Kommt das selbständige Denken in der juristischen Bildung zu kurz? Eine Münsteraner Debatte

Von Ralf Keuper

Für den Rechtshistoriker Peter Oestmann kommt das freie, selbständige Denken während des Studiums zu kurz; so auch der Titel seines Beitrags in der FAZ, der vergleichsweise hohe Wellen schlug und auch als Münsteraner Debatte bezeichnet wird. Den Studenten fehle, so Oestmann am Beispiel seiner eigenen Wissenschaftsdisziplin, häufig der kritische Blick von außen, die Beobachterperspektive. So gehe der Blick für das Ganze verloren.

Die Mehrzahl der Studenten betrachte die Universität als reinen Ausbildungsbetrieb.

Wie lässt sich die zahlenmäßig kleine Gruppe derer ermitteln, die an der Sache interessiert sind? Wie kann die Neugier gestärkt werden und welche Änderungen im Prüfungswesen sowie in der Lehre sind dazu erforderlich? Geht das über eine Stärkung der Seminarkultur, über alternative Prüfungen, mehr Essays und Hausarbeiten? Er schreibt:

Wenn wir als Leitbild den gebildeten und kritischen Jurastudenten ausgeben würden, müssten wir dann genau solche Prüflinge nicht für ihre Offenheit und Neugierde belohnen, anstatt sie abzustrafen, wenn sie die sechste Mindermeinung zum Dolus eventualis nicht kennen? Die starke Fixierung auf Abschlussklausuren kommt in erster Linie dem Techniker …

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