“Westfalen stark zu machen – das ist unsere Absicht” – Interview mit Manfred Müller (Vorsitzender Westfalen e.V.)

Vor wenigen Wochen hat Westfalen e.V. offiziell seine Arbeit aufgenommen. Im Interview mit Westfalenlob erläutert der Vorsitzende Manfred Müller (Foto), welche Ziele der Verein verfolgt und wie die nächsten Schritte aussehen. Der erfahrene Kommunal- und Regionalpolitiker war einige Jahre Bürgermeister von Lichtenau und von 2004 bis 2020 Landrat des Kreises Paderborn sowie langjähriger Sprecher der Landräte aus OWL. 

  • Herr Müller, was hat Sie dazu veranlasst, den Vorsitz von Westfalen e.V. zu übernehmen? Was bezweckt der Verein?

    Manfred Müller (Vorsitzender Westfalen e.V.)

Westfalen-Lippe ist unsere Heimat und verdient als zweiter großer Landesteil von NRW eine starke Profilierung. Westfalen stark zu machen – das ist unsere Absicht. Wirtschaftlich und kulturell – aber auch nach innen. Das westfälische „Wir-Gefühl“ zu kräftigen schafft Identität, Profil und (berechtigtes) Selbstbewußtsein.

  • Gibt es nicht schon genügend Initiativen und Vereine mit Bezug zu Westfalen – was wollen Sie mit Westfalen e.V. anders machen – wo liegt der Schwerpunkt?

Jede Initiative hat ihren eigenen Schwerpunkt und Berechtigung. Jede Initiative hilft, Westfalen bekannter zu machen und seine Erfolge und Vorzüge zu betonen. Westfalen darf ruhig noch stärker werden!

  • Wie wollen Sie die verschiedenen Akteure und Regionen unter einen Hut bringen – sind die Interessen nicht zu unterschiedlich?

Westfalen ist sehr vielfältig, ebenso wie die Akteure. Es geht darum, bei der Koordination zu helfen, Dopplungen zu vermeiden und koordiniert noch stärker zu werden. Ein gemeinsames Ziel verbindet. Das hat mich in meiner langjährigen Arbeit als Bürgermeister und Landrat immer angetrieben.

  • Auf welche Weise beabsichtigen Sie die Bürgerinnen und Bürger für Westfalen zu begeistern bzw. einzunehmen?

Der Westfale/ die Westfälin an sich ist bescheiden, so sagt man. Dabei darf man durchaus stolz sein auf unsere Heimat. Wir wollen das „Verbindende“ betonen, die starke mittelständische Struktur der Wirtschaft, die hohe kulturelle Kraft, den ganz besonderen Menschenschlag mit dem eigenen, unverwechselbaren Humor.

  • Westfalen e.V. betont den Markencharakter von Westfalen – aber ist Westfalen nicht mehr als “nur” eine Marke?

Natürlich. Die „Marke“ spiegelt die große Substanz der Marke wider. Aber die Marke „Westfalen“ hat Potenzial. Sie ist positiv besetzt. Die Marke „Westfalen“ soll niveauvollen, herzlichen, verlässlichen, überregionalen Charakter haben. Wer zum Beispiel Veranstaltungen bietet, zu denen diese Marke passt, kann sie gern „benutzen“. Das macht die Veranstaltung „wertiger“ und Westfalen bekannter.

  • Was macht für Sie persönlich Westfalen aus – worin besteht für Sie die Einzigartigkeit der Region?

Unser neues Logo spiegelt die Umrisse Westfalen-Lippes wider: die Herzform. Das passt gut zu uns Westfalen. Westfalen ist für uns „herzlich, verlässlich, aber auch innovativ“ mit einer enormen wirtschaftlichen Kraft und Zukunftsfähigkeit. Westfalen mit seiner ganz besonderen Landschaft, mit vielen Dörfern, kleinen, mittleren und einigen Großstädten hat eine große Lebens- und Wohnqualität. Das darf man sich durchaus immer wieder bewusst machen.

  • Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Wir kooperieren mit Musiklandschaft-Westfalen.de, um gemeinsam diese Eventreihe auf ganz Westfalen „auszurollen“, quasi um ein westfalenweites Festival entstehen zu lassen. Wir planen Kooperationen mit der Wirtschaft und Wissenschaft, werden in Konferenzen „Westfalen-Themen“ ansprechen und adressieren. Wir wollen „Lobby“ für Westfalen sein!

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