Die Weihnachtsgeschichte auf Münsterländer Platt

Et begaw sik to de Tiet doa een Gesät von Kaiser Augusto uutgong, dat de gase Wiält takseert wüor. Un düsse Takseerung was de Iärste toa de Tiet, dao Kyrenios Landpleger in Syrien was. Un jeren göng in sine Stadt. Dao mök sik auk Jop uut Galilea noa de Stadt Betlehem up, dao he van dat Geslächt David , dat he sik schatten lait, met Mia siner truten Frau, de swanger was. Äs se ankuemen wüörn, kam de Tiet dat se gebäern sol, un se bar ären iärsten Suon, wandt em in Winneln un lag em in eene Kribbe, dao in de Herberge kien Bilaot was.

In de Naigte wüörn Schaiper in Kamp, de äre Schaope hödten. De Engel des Häern trat to är un sag, Bangt ju nich, sait ik vökünige graute fraide. Ju is vandage de Heiland buorn in de Stadt David. He is Christus de Häer. Un dat häbt tom Teken. Ji wäert dat Kind finnen in eener Kribbe in Winneln wunnen. Un bolle was bi dän Engel de viёlheit de Hiёmelsken Herrscharen. Se luowten Guod in de Högte, un saggen: Äre si Guod in de Högte un Fräide up Äern un de Mensken Fraide.

Übersetzt ins Münsterländer Platt von: K-H Conermann

Quelle: Mit Münsterländer Platt durchs Jahr / Feste und Jahreszeiten im Jahreslauf

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Landfrauenküche – Sabine Klemme (Kalletal)

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Der Paderborner Domplatz im Fokus der Stadtarchäologie

Der Paderborner Domplatz bewahrt Überreste aus den letzten 1200 Jahren unter seinem Pflaster. Zahlreiche tiefgründige Bodeneingriffe im Zuge der Neugestaltung des Platzes verursachten deshalb archäologische Untersuchungen der Stadtarchäologie, die im März/ April 2015 mit zwei Baugruben für Abwasserschächte begannen (Abb. 1). In dem Aufschluss nördlich der Gaukirche (Ausgrabung PB 061) lag in 1,20m Tiefe das Pflaster des um 1170/1180 errichteten Hellwegs (Abb. 2). Diese Hauptverbindung vom Westtor (Schildern) zum Osttor (Am Bogen) wies noch eine deutliche Fahrrinne auf. Die nördliche Begrenzung zum Paderborner Hauptfriedhof stellt die zur gleichen Zeit errichtete Friedhofsmauer dar, die noch einen Zugang vom Weg zum Friedhof aufwies, der zu einem späteren Zeitpunkt zugemauert wurde. Die Oberkante einer abgebrochenen, 1,60 m dicken, Ost-Westverlaufenden Mauer wurde in das Pflaster eingebunden und partiell mit Pflastersteinen überdeckt. Diese Mauer gehört zu einem zwischen 1050 und 1170 errichteten Monumentalgebäude bislang ungeklärter Funktion. Für die Überreste einer Domherrenkurie ist sie zu mächtig und für die Deutung als Nordmauer eines etwas weiter nördlich gelegenen Vorgängerbaus der um 1170 errichteten Gaukirche reicht der auf einer Länge von 5,80m nachgewiesene Fundamentabschnitt bisher nicht aus. Mit der Neufestlegung des Hellwegs durch die Domburg, der südlichen Begrenzung des Friedhofs durch eine 0,75m dicke Mauer, dem Abriss des dort vorhandenen Monumentalgebäudes, das auch 30m bis 40m weiter westlich im Jahr 2014 nachgewiesen wurde, und dem Bau der Gaukirche bestätigt sich das neue Raumkonzept der Domburg um 1170. …

Quelle / Link: Der Paderborner Domplatz im Fokus der Stadtarchäologie (online abrufbar)

Weitere Informationen:

Wie der Marktplatz im Schlamm versank

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Die nie vollendete Autobahnverbindung zwischen Münster und Bielefeld

Von Ralf Keuper

Die Verbindung zwischen den Oberzentren Münster und Bielefeld ist im wahrsten Sinne des Wortes ausbaufähig. In den 1970er Jahren war man dem Ziel einer Verbindung mittels Autobahn bereits recht nahe. Die Bundesautobahn 43 sollte von Münster bis Rheda-Wiedenbrück ausgebaut werden.

Mitte der 1970er Jahre wurde diese Planung durch das Erste Gesetz vom 5. August 1976 zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 (BGBl. 1976, Teil I, S. 2093) geändert. Der mit Wirkung ab 1. Januar 1975 als A 43 gewidmete Streckenzug sollte nunmehr bei Hiltrup südlich von Münster von der B 51-Trasse abzweigen und südlich Wolbeck, Alverskirchen, Freckenhorst, nördlich Westkirchen, Lette, Clarholz, Herzebrock an die A 47 nördlich Rheda-Wiedenbrück anschließen. 

Durch die direkte Verbindung mit der nie vollendeten A47 in Rheda-Wiedenbrück wären Münster und Bielefeld näher aneinander gerückt.

Bundesautobahn 47 (Abkürzung: BAB 47) –Kurzform: Autobahn 47 (Abkürzung: A 47) – war die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführte Bezeichnung einer geplanten regionalen Schnellstraßenverbindung, die von Bielefeld (A 35) über Gütersloh, Rheda-Wiedenbrück (A 2), Lippstadt zur Anschlussstelle Erwitte/Anröchte (A 44) verlaufen sollte. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre war zudem die Fortführung der A 47 bis nach Herford mit Anschluss an die B 239 vorgesehen.

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NRW vor 500 Millionen Jahren | Quarks

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Mit Compressed Sensing die Datenflut beherrschen – Smarte Informationen statt “Big Data” (Forschungsprojekt an der Uni Siegen)

Von Ralf Keuper

Eigentlich gilt die Regel, dass Unternehmen und Plattformen, die über den größten Datenbestand für Analysezwecke verfügen (Big Data), einen großen Wettbewerbsvorteil und Informationsvorsprung besitzen. Je mehr Daten, umso besser. Redundanz wird dabei zwangsläufig in Kauf genommen.

Es geht aber auch anders, wie das Beispiel des Compressed Sensing zeigt. Dabei handelt es sich um ein

Verfahren zur Erfassung und Rekonstruierung dünnbesetzter (englisch sparse) Signale oder Informationsquellen. Diese lassen sich aufgrund ihrer Redundanz ohne wesentlichen Informationsverlust komprimieren. Dies wird bei der Abtastung der Signale zur deutlichen Verringerung der Abtastrate im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren effizient genutzt (Quelle: Wikipedia).

An der Universität Siegen wird am ZESS, einem interdisziplinären Forschungsinstitut zum Thema “Mulitmodale Sensorik / Bildgebende Systeme”, zu den Einsatzmöglichkeiten des Compressed Sensing geforscht. Erst kürzlich erhielt das Institut den Zuschlag für die Teilnahme an dem Forschungsprojekt Menelaos_NT, das vom EU-Programm Horizon 2020 gefördert wird.

Mithilfe neuartiger Technologien Signale und Bilder gezielt so zu erfassen, dass nur die interessanten Informationen herausgefiltert werden – darum geht es den WissenschaftlerInnen. „Ein vielversprechender Ansatz aus der Mathematik ist in diesem Zusammenhang das ‚Compressed Sensing‘. Danach ist es möglich, Signale oder andere Informationsquellen komprimiert zu erfassen – das bedeutet, dass von Anfang an nur wenige Sensordaten mit hohem Informationsgehalt aufgenommen werden“, erklärt Dr. Miguel Heredia Conde; Projektmanager bei MENELAOS und Gruppenleiter am ZESS (in: Smarte Informationen statt „Big Data“)

Gerade für das Internet der Dinge birgt das Compressed Sensing großes Potenzial. Ansonsten gehen die Unternehmen unter der Flut an Daten, die über die Sensoren übertragen werden, unter. Ein Punkt, der in dem Paper Compressive Sensing-Based IoT Applications: A Review näher beleuchtet wird:

.. compressive sensing (CS) is a very attractive paradigm to be incorporated in the design of IoT platforms. CS is a novel signal acquisition and compression theory that exploits the sparsity behavior of most natural signals and IoT architectures to achieve power-efficient, real-time platforms that can grant efficient IoT applications. This paper assesses the extant literature that has aimed to incorporate CS in IoT applications. Moreover, the paper highlights emerging trends and identifies several avenues for future CS-based IoT research.

Zuerst erschienen auf Identity Economy

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Sollten sich die Finanzplätze in Nordrhein-Westfalen vereinigen?

Von Ralf Keuper

Mit Düsseldorf, Köln, Dortmund und Münster besitzt Nordrhein-Westfalen mehrere Finanzzentren, wobei Düsseldorf alle anderen an Bedeutung übertrifft. Um als Finanzplatz attraktiv für potenzielle Mitarbeiter zu bleiben, plädiert Tobias Rafael Finke in Finanzplätze, vereinigt euch! dafür, dass Rheinländer und Westfalen ihre Kräfte auf Düsseldorf/Rheinland und Dortmund/Münster/Westfalen konzentrieren. Parallel dazu sollten die beiden Zentren kooperieren. Ob die Kölner bereit sind, sich Düsseldorf unterzuordnen, und Dortmunder und Münsteraner die Nähe suchen, sei dahin gestellt.

In den letzten Jahren hat der Finanzplatz NRW, wie im Rest der Republik auch, deutlich Federn gelassen (Vgl. dazu: Bankenstandort Nordrhein-Westfalen besticht durch Stärke und Vielfalt – tatsächlich?). Wie in der Studie Die FinTech Startup-Ökosysteme in Deutschland dargestellt, ist der Raum Köln/Düsseldorf als Standort für Fintech-Startups in NRW einsam an der Spitze. Hier haben Dortmund und Münster nicht allzu viel zu bieten. Dortmunds Stärke liegt im E-Commerce und in der Logistik. Münster ist ebenfalls im E-Commerce stark. Die Stadt könnte ein wichtiger Standort für die Handelsfinanzierung werden. Exemplarisch dafür ist tr8fin. Übrigens: Der Gründer der solarisBank und von Finleap, Jan Beckers, kommt aus Münster.

Neben den genannten Städten ist Bielefeld als Zentrum der Industrieregion Ostwestfalen-Lippe ein geeigneter Standort für das Industrial Banking, d.h. für die Verbindung des Industriellen Internets der Dinge mit Banking/Financing. Die ostwestfälischen Hersteller der elektrischen Verbindungs- und Automatisierungstechnik, wie Phoenix Contact, Wago, Beckhoff, Harting und Weidmüller, haben zusammen ein Weltmarktanteil von 75%. Bielefeld käme auch als Testlabor für die Verbindung der Blockchain mit dem Industriellen Internet der Dinge in Frage.

Neben Ostwestfalen ist Südwestfalen eine weitere wichtige Industrieregion – Deutschlands drittstärkste. Auch dort wird ein Industrial Banking Hub benötigt. Für das Ruhrgebiet könnte Dortmund die Rolle eines Logistik/supply chain financing Hub übernehmen.

Düsseldorf und Köln sind neben ihrer Rolle als Zentren für Fintech-Startups für das Corporate Banking, Kapitalmarkt- und das internationale Geschäft besonders gut geeignet. Als Börsenplatz und Sitz der Landeszentralbank übernimmt Düsseldorf ohnehin die führende Rolle unter den Finanzplätzen in NRW. Jeder Finanzplatz konzentriert sich auf seine Stärken und sucht die Kooperation eben dort, wo das eigene Know How oder Netzwerk nicht ausreicht.

Zuerst erschienen auf Bankstil

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Werner Rolevinck-Gedenken in Westfalen – eine kleine Übersicht

Von Werner Thiel 

Vergleich des Rolevinck-Gedenkens in westfälischen Städten

Es gibt jeweils 4 Rolevinck-Straßen und einen Rolevinckweg.

Nur in Laer ist die Straße konkret mit  „Werner Rolevinck“ benannt, In den anderen Städten heißt es nur „Rolevinck“.

Alle Gedenkmaßnahmen an den Mönch und Buchautor durch die Benennung von öffentlichem Verkehrsraum nach „Rolevinck“ stammen aus einer Zeit nach dem 2. Weltkrieg.

Die früheste Benennung scheint, mit Blick auf die Bebauung, in der „Rolevinckstraße“ in Lippstadt erfolgt zu sein, denn die Bebauung dürfte aus den 1960er Jahren stammen.

Es folgen – nach ungenauer Einschätzung der Erbauungszeit der Häuser – Laer, Dortmund, Münster, Arnsberg. In Arnsberg sind die Häuser keine 10 Jahre alt, einzelne sind sogar noch im Bau.

Einzig in Lippstadt findet sich eine Erklärung unter dem Straßenschild mit dem ganzen Namen und Lebensdaten, angebracht wurde diese auf Initiative von Anwohnern.

4 Rolevinck-Straßen sind Sackgassen, nur in Laer gibt es eine durchgängige Wegeführung.

Die kürzeste Rolevinckstraße findet sich in Arnsberg mit ca. 80 Metern, dafür ist sie auch die schönste, denn man hat vor ihr einen Blick auf das Ruhrtal und die Altstadt von Arnsberg. (siehe Foto)

Eindeutig die mondänste Erinnerung befindet sich in der Grünstadt im Osten von Dortmund. Die Rolevinckstraße ist hier umgeben von Villen, Alleen und viel Grün, ein sehr gutes Wohngebiet und bestimmt recht teuer

In Dortmund wie in Lippstadt befinden sich in direkter Umgebung weitere Straßen benannt nach BuchautorInnen wie Goethe, Droste-Hülshoff oder den Mann-Brüdern.

Somit ist in Dortmund und Lippstadt Rolevinck in „bester Gesellschaft“.

Die anderen Straßen liegen in üblichen Wohngebieten, ohne eine besondere Namensbündelung.

Nur in Laer befindet sich mit der Werner-Rolevinck-Schule ein öffentliches Gebäude an der Straße.

Eine besondere Spreizung der Bewohner nach sozialem Stand ergibt sich für den Rolevinckweg in Münster, an dem von villenartigen Einfamilienhäusern bis zu einem Wohnheim für Flüchtlinge verschiedenste Gebäude stehen.

In den anderen Straßen gibt es nur private Wohnmöglichkeiten vom villenartigen EFH wie in Lippstadt über EFH, Reihenhäuser bis zu Mietwohnungsbauten.

Besondere Ausnahme macht Dortmund, da hier ein geschlossener Gebäudekomplex aus den 1970er Jahren die gesamte Straße nutzt.

Das schönste Hausschild in einer Rolevinckstraße findet sich in Münster, ein Foto ist in der Anlage.

In Köln gibt es kein öffentliches Erinnern an Werner Rolevinck.

Dies verwundert, da Rolevinck ca. 60 Jahre in der Stadt lebte, dort arbeitete und seine Bücher heraus gab. Das ist wenig verständlich, denn bei der großen Zahl von Straßen und Plätzen in der Domstadt ließe sich bestimmt etwas finden, das nach Werner Rolevinck benannt werden könnte.

Weitere Informationen:

Rolevink-Film im Internet: „NRwision.de” +„Rolevinck

 

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Konzeption der mathematischen Fakultät an der Universität Bielefeld

Weitere Informationen:

Blick in die Historie: Gründung der Fakultät für Mathematik

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Westfalen-Initiative im Selbstzerlegungsmodus?

Von Ralf Keuper

Die Westfalen-Initiative taucht in der öffentlichen Berichterstattung eher selten auf – auch in Westfalen. Über die Jahre haben sich zahlreiche Vorstandsvorsitzende bei der Stiftung Westfalen-Initiative, die von dem Unternehmer Martin Leicht ins Leben gerufen wurde, die Klinke in die Hand gegeben, so dass hier schon mal die Übersicht verloren gehen kann. Von Hans Wielens, Klaus Anderbrügge , Wolfgang Hölker bis Peter Paziorek. Dazwischen war auch schon mal ein Sparkassendirektor Chef der Stiftung. Westfälische Kontinuität sieht irgendwie anders aus.

Neben der Stiftung Westfalen-Initiative existiert noch der Verein Westfalen-Initiative. Wie nun in Ärger in der Westfalen-Initiative berichtet wird, will der neue Chef der Stiftung Westfalen-Initiative, Dr. Hans Moormann, den Verein Westfalen-Initiative auflösen, was bei den Vereinsmitgliedern nur auf wenig Gegenliebe stösst. Seit Anfang des Jahres hat die Westfalen-Initiative einen neuen Geschäftsführer, der die Verschmelzung der Stiftung Westfalen-Initiative mit dem Verein Westfalen-Initiative sowie die “Profilschärfung” voran bringen soll (Vgl. dazu: Westfalen-Initiative präsentiert neuen Geschäftsführer).

Über mehre Jahre ernannte die Westfalen-Initiative verschiedene Personen zu Ehrenwestfalen. Im Jahr 2013 ging die Ehrung an den Fussballer Christoph Metzelder.

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