gebildet. ….

Quelle: Herrenhäuser, Parks & Gärten im Mühlenkreis

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