Weihnachten in Westfalen um 1900

Die Festbräuche von Advent bis Dreikönig und namentlich das Weihnachtsfest sind verhältnismäßig gut erforscht, so daß die wichtigsten historischen Entwicklungslinien wenigstens in Umrissen bekannt sind. Die älteren Untersuchungen gehen vor allen Dingen der ursprünglichen Bedeutung von Bräuchen und Brauchelementen nach. So stand z. B. die Herkunft des Weihnachtsbaumes lange Zeit im Mittelpunkt lebhafter Diskussionen (A. Jacoby, 1928; L. Weiser-Aall, 1934; O. Lauffer, 1934; O. Huth, 1938; W. Krogmann, 1963). In jüngster Zeit haben jedoch in zunehmendem Maße die Veränderungen der Struktur der Feste während der letzten 150 bis 200 Jahre und hierbei die Herausbildung des modernen Weihnachtsfestes die Aufmerksamkeit der Volkskunde erregt. Dabei rückten vollkommen neue Gesichtspunkte in den Vordergrund der Betrachtung, so z. B. Weihnachten und Familienstruktur, Weihnachten und Wirtschafts form , ideologische Verfügbarkeit von Weihnachten und Diffusion und Rezeption moderner Festformen (J. J. Voskuil, 1973; 1. Weber-Kellermann, 1974; Unbehagen an Weihnachten? 1974). …

Auch die Berichte über das Advents- und Weihnachtsbrauchtum im Archiv für westfälische Volkskunde sind bisher nur sporadisch ausgewertet worden (H. Schauerte, 1957; R, Brockpähler, 1961; 1. Simon, 1966). Da dieses Material aus allen Teilen Westfalens stammt, recht umfangreich ist und sehr viele Informationen enthält, die aufeinander bezogen sind, soll der Versuch unternommen werden, von diesen Quellen aus, einen ersten orientierenden Überblick über den Weihnachtsfestkreis in Westfalen an der Wende vom 19 , zum 20, Jahrhundert zu erarbeiten.

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