Georg Hinzpeter – Erzieher von Kaiser Wilhelm II.

Hinzpeter ist eine seltsame Randfigur der Geschichte. Kaum ein Erzieher war weniger für seine Aufgabe geeignet als er. Sein sozialer Hintergrund, sogar sein Aussehen sprachen gegen ihn. Er stammte aus einer calvinistischen Familie, war aus Bielefeld gebürtig und hatte dort das Gymnasium besucht, an dem sein Vater alte Sprachen lehrte. Die asketischen Lehren des Calvinismus bestimmten Hinzpeters Moralsystem. Er lernte, dass Freude nur in der tugendhaften Pflichterfüllung zu finden sei. Seine Altersgenossen am Gymnasium und an der Universität konnten sich für Heines Lyrik, für die Dichter der Romantik begeistern, doch dergleichen brachte keine Saite in Georg Hinzpeters Seele zum Klingen. Er machte seinen Doktor in klassischer Philologie und wirkte dann als Lehrer in Westfalen. Seine Sorgfalt und Rechtschaffenheit trugen ihm Erzieherstellen bei mehreren Familien des Hochadels ein. Der Kronprinz lerne ihn im Hause des Grafen Emil von Görtz-Schlitz kennen. Hinzpeters geistige Interessen waren eben nicht breit gefächert – auf Friedrich den Großen hätte er keinen Eindruck gemacht. Für Künstlerisches hatte er kein Organ, was teilweise daran lag, dass es zu den Grundsätzen seiner Erziehung gehörte, auch die harmlosesten Sinnenfreuden abzulehnen. Der Kronprinz bewunderte die stille, zurückhaltende und hingebungsvolle Art, mit der Hinzpeter seine Arbeit tat. Doch er war bereit, das letzte Wort Viktoria sprechen zu lassen. ….

Der Kronprinz wies Hinzpeter an, seinen ältesten Sohn dergestalt zu bilden, dass er es mit der “geistigen Elite” des Königreichs aufnehmen könnte. Das war eine gewaltige Aufgabe, doch es fehlte Hinzpeter nicht an Selbstvertrauen, und so machte er sich denn entschlossen ans Werk.

Quelle: Kaiser Wilhelm II. Glanz und Elend einer preußischen Dynastie, Autor: Alan Palmer

Weitere Informationen:

Georg Hinzpeter: Ein westfälischer Schulmann

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Wiedereröffnung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals

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Heinz Nixdorf im Jahr 1984 auf die Frage, welche Erfolgschancen er sich als Jungunternehmer ausrechnen würde

Frage: Herr Nixdorf, angenommen, Sie wären noch einmal 27 Jahre alt und würden ein Unternehmen gründen wollen. Welche Chancen gäben Sie sich?

Antwort: Keine

Frage: Warum nicht?

Antwort: Die Wahrscheinlichkeit wäre um einige Zehnerpotenzen kleiner. Die Computerwelt ist 32 Jahre älter geworden. Damals gab es noch nicht einmal das Wort Elektronik. Wer es kannte, der war König.

Frage: Also wären vergleichbare Karrieren nur in neuen Märkten, neuen Industrien möglich?

Antwort: Ja. Und es gibt auch in den reifen Märkten Wachstumschancen, weil die etablierte Industrie bestimmte Lösungen noch nicht gebracht hat. Aber diese Nischen werden seltener. Wir haben unser Pensum gemacht. Jetzt kommen die nächsten.

Quelle: Wirtschaftswunder in Westfalen, manager magazin 8/1984

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Stratmann wandert: Von den Baumbergen ins Münsterland

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Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit in Westfalen

Wenn ab ca. 2200 v. Chr. von der Bronzezeit gesprochen wird, handelt es sich nicht um einen kulturellen Neubeginn, sondern um eine Entwicklung, ist doch bereits seit dem Jungneolithikum z.B. Schmuck aus Kupfer bekannt, der als Beigabe vereinzelt in Gräber gelangte. In Mittel- und Nordeuropa wurden seit dem Endneolithikum Dolche und Äxte aus Metall in Stein nachgeahmt. Für Westfalen spricht man mangels früherer Metallfunde erst ab ca. 1900 v. Chr. von der Bronzezeit. …

Quelle: Bronzezeit und vorrömische Eisenzeit in Westfalen

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Die Anfänge der westfälischen Domstifte

Über die historischen Wurzeln der geistlichen Gemeinschaften, die mit den unter Karl dem Großen entstandenen Bischofssitzen von Münster, Osnabrück, Minden und Paderborn verbunden sind, ist schon viel nachgedacht und geschrieben worden. Wenn dennoch wesentliche Fragen ungeklärt oder strittig blieben, so liegt das nicht bloß am lückenhaften und zufälligen Quellenbefund, der unsere Erkenntnis hemmt, sondern auch daran, daß sich das Objekt selbst einer zuverlässigen und allseits akzeptierten Festlegung entzieht und ganz verschiedenartige Bestimmungsmerkmale aufweist, die bald hier, bald dort deutlicher hervortreten. Aus diesem Grunde erscheint es geraten, die in vielen Spezialarbeiten vorherrschende Fixierung auf ein einzelnes Domstift zugunsten einer vergleichenden Betrachtungsweise zu überwinden, um eine größere Zahl von Quellenzeugnissen und Einzelaspekten in Beziehung setzen zu können. …

Quelle / Link: Die Anfänge der westfälischen Domstifte

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Westfälische Textilindustrie in schwierigem Fahrwasser

Von Ralf Keuper

Die Textilhersteller in Westfalen durchleben derzeit eine stürmische Phase, wie in Schlechtes Geschäftsjahr der Textilbranche in OWL berichtet wird. Umsatzrückgänge machen vor allem Gerry Weber und Ahlers zu schaffen. Bei Gerry Weber dauert die Krise schon länger an. Der Internet-Handel setzt dem Unternehmen spürbar zu. Ein Sanierungsgutachten soll Aufschluss über die wahre Lage des Unternehmens geben. Bei der Ahlers AG sollen in diesem Jahr 130 Arbeitsplätze wegfallen. 

Aber auch Textilhändler wie H&M haben zu kämpfen, wie in H&M kämpft mit hohem Warenbestand zu erfahren ist. Die Adler-Modermärkte verzeichnen, wie die gesamte Branche, Umsatzrückgänge. Derweil schickt sich der japanische Bekleidungskonzern Uniqlo an, die Nummer eins weltweit zu werden (Vgl. dazu: Uniqlo attackiert H&M und Zara “Wir sind keine Sklaven des Laufstegs”).

Allerdings gibt es auch positive Neuigkeiten: Für die Neupositionierung seiner Marke Schwarze Rose erhielt Seidensticker den Marketing-OWL-Preis 2018.

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Wandern im Münsterland

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Wolter Westerhues (1497-1548), ein Glockengießer in Westfalen

Die Glocken des Meisters Wolter Westerhues, der fünf Jahrzehnte in Westfalen arbeitete, sind in der Literatur seit langem bekannt. Entdeckt wurden sie von dem bischöflichen Kaplan und Diözesan-Konservator Bernhard Zehe in Münster, der 1857 schrieb: “Leider wissen wir von diesem tüchtigen Glockengießer, dessen rühmliches Andenken noch fort und fort so wohlklingend ertönt, gar nichts. Ein Münsterländer war er jedenfalls, weil in der ganzen Umgegend von Münster viele seiner Glocken hangen. Vielleicht war er aus dem Hause Westerhues bei Rinkerode (2 Y, Stunden südlich von Münster), vielleicht hat er in Münster selbst gegossen. “

Quelle/Link: Wolter Westerhues (1497-1548), ein Glockengießer in Westfalen

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Römische Liege aus Haltern reist zu Berliner Archäologie-Ausstellung

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