Dortmund: Die nicht ganz so ruhmreiche freie Reichsstadt

Von Ralf Keuper

Die Geschichte der freien Reichsstadt Dortmund weist einige dunkle Flecken auf, wie Ricarda Huch in ihrem Buch Im alten Reich. Lebensbilder deutscher Städte schreibt. So sei es mit der Heimatverbundenheit der Dortmunder Unternehmer, anders als bei ihren Kollegen in Köln und Lübeck, im Mittelalter nicht weit her gewesen. Krasse Geldgier war die einzige Triebfeder der Dortmunder Großkaufleute, so Huch.

Als nach der schweren Fehde mit dem Erzbischof von Köln und dem Grafen von der Mark die Stadt sich genötigt sah, das Kapital der Großkaufleute mit heranzuziehen, gaben viele ihr Bürgerrecht auf, lieber auf die Heimat als auf einen Teil des Geldes verzichtend; es verließen Dortmund die fünf Berwordts, vier Kleppinks, ein Wistrade, ein Swarte, ein Erxte und viele andere. Eine Linie der Sudermann zog nach Köln und blühte dort noch lange.

Jahrhunderte später warf der Dortmunder Verleger Arnold Mallinckrodt den Reichsstädten, vor allem aber seiner Heimatstadt, einen Mangel an Gemeingeist, Despotismus einzelner, schlechtes Rechnungswesen, schlechte Polizei und schlechte Justiz vor, so Huch weiter.

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