Bielefeld-Gesetz

Das „Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld (Bielefeld-Gesetz)“, das am 28. September 1972 vom nordrhein-westfälischen Landtag beschlossen wurde, beinhaltet die Gebietsreform für einen Großteil des nördlichen und mittleren Regierungsbezirks Detmold auf Ebene der Gemeinden und Kreise. Aus dem Regierungsbezirk Münster kam die neue Stadt Harsewinkel zum Regierungsbezirk Detmold. Das Gesetz trat am 1. Januar 1973 in Kraft (Wikipedia).

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Westfalen wird erleuchtet. Der Aufbau der Elektrizitätswirtschaft bis zum Zweiten Weltkrieg

… Die erste Konzession für ein öffentliches Elektrizitatswerk in Deutschland erteilte im Jahre 1884 die Stadt Berlin der von Emil Rathenau gegründeten Städtische Electricitätswerke AG zu Berlin für die elektrische Beleuchtung der Innenstadt. Ein Jahr später gab es als erstes öffentliches Elektriziätswerk des Deutschen Reiches Strom ab. Ihm folgten gegen Ende der 1880er-Jahre Elberfeld, Barmen, Lübeck und Darmstadt.

Westfalens erstes öffentliches Elektrizitätswerk wurde im Jahre 1890 in der Kleinstadt Gevelsberg bei Hagen errichtet. Ausschlaggebend hierfür war offenbar, dass vor der Alternative, ein Elektrizitäts- oder Gaswerk zu gründen, die Hagener Accumulatorenfabrik Büsche und Müller die Anlage einer elektrischen Beleuchtungsanlage kostenlos übernehmen wollte. Die Mehrzahl der großen Elektrizitätswerke in Westfalen entstand dagegen erst um die Jahrhundertwende. …

Quelle / Link: Westfalen wird erleuchtet. Der Aufbau der Elektrizitätswirtschaft bis zum Zweiten Weltkrieg

 

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Heidi Klug und Heinz Hoppe – Silvester 1966 im TV

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Die Karriere des Gobelin Person (Chronist des Papsttums)

Neben den Werken Dietrichs von Niem ist der Cosmidromius des Gobelin Person das wichtigste zeitgenössische historiographische Werk des beginnenden 15. Jahrhunderts zur Geschichte Westfalens. Zugleich aber ist Gobelinus auch eine Quelle ersten Ranges für die Geschichte der Päpste seiner Zeit, er ist „Chronist des Papsttums“. Sowohl bei Dietrich als auch bei Gobelin verdankt sich dies nicht zuletzt dem Umstand, dass die beiden Westfalen den Weg aus ihrer Heimat an die Papsthöfe ihrer Zeit nahmen, dort eine Zeit lang als Kuriale lebten und somit Ausschnitte der Zeitgeschichte des Papsttums mitunter selbst erlebten; bei Gobelin sind es besonders die Geschicke des beru ̈ chtigten Papstes Urban VI. (1378–1389).3 In der Tat erweist sich Gobelin in seinem Werk immer wieder als guter Kenner des kurialen Geschäftsganges. Dieser Umstand veranlasst zu der Frage, in welcher Weise Gobelin Person dieses Wissen für seine Karriere und sein Geschichtswerk nutzbar machen konnte. …

Quelle / Link: Die Karriere des Gobelin Person

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Hermann Pepper. Ein westfälischer Waffenhändler in Antwerpen im 16. Jahrhundert

Hermann Pepper gehört bisher nicht zu den bekannteren westfälischen Kaufleuten, obwohl sein Name im 16. Jahrhundert am englischen und schwedischen Hofe mehrfach gefallen sein dürfte. Die Ursachen für das geringe Aufsehen, das seine Person in der Forschung bisher erregt hat, liegen auf der Hand. Pepper agierte die meiste Zeit seines Lebens von Antwerpen aus und ist nicht leicht als ein gebürtiger Westfale zu erkennen. In der vergleichsweise gut aufgearbeiteten Kölner Handelsgeschichte trat Pepper als Kaufmann aus Antwerpen hinter den lokalen Akteuren zurück. …

Die Familie Pepper ist im 15./16. Jahrhundert in drei Städten der Grafschaft Mark, in Iserlohn, Altena und Schwerte, nachzuweisen. Die ältesten Belege stammen aus Iserlohn, weshalb wohl dort die Wurzeln liegen dürften. Zur Mitte des 15. Jahrhunderts gehörten Hans Pepper und sein Sohn Hermann (Menneken) der Pankratius-Bruderschaft an. 1485 und 1497 findet sich auch Albert Pepper als Mitglied dieser Bruderschaft. Ein weiterer Pepper namens Heinrich tauchte 1448 als Geschädigter der Soester Fehde auf. Zwei Argumente sprechen für einen Bezug der Familie Pepper zum metallverarbeitenden Gewerbe: St. Pankratius war nicht nur Patron der Bruderschaft, sondern auch der Zunft der Panzermacher, und ein Hermann Pepper aus Iserlohn wird in einer Kölner Quelle des 15. Jahrhunderts wahrscheinlich als Einkäufer von Stahldraht aus Nürnberg erwähnt.

Quelle / Link: Hermann Pepper. Ein westfälischer Waffenhändler in Antwerpen im 16. Jahrhundert

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Dortmund – einfach gut

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Steinhäger – einer der ältesten Branntweine Deutschlands

Von Ralf Keuper

Der Steinhäger ist eine Spirituose, die über Jahrhunderte ausschließlich im Ort Steinhagen, im Kreis Gütersloh gelegen, hergestellt wurde. Um die Ursprünge dieses alkoholischen Getränks ranken sich Mythen und Legenden. So soll ein Schäfer vor 500 Jahren beobachtet haben, dass die Schafe, wenn sie sich unwohl fühlten, vergorene Wachholderbeeren fraßen.

Die Schäfer machten es den Tieren nach und sammelten die Beeren, pressten sie und destillierten daraus den sogenannten Wacholderlutter, ein Heilmittel gegen Leib- und Magenbeschwerden. Später versetzten sie das leicht alkoholische Konzentrat mit Kornalkohol und brannten es noch einmal: Das war die Geburtsstunde des Steinhägers. Der im Gegensatz zum Gin oder Genever doppelt gebrannte Wacholderschnaps wurde bald über Steinhagen hinaus bekannt und startete Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Siegeszug (in: Doku am Freitag: Dynastien in NRW – Die Schnapsbrenner aus Steinhagen – Familie Schlichte).

Zu Spitzenzeiten, während der 1950er und 1960er Jahre arbeiteten in den 20 Brennereien Steinhagens 3.000 Menschen. Seit den späten 1980er Jahren ging der Absatz der Brennereien, der größte Schlichte und König waren, zurück. Grund dafür ist das Marketing, d.h. man hatte es versäumt, dem Getränk ein passenderes, moderneres, jugendlicheres Image zu verpassen.

Im Jahr 1985 legten Schlichte und König ihre Unternehmen zusammen, wie der Spiegel in Gegen den Trend berichtete.

Der nun eingeleitete Zusammenschluß ist der vorläufige Endpunkt einer lokalen Tradition, die bereits im Mittelalter ihren Anfang nahm. Der Überlieferung zufolge wurde der Steinhäger zunächst als Heiltrank gebraut. Denn die Wacholderbeeren, so die damalige volksmedizinische Weisheit, “fördern den Schweiß und die Dauung, stärken den Magen, machen einen lieblichen Atem und sind gut in der Colic, auch gegen Blasen- und Nierensteine”.

Der Abstieg begann laut Spiegel bereits in den 1970er Jahren:

Der Niedergang der einst renommierten Steinhäger hatte daher schon vor den letzten happigen Steuererhöhungen begonnen. Seit 1970 sank der Absatz des mit Wacholderbeeren aus der Toskana doppelt und dreifach gebrannten Steinhägers um deutlich mehr als die Hälfte.

Das fusionierte Unternehmen Schlichte & König wurde 1990 von Berentzen übernommen, die sich jedoch bereits einige Jahre später wieder davon trennten und an Schwarze aus Oelde verkauften (Vgl. dazu: Steinhagen und Wacholderbeeren). Die Produktion wurde komplett nach Oelde verlagert. Das Unternehmen heisst seitdem Schwarze und Schlichte. Das ehemalige Gebäude der Firma Schlichte wurde umgebaut und unter Denkmalschutz gestellt (Vgl. dazu: Blick in die umgebaute Brennerei Schlichte). Es wird als Historisches Museum genutzt. Am Eingang werden die Besucher von einem großen Urkönig-Schnapskrug begrüßt (Vgl. dazu: Pinnchen für 275 Liter Schnaps). Im Jahr 2011 kehrte das Original-Schinkenbild nach Steinhagen zurück (Vgl. dazu: Original Schinkenbild wieder da).

In Der Steinhäger schreibt Josef Bergenthal:

Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ließ sich von den guten Wirkungen des Steinhagener Wacholderbranntweins überzeugen und gab im Jahre 1688 dem Dorfe Steinhagen die Genehmigung “Steinhäger” auch über den eigenen Bedarf hinaus zu brennen. Das wir im Grunde eine gewerbliche Genehmigung, die für Steinhagen dieselbe Bedeutung bekommen sollte, wie für Dortmund die Bierkunde, die den Dortmundern erlaubte, Gruppier zu brauen. Der Steinhäger verbreitete sich mehr und mehr in der Nähe und in der Ferne, und immer ging ihm der Ruf voraus, bekömmlich und für die Gesundheit förderlich zu sein. Als in absolutistischer Zeit der Gedanke auftauchte, den Branntwein ganz zu verbieten, machte sich der berühmte Osnabrücker Staatsmann und Schriftsteller Justus Mörser Gedanken darüber, was an Stelle des Verbotenen treten könnte, und der kam zu der interessanten Überlegung: “Sollte Wacholder, der zu Steinhagen im Ravensbergischen in so vortrefflicher Weise bereitet wird, wovon ein Tropfen mehr als ein Glas Fusel wirkt, die Stelle ersetzen? Das ist – aus diesem Munde – ein hohes Lob für den alten Steinhäger.

Im Ausland, insbesondere im spanisch-sprachigen Raun, genießt der Steinhäger als eine Art Kultgetränk einen gewissen Status.

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Fabian Wittreck beim Science Slam Mai 2017 in Münster (Neue Wände Festival)

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Am Weihnachtstage (Annette von Droste-Hülshoff)

Still ist die Nacht; in seinem Zelt geborgen
Der Schriftgelehrte späht mit finstren Sorgen,
Wann Juda’s mächtiger Tyrann erscheint.
Den Vorhang lüftet er, nachstarrend lange
Dem Stern, der gleitet über Äthers Wange,
Wie Freudenzähre, die der Himmel weint.

Und fern vom Zelte über einem Stalle,
Da ist’s, als ob aufs niedre Dach er falle;
In tausend Radien sein Licht er gießt.
Ein Meteor, so dachte der Gelehrte,
Als langsam er zu seinen Büchern kehrte.
O weißt du, wen das niedre Dach umschließt?

In einer Krippe ruht ein neugeboren
Und schlummernd Kindlein; wie im Traum verloren
Die Mutter kniet, Weib und Jungfrau doch.
Ein ernster, schlichter Mann rückt tief erschüttert
Das Lager ihnen; seine Rechte zittert
Dem Schleier nahe um den Mantel noch.

Und an der Türe stehn geringe Leute,
Mühsel’ge Hirten, doch die Ersten heute,
Und in den Lüften klingt es süß und lind,
Verlorne Töne von der Engel Liede:
Dem höchsten Ehr’ und allen Menschen Friede,
Die eines guten Willens sind

Gekürzte Fassung

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Der Freckenhorster Codex aureus

Der Freckenhorster Codex aureus zählt zu den bedeutendsten Werken der frühen Goldschmiedekunst in Westfalen. Die Handschrift wird heute vom Deckel getrennt im Staatsarchiv in Münster aufbewahrt und enthält ein mit Miniaturen geschmücktes Evangeliar aus dem ausgehenden 11. Jahrhundert sowie verschiedene spätere Texte über Einkünfte und Besitzverhältnisse des Stiftes. Der Buchdeckel scheint nach neueren Forschungen aus einer niederrheinischen Werkstatt zu stammen und ist möglicherweise schon vor 1180 entstanden.

Quelle: 100 Meisterwerke westfälischer Kunst, Autor: Klaus Klösters

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