Westfälische Fotografinnen und Fotografen

Von Ralf Keuper

Die Fotografie musste lange um die Anerkennung in der Kunstwelt kämpfen. Als einer der ersten namhaften Kulturphilosophen setzte sich Walther Benjamin mit der ästhetischen Dimension der Fotografie auseinander. Fotografen wie Henri Cartier-Bresson oder Gisèle Freund sorgten dafür, dass auch Museen und Galerien sich für diese Kunstform zu interessieren begannen.

Auch an Westfalen ging diese Entwicklung nicht vorbei, wie das Beispiel von Bernd und Hilla Becher zeigt, das berühmteste Fotografen-Ehepaar der Welt. Zusammen begründeten sie die Düsseldorfer Photoschule. Mit ihren Industriefotografien schufen sie nicht nur eine eigene Grammatik, sondern bewahrten die „Kathedralen der Technik“ auch vor dem Vergessen. Eine gute Einführung in ihre Fotografie liefert der Film Bernd und Hilla Becher  – Ein Portrait. Bernd Becher bezog seine Inspiration in den Anfangsjahren aus seiner Siegerländer Heimat.

Ein weiterer Pionier der Fotografie in Westfalen war Friedrich Hundt, der um die Mitte des 19. Jahrhunderts vornehmlich als Portrait-Fotograf tätig war. Ihm zu Ehren wurde 1991 in Münster die Friedrich-Hundt-Gesellschaft gegründet.

Der Bestand des Fotoateliers Kuper diente u.a. dem LWL-Museum für die Ausstellung „Bitte recht freundlich“.
Für ihre Fotografien mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde bisher Brigitte Kraemer. Weitere bekannte Fotografinnen aus Westfalen waren bzw. sind Anneliese Kretschmer, Simone Demandt und Simone Nieweg.

Als Fotojournalistin mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Pulitzerpreis, wurde Anja Niedringhaus, die im April 2014 in Afghanistan von einem Polizisten erschossen wurde.

Heinrich Brocksieper gilt heute als einer der Pioniere der Medienkunst.

Friz Pitz war als Fotograf und Maler weit über die Grenzen der Region ein Begriff.

Im letzten Jahr wurde Hermann Hirsch aus Dortmund für seine Tierfotografien von der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen ausgezeichnet. Für seine Tier- und Naturfotografien bereits mehrfach ausgezeichnet wurde Klaus Nigge. Fritz Pölking gilt als einer der Wegbereiter der modernen Tierfotografie in Europa.
Atemberaubend sind die Fotos von Uwe Skrzypczak über die Tierwelt der Serengeti.

Mit seinem Buch Formen des Mikrokosmos begründete Carl Strüwe die Kunst der Mikrofotografie als eigenes bildnerisches Fach (Wikipedia).

Fritz Henle wurde wegen seiner Vorliebe für Rolleiflex-Kameras auch Mr. Rollei genannt (Wikipedia).
Personen, die ihren Lebensunterhalt mit Fotografie bestreiten, sind im Verband der Berufsfotografen Westfalen organisiert.

Eine wahre Fundgrube ist das Bildarchiv Westfalen.

Was wäre ein Fotograf ohne sein Werkzeug – die Kamera? Legendär ist die Leica M. So kann es auch nicht verwundern, dass einige Fotografen von der Sammelleidenschaft gepackt werden, wie Gernot Monzen aus Schloss Holte – Stukenbrock, dessen Sammlung aus mehr als 1.000 analogen Kameras besteht. Seine besondere Liebe gilt dabei den Kameras der Firma Leidolf. Die Firma stammt ebenfalls wie Leica aus Wetzlar.

Dirk Böhling aus Detmold hat das einzigartige Lippische Kameramuseum ins Leben gerufen.

Weitere:

Horst Tappe

Karl-Ludwig Lange

Erich Angenendt

Fritz Mielert

Edith Lechtape

Rengha Rodewill

Ulrich Brinkhoff

Hildegard Ochse

Friedrich Seidenstücker

Heiko Tiemann

Albert Renger-Patzsch

Fritz G. Waack

Berthold Socha das Auge Münsters

Naturfotograf und Naturschutzpionier. Die Fotosammlung Dr. Hermann Reichling
(1890 – 1948)

Fritz Block in der Alfred Ehrhardt Stiftung: Der Architekt mit der Kamera

Friedrich-Hundt-Gesellschaft zeigt im Stadtmuseum „Kombinatorische Fotografie“ von Alfons Eggert

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